Das wars!
Nach zwei heißen Tagen und einem gigantischen Regenguss sind
die bayerischen Meisterschaften in Aichach beendet. Bei den stimmungsvollen
und hervorragend organisierten Wettkämpfen konnten vor allem
auch die Junioren und Jugendlichen Akzente setzen.
Sonntag,
17:30
Im 800-m-Lauf wurde der Neuseeländer Jason Stewart seiner Favoritenrolle
gerecht. In 1:49,80 Minuten lief der Quelle-Mittelstreckler zum Titel
vor seinem Vereinskollegen Dominik Erhardt (1:51,42). Stewart war
auch für die wenig später gestarteten 1500 m gemeldet, aber
das war ihm dann bei der brütenden Hitze doch des Guten zuviel.
Auch der Deutsche 3000-m-Hindernismeister Christian Knoblich war nicht
am Start, so war der Weg frei für den „alten Fuchs“
German Hehn (LG Domspitzmilch Regensburg), der sich im Spurt den Sieg
in 3:54,45 Minuten vor dem Landshuter Gojko Nitschke sicherte.
Auf beachtlichem Niveau stand (zumindest bei den Besten) der Dreisprung:
Alois Schwarzmeier (1. FC Passau) siegte mit 15,95 m vor „Altmeister“
Hrvoje Verzi (LAC Quelle/15,67 m).
Als die abschließenden 4 x 400-m-Staffeln auf dem Programm standen,
öffnete der Himmel nach zwei Tagen mit subtropischer Hitze seine
Schleusen. Im Wolkenbruch und bei Sturmböen wurden die Staffeln
doch gelaufen – und die Zeiten der siegreichen Quelle-Staffeln
waren gar nicht so schlecht.
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Sonntag, 14:10
Das
mit Spannung erwartete Hürdenfinale der Männer konnte wie
erwartet Jan Schindzielorz (LAC Quelle) für sich entscheiden.
Mit seinen 13,98s war er aber nicht zufrieden, ließ aber trotzdem
den Zweitplatzierten Florian Schönbeck (LG Domspitzmilch Regensburg)
fast eine Sekunde hinter sich. Tobias Soller (SV Obertraubling), der
Jüngste und noch A-Jugendliche im Bunde, wurde Dritter mit 14,98s.
Das weibliche Pendant zu Schindzielorz ist Pamela Spindler (TSV Wolfrathshausen),
die ebenso souverän ihren Endlauf mit 14,12s gewinnen konnte.
Astrid Ziemendorf (LAG GAP) ist mit letzten Disziplin, dem 200m Lauf
zur mit Abstand erfolgreichsten Athletin der zweitägigen Bayerischen
Meisterschaften geworden. Knapp eine Stunde nach ihrem Sieg im Dreisprung
mit 12,32m entschied sie auch die 200m für sich. Hier fing sie
im Endspurt die führende Anja Wurm (LAC Quelle) noch ab und gewann
mit 24,33s vor der Fürtherin mit 24,65s.
Bei den Männer war die Entscheidung noch knapper: Hier rettete
der von Anfang an führende Björn Haupt (LAC Quelle) seinen
Vorsprung vor dem zuletzt stark aufkommenden Joachim Welz (TSV Schongau)
ins Ziel. Nur zwei Hunderstel trennten die beiden und Haupt gewann
in 21,95s. Clemens Biller (Spvgg. Auerbach/Streitheim) wurde mit 22,38s
Dritter.
Ein Oldie der bayerischen Leichtathletik, der 40jährige Robert
Demmel vom TSV Unterhaching, fügte seiner umfangreichen Medaillensammlung
eine weitere Goldene hinzu. Der Deutsche Zehnkampfmeister des Jahres
1994 gewann den Diskuswurf mit 52,46m vor den Brüdern Tschiers
(beide LG Domspitzmilch). Markus (31) wurde Zweiter mit 49,82, der
zwölf Jahre jüngere Maximilian Dritter mit 49,14m.
Im
Kugelstoß musste Demmel dann der Jugend den Vortritt lassen.
Robert Dippl, vor einigen Wochen bayerischer Junioren-Doppelmeister
in Passau gewann mit 16,90m vor Demmel mit 15,89m. Dritter wurde Michael
Natho mit 15,57m.
Auch bei den Schülern gab es schon einige Entscheidungen: Herauszustellen
ist hier der Sieg in der M14 im Weitsprung von Christian Freigang
(LG Röthenbach/Pegnitz) mit 5,88m. Er gewann schon gestern den
Hochsprung mit 1,77m.
Armin Huber, der Deutsche Schülermeister 2002 im Block Sprint/Sprung,
setzte sich imWeitsprung mit 6,30m durch. Fünf Zentimeter kürzer
flog Marco Henkel vom TS Lichtenfels auf Rang zwei, den er schon im
gestrigen 100m Sprint verbuchen konnte.
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Samstag, 20:00
Im
400-m-Lauf der Frauen siegte mit großem Vorsprung Sylvia Mauritz
(SV Gendorf Burgkirchen) in 54,76 Sekunden, spannender ging es im
400-m-Lauf der Männer zu, den der eben der Jugendklasse entwachsene
Franz Leidl (LG Domspitzmilch Regensburg) in 49,43 Sekunden vor Christian
Franz (LG 09 Landshut/49,56) gewann. Oliver Volkmuth, 2002 Doppelsieger
über 400 m flach und 400 m Hürden, wurde Fünfter, musste
also beide Titel abgeben.
Katrin Schönfeld (SWC Regensburg) war über 800 m Schnellste
in 2:08,44 Minuten vor Daniela Struckmeyer (LAC Quelle/2:10,05) und
der 18-jährigen Regina Schnurrenberger (FTSV Straubing/2:11,12),
bei den Männern steht der Endlauf über diese Strecke erst
am Sonntag auf dem Programm; die beste Vorlaufzeit erzielte der Neuseeländer
Jason Stewart (LAC Quelle) mit 1:49,72 Minuten.
Im Stabhochsprung drehte Christoph Völker (TS Lichtenfels) gegenüber
dem Vorjahr den Spieß um. 2002 war er Zweiter, diesmal siegte
er mit 5,10 m vor dem höhengleichen Titelverteidiger Florian
Schönbeck (LG Domspitzmilch Regensburg).
Zwei
Mehrkämpferinnen schnappten im Weitsprung der eigentlichen Favoritin
Astrid Ziemendorf (LAG Garmisch-Partenkirchen) den Titel weg. Andrea
Tittmann (MTV 1881 Ingolstadt) gewann mit 5,91 m vor der A-Jugend-Athletin
Gabi Kutscherauer (TSV 1880 Wasserburg/5,85 m) und Ziemendorf (5,84
m), die Rang drei wegen des besseren zweitbesten Versuchs vor Virginia
Zlucka (LAC Quelle/ebenfalls 5,84 m) behauptete.
Nicht
alltäglich: Zwei Schwestern gewannen auf der gleichen Strecke
Goldmedaillen. Bei den Schülerinnen W 15 siegte Andrea Heuberger
über 2000 m in 6:51,07 Minuten, in der Altersklasse W14 war ihre
ein Jahr jüngere Schwester Sarah Heuberger (beide LG Domspitzmilch
Regensburg) in 7:07,44 die Beste.
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Samstag, 18:25
Highlights
wie immer bei Bayerischen Meisterschaften: die Sprint-Endläufe
mit einem souveränen Sieger bei den Männern und einer hauchdünnen
Entscheidung bei den Frauen. Johannes Fischer (LAC Quelle Fü/Mü/Wü),
der deutsche Jugendmeister des Jahres 2001, gewann in 10,65 Sekunden,
nachdem er im Zwischenlauf mit 10,62 eine neue persönliche Bestleistung
aufgestellt hatte. „Dabei war ich noch ziemlich müde nach
der langen Heimreise von der Junioren-EM in Polen“, sagte Fischer.
18 Stunden war er von Bydgoczsz, wo er mit der ersatzgeschwächten
deutschen 4 x 100-m-Staffel im Vorlauf ausgeschieden war, bis nach
Hause unterwegs gewesen. Im Training vor den Titelkämpfen in
Aichach fühlte er sich deshalb nicht in bester Form, um so mehr
freute er sich über seinen Erfolg. Auf dem zweiten und dritten
Platz zwei A-Jugendliche: Joachim Welz (TSV Schongau/10,81) und Moritz
Mundschau (LAC Quelle/10,88). Mit Philipp Specht (LAC Quelle/5.),
Stefan Büttner (TS Lichtenfels/6.) und Clemens Biller (SpVgg
Auerbach/Streitheim/8.) hatten drei weitere Jugendsprinter den Endlauf
erreicht.
Bayerns derzeit beste Sprinterin, die Deutsche Jugendmeisterin Verena
Sailer (TV Kempten), war nicht am Start (bei der Junioren-EM im finnischen
Tampere hatte sie am Freitag im 100-m-Finale krankheitsgeschwächt
den sechsten Platz belegt) – da spitzte sich alles auf ein Duell
zwischen Anja Wurm (LAC Quelle Fü/Mü/Wü) und Astrid
Ziemendorf (LAG Garmisch-Partenkirchen) zu. Die Entscheidung fiel
tatsächlich erst auf den letzten Metern: Mit 11,86 Sekunden hatte
die Fürtherin im Ziel eine Hundertstelsekunde Vorsprung vor der
Garmischerin, die wenig später noch zum Weitsprung antrat. Anja
Wurm verbesserte ihre Saisonbestzeit um drei Hundertstel, Astrid Ziemendorf
stellte sie genau ein.
Überraschung über 400 m Hürden bei den Männern:
Der favorisierte Titelverteidiger Oliver Volkmuth (LG Domspitzmilch
Regensburg/53,48 Sekunden) musste sich Martin Hopf (LAG Mittlere Isar/53,10)
geschlagen geben. Über die gleiche Strecke bei den Frauen setzte
sich erwartungsgemäß die Vorjahressiegerin Ulrike Wellmann
(TSV Sonthofen) erneut durch. In 59,86 Sekunden blieb sie als einzige
eines kleinen Teilnehmerfeldes unter den Ein-Minuten-Marke.
Einen erfolgreichen Titelverteidiger gab es im Speerwurf der Männer:
Oliver Mehl (TSV Vaterstetten) gewann mit 65,28 m vor dem Zehnkämpfer
André Röttger (LAV Neustadt/64,52) und Stephan Seeck (LG
Domspitzmilch Regensburg/63,39 m).
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Samstag, 15:30
Ein goldenes Wochenende im Wurf kann schon am Samstag nachmittag der
LAC Quelle Fü/Mü/Wü verbuchen. Einen Tag nach dem Europameister-Titel
von Ulrike Giesa gewann Elisabeth Wallrapp Gold bei den Frauen in
Aichach.
Bei den Schülern A war die herausragende Leistung im Sprint der
M15. Hier gewann mit einer beeindruckenden Serie von 11,36s im Zwischenlauf
und 11,30s im Endlauf Maximilian Stechhammer vom TV 1860 Gunzenhausen.
Die Entscheidung um Platz zwei und drei ging mit einer Hunderstel
Vorsprung an Marco Henkel vom TS Lichtenfels, dem Vorjahressieger
der M14, vor Harry Meiler (LG München).
Den ersten Titel des Tages gewann Katharina Santa vom TV Türkheim
im Kugelstoßen der W14 mit 11,96m.
Im Sprint in der selben Altersklasse konnte sich Katharina Pfeiffer
(TSV Obernzenn) mit 12,52s gegn Theresa Wiedemann vom TuS Pfarrkirchen
(12,66s) durchsetzen.
Sie war damit sogar schneller als die Bayerische Meisterin der W15,
Eva Götz (LG Erlangen), die nur wenige Minuten später mit
12,64s ihren Endlauf gewann.
Schnellster Sprinter der M14 war Nicolas Prankl vom MTV 79 Ingolstadt
mit 11,69s.
Für ein weiteres Highlight bei den Schülern sorgte Sebastian
Franke (LG Altmühl-Jura) mit seiner Siegesweite von 12,67m im
Dreisprung der M15.
Hier spürt man den Einfluss von seinem Vater und Trainer Lutz,
der vor über 20 Jahren mit Sprüngen über acht Meter
zur Weitsprung-Weltklasse zählte. Sebastians Schwester Katharina
wird in einigen Stunden im Weitsprung das Geschwister-Ergebnis komplettieren.
Eine "gute alte Bekannte" in der bayerischen Leichtathletik,
Bianca Großer vom Team Wendelstein, gewann Gold im Kugelstoßen.
Leider lag sie mit 14,36m einen guten Meter hinter ihrer Vorjahresbestleistung.
Ihr größter Erfolg, der Gewinn der Bronzemedaille bei den
U20-Europameisterschaften in Riga liegt ziemlich genau vier Jahre
zurück.
Beitrag
von Martin Kallmeyer / Gerd Raithel auf den Seiten von blv-sport.de
Fotos
(von oben nach unten): German Hehn (LG Domspitzmilch Regensburg),
Jan Schindzielorz (LAC Quelle Fü/Mü/Wü), Robert Dippl
(TSV 1880 Wasserburg), Sylvia Mauritz (SV Gendorf Burgkirchen) und
Johannes Fischer (LAC Quelle Fü/Mü/Wü)