Regensburg,
2. September 2003 - Die Nachwuchsläuferinnen des Landesstützpunktes
Regensburg im allgemeinen und jene der LG Domspitzmilch Regensburg
im Speziellen haben in der abgelaufenen Saison vor allem durch ihre
zielgerichtete Arbeit überzeugt. In der Oberpfälzer Metropole
entwickelte sich gut ein dutzend ambitionierter Nachwuchsmittel- und
Langstreckler/Innen in den Händen eines Vereinstrainerteams und
Landestrainer Jörg Stäcker. Zielorientierung heißt
nichts anderes als " ein ganz fest bestimmtes Ziel als Leistungshöhepunkt"
festzulegen. Dafür ist eine genaue Planung nötig. Die Regensburger
Truppe richtet sich in der ersten Phase des Grundlagentrainings (September/Oktober)
stark an der Verbesserung der Grundkonditionierung, der Kraftausdauer,
der allgemeinen Beweglichkeit und der Bewegungskoordination aus. In
einer einfachen Darstellung sollen hier die ersten beiden Monate aufgezeigt
werden.
Kondition ist
nicht gleich Ausdauer
Nach einer vierwöchigen
Regenerationsphase mit aktivem Nichtstun kommen die Mädels und
Jungs in der Regel recht gut erholt ins Training zurück. Da die
diesjährigen Süddeutschen Meisterschaften erstens relativ
spät (9./10. August) und zweitens noch dazu im eigenen Stadion
waren, wurde der Wintertrainingsbeginn um eine Woche nach hinten verschoben
auf den 8. September 2003. Kernstück der ersten Wochen stellen
die Montag-, Mittwoch- und Freitageinheiten dar, dazu soll in diesem
Jahr durch zwei Einheiten im Kraftstudio (Dienstag und Donnerstag)
noch mehr für den Aufbau der Gesamtmuskulatur getan werden. Viele
regenerative Klein- bis Kleinsteinheiten füllen die Woche, wobei
auf Dauer das tägliche Training angestrebt wird. Mit dem Prinzip
der vielen kleinen und selbstständig erarbeiteten Einheiten hat
die Truppe schon in den letzten Jahren gute Erfahrungen gemacht. Ganz
klar soll hier der Unterschied zwischen Grundkonditionierung und Ausdauerentwicklung
herausgestellt sein. Grundkonditionierung stellt noch lange kein Ausdauertraining
dar, sollte aber unabdingbare Grundlage für eine dann später
einsetzende Ausdauerentwicklung sein. So werden auch alle Haupteinheiten
gemeinsam durchgeführt, fast schon ein wenig als "Laufstationenbetrieb"
zu sehen. Das Dauerlauftempo bewegt sich im absoluten Minimalbereich
und verbindet eigentlich nur die einzelnen Trainingselemente. Reine
regenerative Dauerlaufeinheiten werden natürlich dem jeweiligen
individuellen Vermögen der einzelnen Läufer/Innen angepasst.
Kerneinheit
1 -diejenige für die allgemeine Grundkonditionierung
Montags spielt
sich nach einem 20-minütigen Auftaktspiel und einer ausgedehnten
Stretching und Koordinationsarbeit (ca weitere 20 min) der Hauptteil
im Stadion ab. Auf einer Länge von ca 200 m wird ein Hindernisparcours
mit Balken, Hürden und Hütchen aufgebaut, den die einzelnen
Athleten/Innen so zu überwinden haben, dass die Muskulatur zwar
angespannt ist, aber in der Regel nicht hart und sauer wird. Wem die
Oberschenkel brennen, ist an die Sache zu scharf rangegangen. Die
Pausen werden auf dem Rest der Runden mit ganz, ganz lockerem Traben
hinter sich gebracht. Von einer einfachen Zehnerserie sollen sich
die Läufer/Innen über 2x8 auf 2x10 oder 2x12 Wiederholungen
innerhalb der ersten drei Wochen hocharbeiten. Die sehr langen Serienpausen
(etwa 15 min) werden mit einzelnen Kraftübungen (Medizinballschocken
und ähnlichem) in deren Mitte unterbrochen. Das Training beendet
ein Spiel.
Kerneinheit
2 -diejenige für die Kraftausdauer und Laufkoordination
Mittwochs werden
über ca 2 km Dauer ganz langsam speziell ausgesuchte Waldparcours
angelaufen. Dann folgt ein kurzes Dehnen. Innerhalb der nächsten
Stunde werden in den verschiedensten Geländestrukturen koordinative
Aufgaben in kleinen Serien erledigt. Die zurückgelegte Teilstrecke
sollte dabei eigentlich nie länger als 50 m sein. Die gestellten
Aufgaben gehen von Sprungkoordinationen über Treppenläufe
bis zu Bergauf-bergab-Sprints. Das Tempo zwischen den einzelnen "Spezialstücken"
ist absolut langsam. Schlecht Konditionierte können sogar gehen.
Nach dem Zurücklaufen über vielleicht ein bis zwei Kilometer
kann eine 10-minütige Athletik-Einheit, ein Spiel oder fünf
bis sechs spielerische Ni's über ca 100 m folgen.
Kerneinheit
3 -diejenige für die Laufkoordination
Freitags wird
zunächst etwas länger eingelaufen. Die Dehn- und Koordinationsviertelstunde
ist obligatorisch. Dann folgen Ni-Serien die von Woche eins bis drei
in der Anzahl gesteigert werden und zunächst über die Rasendiagonale
laufen, dann aber auch über leicht strukturiertes Gelände
mit kleinen Spezialaufgaben führen. Die Einheit wird von einem
längeren Spiel beendet.
Krafttraining
-Aufbau der Gesamtmuskulatur
Für alle,
die es zeitlich auf die Reihe bringen, steht erstmals in diesem Jahr
ein gezieltes Ganzkörperkrafttraining im Kraftstudio an (Dienstag
und Samstag). Diejenigen, die dies zeitlich nicht leisten können,
arbeiten mit 20- bis 30-minütigen Athletikeinheiten selbstständig
zu Hause. Die Einheit wird mit einem Regenerationsdauerlauf kombiniert,
wobei dessen Länge vom allgemeinen Trainingszustand des jeweiligen
Athleten abhängt.
Restprogramm
Der Rest der Woche
wird mit semispezifischen Regenerationseinheiten (je nach Trainingsstand
der/des Athlet/In) aufgefüllt
Wochenrahmenpläne
September 03
- 1. Trainingswoche
Mo. 8.9.03: - Einheit 1 mit 1x10 Hindernisläufen
Die 2 km einlaufen/dehnen - Einfacher Durchgang Krafttraining - 5
km DL reg
Mi.: Einheit 2
Do: semispezifische Regenerationsarbeit ca 45 min lang
Frei: Einheit 3 mit 2x10 Ni flach
Sa: 2 km einlaufen/dehnen - Einfacher Durchgang Krafttraining - 5
km DL reg
So. 14.9.03: 8 km DLreg
September 03
-2. Trainingswoche
Mo 15.9.03: Einheit 1 mit 2x8 Hindernisläufen
Die: 2 km einlaufen/dehnen - Zweifacher Durchgang Krafttraining -
5 km DL reg
Mi: Laktattest zur Bestimmung der anaerob/aeroben Schwelle
Do: semispezifische Regenerationsarbeit ca 50 min lang
Frei: Einheit 3 mit 3x8 Ni flach bis strukturiert
Sa: 2 km einlaufen/dehnen - Zweifacher Durchgang Krafttraining - 5
km DL reg
So 21.9.03: 10 km DLreg
September 03
- 3. Trainingswoche
Mo 22.9.03: Einheit 1 mit 3x7 Hindernisläufen
Die: 2 km einlaufen/dehnen - Zweifacher Durchgang Krafttraining -
7 km DL reg
Mi: Einheit 2
Do: semispezifische Regenerationsarbeit ca 60 min lang
Frei: Einheit 3 mit 3x10 Ni strukturiert
Sa: 2 km einlaufen/dehnen - Zweifacher Durchgang Krafttraining - 5
km DL reg
So 28.9.03: 10 km DLreg + 6-8 Sprints oder Steigerungsläufe über
je 80 m
September 03
- Regenerationswoche
Mo 29.9.03: entspannter Dauerlauf im leicht hügeligen Gelände
mit einer ca 70% Belastung (100% 0 Schwellentempo)
Die: frei
Mi: Einheit 2
Do: frei
Frei: entspannter Dauerlauf im leicht hügeligen Gelände
mit einer ca 70% Belastung (100% 0 Schwellentempo)
Sa: 2 km einlaufen/dehnen - Zweifacher Durchgang Krafttraining - 5
km DL reg
So 5.10.03: semispezifische Arbeit
Im Oktober soll
nun bereits mehr Wert auf die läuferische Ausbildung gelegt werden
Oktober 03
- 5. Trainingswoche
Mo 6.10.03: Laufeinheit über ca 45 min im hügeligen Gelände
mit Ni's, Bergsprints undSteigerungsläufen mit 20-min ein- und
auslaufen - Koordination in der Halle (ca 30 min im ermüdeten
Zustand mit leichter Aufgabenstellung) - Spiel
Die: 2 km einlaufen/dehnen - Zweifacher Durchgang Krafttraining -
5 km DL reg
Mi: längerer Dauerlauf im hügeligen Gelände im 75%
Bereich - Treppensprünge
Do: DLreg 50 min + 5 Steigerungen + Stretchen
Frei: Einheit 3 mit 2x10 Ni innerhalb eines 1-stündigen 75%en
DL im hügeligen Gelände
Sa: 2 km einlaufen/dehnen - Zweifacher Durchgang Krafttraining - 5
km DL reg
So: 12.10.03 8 km DLreg
Oktober 03
- 6. Trainingswoche
Mo 13.10.03: Laufeinheit über ca 45 min im hügeligen Gelände
mit Ni's, Bergsprints undSteigerungsläufen mit 20-min ein- und
auslaufen - Koordination in der Halle (ca 30 min im ermüdeten
Zustand mit leichter Aufgabenstellung) - Spiel
Die: 2 km einlaufen/dehnen - Zweifacher Durchgang Krafttraining -
5 km DL reg
Mi: längerer Dauerlauf im hügeligen Gelände im 75%
Bereich - Treppensprünge (erhöhte Anzahl)
Do: DLreg 50 min + 5 Steigerungen + Stretchen
Frei: Einheit 3 mit 3x7 Ni innerhalb eines 1-stündigen 75%en
DL im hügeligen Gelände
Sa: 2 km einlaufen/dehnen - Zweifacher Durchgang Krafttraining - 5
km DL reg
So 19.10.03: 10 km DLreg
Oktober 03
- 7. Trainingswoche
Mo 20.10.03: Laufeinheit über ca 45 min im hügeligen Gelände
mit Ni's, Bergsprints undSteigerungsläufen mit 20-min ein- und
auslaufen - Koordination in der Halle (ca 30 min im ermüdeten
Zustand mit leichter Aufgabenstellung) - Spiel
Die: 2 km einlaufen/dehnen - Zweifacher Durchgang Krafttraining -
7 km DL reg
Mi: längerer Dauerlauf im hügeligen Gelände im 75%
Bereich - Treppensprünge (erhöhte Anzahl)
Do: DLreg 60 min + 5 Steigerungen + Stretchen
Frei: Einheit 3 mit 3x10 Ni innerhalb eines 1-stündigen 75%en
DL im hügeligen Gelände
Sa: 2 km einlaufen/dehnen - Zweifacher Durchgang Krafttraining - 5
km DL reg
So 26.10.03: 10 km DLreg
Oktober 03
- Regenerationswoche
Mo 27.10.03: 60 min DL75%
Die: frei
Mi: leichtes Fahrtenspiel über ca 20 min innerhalb eines 70-min.
DL im hügeligen Gelände
Do: frei
Frei: 60 min DL75%
Sa: 2 km einlaufen/dehnen - Zweifacher Durchgang Krafttraining - 5
km DL reg
So 2.11.03: frei