Regensburg,
26. Juni 2004 (orv) - Hammerwurf, 800 m und der Stabhochsprung standen
im Mittelpunkt der diesjährigen Domspitzmilch Gala im Regensburger
Uni-Stadion. Gleich zu Anfang zeigte Betty Heidler (LG Eintracht Frankfurt)
mit 67,81 bei ihrem Sieg über die versammelte deutsche Hammerwurfelite
wer derzeit Herrin im Ring ist. Den gut bestzten 800 m Lauf der Männer
gewann mit Lokalmatador Raphael Kiess (LG Domspitzmilch Regensburg)
ein Außenseiter, der sich am Ende deutlich mit neuer persönlicher
Bestzeit von 1:50,58 durchsetzte. Favorit Jason Stewart (LG Domspitzmilch)
begnügte sich mit einem 1500 m Spurtsieg in 3:51,41. Die Schweizerin
Petra Pechstein übersprang bei den Frauen die vier Meter deutlich,
an 4,15 scheiterte sie nur knapp.
Bei
den Männern waren bei 5,50 mit Marvin Osei-Tutu (ABC Ludwigshafen),
dem Schweizer Meister Oliver Frey (Old Boys Basel) und Richard Möcks
(LSG Köllertal) noch drei Springer im Wettbewerb. Nach etlichen
knappest gerissenen Versuchen blieb's am Ende für das Trio bei
5,30. Die Landesmeisterschaften über 10.000 m gewannen Manfred
Dusold (LG Bamberg - 30:50,37) vor dem Regensburger Altmeister Hans
Hopfner (LLC Marathon Regensburg - 30:56,28) und die DM-Fünfte
Monika Schuri (LG Wehringen - 34:30,23) vor Eva Trost (LG Rupertiwinkel
- 35:15,58) und der Bestzeit laufenden Lokalmatadorin Andrea Stengel
(LG Domspitzmilch - 35:52,56).
Der Sonnenschein, der der diesjährigen Domspitzmilch Gala beste
Bedingungen bescherte, hatte sie verdient. Vier hundert Athleten/Innen
legten sich wie selten ins Zeug und sorgten für eine ganze Reihe
von Topergebnissen. Die Hammerwerferinnen begannen den Nachmittag
mit einer Serie von 65 Meter Würfen. Der ganz große Wurf
jenseits der 70 Meter wollte jedoch nicht gelingen. Betty Heidler
lag am Ende knapp vor Vorjahressiegerin Andrea Bunjes (SV Holtland
- 67,31). Die gesundheitlich etwas angeschlagene Domspitzmilch-Werferin
Manuela Priemer (5.- 65,15), bei der Gala noch nie so recht in die
Gänge gekommen, musste so ihrem Ruf treu bleiben und wird nun
alles auf die deutschen Meisterschaften setzen.
Jason
Stewarts Wechsel auf die 1500 m Distanz nahm natürlich dem 800
m Rennen der Männer etwas die Würze, zumal sich der letztjährige
süddeutsche Meister Eugen Schelestow (LG Domspitzmilch Regensburg)
beim Aufwärmen verletzte und tief traurig beim Rennen zuschauen
musste. Die Spannung aber blieb. Am Ende lag nicht der slowenische
Meister Domen Znidaric (2./150,80) vorne, auch nicht der österreichische
Staatsmeister Sebastian Resch (PSV Prefa Wels - 3./1:52,46), sondern
Junior Raphael Kiess, der sich mit tollen letzten 200 m auf kaum erwartete
1:50,58 steigerte. Kurz zuvor bei den Damen ein ähnliches Bild:
Die Dresdnerin Mandy Junghans begann das Rennen, als wollte sie die
zwei Minuten attackieren, die drei Domspitzmilch-Läuferinnen
Daniela Struckmeyer, Andrea Heuberger und Langstreckenass Susi Lutz
konnten da nur mühsam folgen. Am Ende hatte dennoch Daniela Struckmeyer
mit neuer Saisonbestleistung von 2:10,77 die Nase vorn, hart bedrängt
von der neuen B-Jugend Oberpfalzrekord laufenden Andrea Heuberger
(2:11,20). Dem hohen Anfangstempo Tribut zollend kämpfte sich
Susi Lutz mit ihrer zweitbesten jemals gelaufenen Zeit von 2:13,08
noch auf Platz drei vor.
Die Sprinter zeigten bei idealen Verhältnissen erneut schnelle
Zeiten. Zunächst markierte Hansi Fischer (LAC Quelle Fürth/M/W)
über 100 m ebenso wie sein Teamkollege Moritz Mundschau (2./10,73)
mit 10,60 einen neuen Hausrekord. Mundschau hielt sich über 200
m mit neuer persönlicher Bestleistung von 21,59 schadlos und
Hürdensprinter Jan Schindzielorz vom selben Team blieb nach Verletzungspause
endlich wieder einmal unter den 14 Sekunden (13,98).
Schade nur, dass die zweite Reihe noch viel zu wenig Notiz von solchen
Meetings nimmt. Der
deutsche 10.000 m Meister Oliver Dietz (LG Braunschweig) brachte es
nach seinem Solorennen über 3000 m in feinen 8:04,47 auf den
Punkt: "Um nach vorne zu kommen braucht Leichtathletik Deutschland
diese freien Meetings. Eigentlich haben wir Athleten es selbst in
der Hand. Ein bisschen Kooperation und die besten Rennen entstehen.
International ist doch die Luft für die meisten für uns
noch viel zu dünn."
Fotos: Jason Stewart
(LG Domspitzmilch), Marvin Osei Tutu (ABC Ludwigshafen)
und Andrea Heuberger (LG Domspitzmilch Regensburg)