Regensburg,
26. Juni 2004 (orv) - Wenn Leichtathletik Deutschland im Uni-Stadion
"Grüß Gott" sagt, ist für Domspitzmilch-Athleten/Innen
meist Stress pur angesagt. Persönliche Hilfsdienste in der Organisation
bis hin zum Taferlschieber, sportliche Ziele und die nur auf heimischen
Boden in dieser Form notwendige Wettkampfselbstständigkeit, weil
sich eben niemand aus der Domspitzmilch-Trainerschar speziell um die
Sportler kümmern kann, sind unter einen Hut zu bringen. Das Domspitzmilch-Team
hat dies bei seiner eigenen Gala wieder prächtig auf die Reihe
gebracht. Eine wahre Bestleistungsorgie des Laufteams und solide,
stabile Leistungen der anderen LG-Athleten dokumentieren das.
Langsprinter Stephan Klaßmüller war zwar ob seiner 22,31
nicht recht erbaut, weil er unbedingt die "21" vorm Komma
stehen haben wollte. Für die Regensburger Konkurrenz mit Simon
Lohner (SWC - 6./22,63) und Christian Wotruba (ESV 27 - 5./22,53)
reichte es aber dennoch. Trainings- und Teamkollege Oliver Volkmuth
resumierte nach seinen 52,74 über die 400 m Hürden, "
dass dies wohl sein bester Lauf überhaupt geworden wäre,
wenn er sich anstatt auf Sieger Stefan Böhnisch (MTV Ingolstadt)
wohl mehr auf die dann Schwierigkiten machenden Hürden Nummer
neun und zehn konzentriert hätte."
Obwohl
Coach Kurt Ring über die 800 m kurzfristig auf Flaggschiff Jason
Stewart (gewann später die 1500 m) und die Nummer zwei Eugen
Schelestow (verletzungsbedingt) verzichten musste, konnte er am Ende
zufrieden feststellen, dass auch der zweite Anzug passt: Platz fünf
für Altmeister German Hehn mit 1:53,60, Platz sechs für
Wolfgang Richter mit 1:53,86, Platz neun für Christian Siebach
mit 1:55,98 und auch Junior Johannes Gerhard blieb mit 1:59,77 noch
unter zwei Minuten. Über Sieger Raphael Kiess bleibt festzuhalten,
dass er immer nur dann glaubt, was er wirklich kann, wenn er es unmittelbar
auf der Großanzeige ablesen kann. Die war ausgerechnet bei seinem
Lauf ausgefallen, sein nach oben gerissener rechter Arm ließ
jedoch keine Zweifel aufkommen, dass ihm in diesem Moment in seiner
noch jungen Sportlerkarriere etwas Ungewöhnliches mit seinem
Sprung auf 1:50,58 gelungen war.
Bei den Damen musste sich das "Establishment" mit Daniela
Struckmeyer an der Spitze schon strecken. Rotzfrech griff Youngster
Andrea Heuberger vom Jahrgang 88 auf der Zielgeraden an, kannte kein
Pardon mit ihrer bereits weitaus renommierteren Teamkollegin Susi
Lutz, die ebenfalls noch der B-Jugend angehört, und markierte
am Sprung zum Sieg einen neuen B-Jugendrekord von 2:11,20 - vier Sekunden
schneller, als sie bisher gelaufen war.
Susi
Lutz hielt sich als Langstrecklerin gleich dahinter prächtig.
Mit Ziel deutsche Jugendmeisterschaften am nächsten Wochenende
in Jena sollte dieses Rennen eh nur zum Aufbau dienen. Mit Schülerin
Sarah Heuberger und der B-Jugendlichen Liesa Gläß markierten
noch zwei, die in Jena dabei sein werden, persönliche Hausrekorde.
Die Uhren blieben für Liesa Gläß bei 2:18,15 und für
Sarah Heuberger bei 2:20,80 stehen.
Die 10.000 m, zudem Landesmeisterschaften, sind eigentlich eine Domspitzmilch-Domäne.
Die Konstellation in diesem Jahr war aber nicht die beste. Viola Schäffer,
die sicher um den Titel mitgelaufen wäre, will sich in vierzehn
Tagen im fränkischen Roth im Ultra-Triathlon beweisen. Ein "Zehner"
passt da eben nicht mehr in die Vorbereitung. Und Dennis Pyka war
angeschlagen. Schon nach wenigen Runden kam das Aus, das Bein wollte
einfach nicht mehr. So war Rudi Salzberger bester Domspitzmilch-Läufer
auf Platz sieben mit 32:34,09. Dahinter gleich sein Teamkollege René
Manthee, der mit 32:49,11 den Landestitel bei den Junioren gewann.
Bronze ging an Bastian Müller (LG Domspitzmilch) mit 34:25,50.
Dieselbe Medaille ließ sich bei den Frauen eine überglückliche
Andrea Stengel (LG Domspitzmilch) umhängen. Der Grund für
solches Wohlbefinden: Mit 35:52,56 lief sie zum ersten Mal unter 36
Minuten. Teamkollegin Melanie Hohenester fand mit 37:20,73 (5.) fast
schon wieder zur alten Form zurück.
Hochspringer Andreas Götz ist zum konstanten Zwei-Meter-Springer
geworden. 2,02 waren es diesmal, 100 m Bestzeit und eine neue Marke
im Weitsprung ließ er mit 11,80 und 6,43 folgen. Mannschaftskollege
Christoph Rödter scheiterte noch an den zwei Metern (5./1,96).
Beim Stabhochsprung sah Oldie Gregor Neumann bei 4,90 riesig aus.
Dieser Sprung war gut und gerne 5,10 wert. Da er keinen weiteren solcher
Güte erwischte, blieben die 4,90 stehen. Stephan Wimmer bemühte
sich erstmal in diesem Jahr in sein angestammtes Revier, die Weitsprunggrube.
6,75 waren ein Anfang.
Fotos: Andreas
Götz, Raphael Kiess, Susi Lutz und Andrea Heuberger (alle LG
Domspitzmilch)