Regensburg,
11. Juni 2005 (orv) - Auch in diesem Jahr bewegte sich die Domspitzmilch
Gala im Regensburger Uni-Stadion wieder auf hohem Niveau. Die bayerischen
Meistertitel über 10.000 m holten sich eine unbedrängte
Monika Schuri (LG Wehringen) mit 34:32,62 vor den beiden Domspitzmilch-Läuferinnen
Fakja Hofmann (35:35,74) und Andrea Stengel (35:36,44) und der kenianische
Neuzugang des LLC Marathon Regensburg John Beikong, der sich am Ende
mit 30:04,68 als Bester einer starken Vierergruppe herausstellte.
Weitere Glanzlichter setzten die beiden Lokalmatadoren Raphael Kiess
und Jan Krauspe (beide LG Domspitzmilch Regensburg) mit ihren souveränen
Siegen über 1500 m und 3000 m in 3:49,44 und 8:18,35, die wieder
im Kommen befindliche Karin Ertl mit einem Doppelschlag über
100 m Hürden und im Weitsprung (13,66/5,98 - LAC Quelle Fürth/M/W)
und im Speerwurf Jana Woytkowska (Hallesche LAF) mit guten 57,36.
Die Sprinter kamen bei etwas zu kühlen Temperaturen nicht so
recht in die Gänge. David Schahbasian (LAZ Salamander Kornwestheim)
hatte über 200 m mit 21,85 die Nase vorn, Joachim Welz (TSV Schongau)
beendete seine längere Verletzungspause gleich mit einem Sieg
in 10,85.
Kühl war's im Uni-Stadion, zu kühl für überragende
Sprintleistungen, obwohl der Wind oft kräftig von hinten half.
Doch so richtig wollte der Knoten bei den schnellen Frauen und Männern
an diesem Tag nicht platzen. "Gala-Wetter eben", wie Sprecher
Norbert Lieske bemerkte, seines Zeichens auch als Präsident der
hiesigen LG Domspitzmilch verantwortlich für die nun schon neunte
Auflage des beliebten Meetings, wieder einmal reibungslos organisiert
und mit viel Lob versehen. Da durfte am Ende auch nicht der bei diesem
Event anscheinend unvermeidliche Regen fehlen, was die Langstreckler
vor allem in den abschließenden Meisterschaftsrennen über
lange 25 Runden eher recht kam, weil damit der störende böige
Wind abflaute und sich die Flut von oben sowieso nur als leichtes
Nieseln herausstellte.
Festzuhalten
ist, dass der neue bayerische Meister John Beikong kenianischer Natur
ist, kein Wort Deutsch spricht und erstmals aus einem der vielen in
Deutschland tätigen Rennställen kommt, die bisher vor allem
bei Straßenrennen den Ton angaben. Dies sorgte im Läuferfeld
durchaus für Irritationen, nicht zuletzt im eigenen Lager des
LLC, deren Freude sich am Ende in Grenzen hielt, weil ihr eigener
Altmeister Hans Hopfner (30:43,13) sich um die Bronzemedaille geprellt
fühlte und dies auch unüberhörbar kundtat. Medaillen
hin, Medaillen her, das Rennen war dennoch schnell und spannend, nicht
zuletzt deshalb weil der außer Konkurrenz mitlaufende Österreicher
Florian Prüller Jagd nach der U23-EM-Norm machte und dies auch
mit 30:06,68 schaffte. Hinter dem in bayerischer Wertung auf Silber
einkommenden Dennis Pyka (LG Domspitzmilch - 30:17,68) gelang auch
dem Jugendlichen Christian Glatting (LSG Aalen - 30:19,22) Ähnliches,
der nun zur Junioren-EM U20 nach Kaunas fahren kann. Bei den Frauen
hatte die deutsche Marathonmeisterin Monika Schuri keinerlei Mühe,
sich schnell vom Verfolgertrio Hofmann, Stengel und Petra Stöckmann
(TG Viktoria Augsburg) abzusetzen, wobei jene drei gut harmonierten
und am Ende komplett Hausrekorde ablieferten, alle unter den in Bayern
immer noch hochwertigen 36 Minuten. Dies freute vor allem die Augsburgerin
trotz "Blechmedaille" (vierter Platz) besonders, weil ihr
dies hier und heute zum ersten Mal gelungen war. Die Juniorenwertungen
blieben fest in Domspitzmilch Hand: Bei den Jungs stand erstmal Benedikt
Schäffer (35:14,52) im Duell mit Trainingskumpel Oliver Köhler
(35:43,57) ganz oben, bei den Mädels lief Christina Finsterwalder
ein unerwartet starkes Rennen in 37:05,26.
In
den wie immer stark besetzen Läuferfeldern konnten aus einheimischer
Sicht auch noch einige DM-Tickets gebucht werden, wobei bei vielen
dies schon die Zweitnorm war. Für Benjamin Bredl (LG Domspitzmilch)
allerdings nicht. Er brauchte die 53,04 über die 400 m Hürden,
nur zwei Hundertstel über seiner persönlichen Bestleistung,
um Anfang Juli in Wattenscheid dabei sein zu können. Den Sieg
musste er allerdings dem nun immer besser in Form kommenden Teamkollegen
Oliver Volkmuth überlassen, der am Ende mit 52,70 vorn lag. Landestrainer
Jörg Stäcker konnte sich erneut über zahlreiche Normerfüllungen
seines Block Laufs freuen, darunter auch die Domspitzmilch-Mädels
Liesa Gläß (4:44,51) und Sarah Heuberger (4:48,07) über
1500 m sowie Judith Lutz (wJB/ 10:37,60) und Laura Biehler (10:37,98),
die als 14-Jährige Schülerin im ersten Versuch überhaupt
die DM-Norm für die B-Jugend (16-/17-Jährige) packte. Pech
für Eva Ferstl (LG Domspitzmilch), die trotz neuer persönlicher
Bestleistung von 10:32,15 die DM-Norm der A-Jugend nur um zwei Sekunden
verfehlte, aber trotzdem dabei sein wird, weil sie jene über
die Hindernisse schon hat.
"Besonders freut mich, dass es bei solchen Meetings durchaus
auch ohne die ganz großen Bezahlstars geht, um Leichtathletik
der feinsten Form darzubieten. Viele Athleten der erweiterten deutschen
Spitze sind hier zunächst sicher besser aufgehoben als in den
B-Läufen der internationalen Events. Da können sie nämlich
das Siegen üben, etwas, was ihnen in letzter Zeit abhanden gekommen
ist", zog Domspitzmilch-Teamchef Kurt Ring am Ende eines kurzweiligen
Abend ein zufriedenes Resümee.
Fotos: Oliver
Volkmuth und Benjamin Bredl (LG Domspitzmilch Regensburg), Karin Ertl
(LAC Quelle Fürth), Sarah Heuberger (LG Domspitzmilch Regensburg)