Nominierungsliste bei Laufen.de fragwürdig

Orth_Helsinki_KiefnerRegensburg, 15. November 2012 (orv) – Sportlerwahlen stehen derzeit wieder hoch im Kurs. Da darf natürlich auch die Wahl zum /zur deutschen Läufer/in des Jahres auf Laufen.de nicht fehlen. Unter den acht beziehungsweise neun Nominierten sind die üblich Verdächtigen, selbstredend natürlich jene Top-Athleten, die Deutschland bei den Europameisterschaften in Helsinki und bei den Olympischen Spielen in London vertreten haben. Natürlich ist ein Quervergleich über verschieden Disziplinen immer schwierig. Die Wahl dabei den Leser/Innen , der sogenannten Community zu überlassen macht das Ganze nicht leichter.  Da wird dann über die von vielen Athleten/Innen inzwischen leidenschaftlich gepflegten persönlichen HP’s und Fanseiten auf Facebook kräftig Werbung in eigener Sache gemacht und so gern vergessen, dass die eigentliche Klasse eigentlich auf der Bahn oder Straße ermittelt wird und weniger mit dem „Stift in der Hand“.

Twittern, chatten und posten noch während der Veranstaltung ist mega-in. Geschichten müssen her, koste es, was es wolle. Bisweilen leidet darunter auch die Einschätzung der eigenen Leistung ganz gewaltig. Vermarkten ist wichtiger als schnell laufen und viele zählen wohl ihr Clicks auf ihrer Seite mehr als die gelaufenen Kilometer. Die Presse spielt diese Spielchen gerne mit, weil die moderner Gesellschaft jene Dinge anscheinend lieber lesen will, als klare, aber oft auch etwas spröde Ergebnisse. Nicht jeder Sieg ist gleichzeitig mit einer Heldentat verbunden, zumal dann, wenn besagte/r Läufer/in sich eine Ausnahmestellung erkämpft hat und niemand anderes, als den ersten Platz erwartet.

So ist denn auch jene bevorzugte Behandlung unserer mittelmäßigen deutschen Marathonläufer festzustellen, die derzeit von Fernsehen, Funk und Printmedien geradezu auf Händen getragen werden, obgleich sie den Bahnläufern, mit Ausnahme einer Irina Mikitenko, nicht im Entferntesten das Wasser reichen können. Befinden sich die Laufen.de nominierten Stadionspezialisten Carsten Schlangen, Sabrina Mockenhaupt, Arne Gabius, Antje Möldner-Schmidt, Gesa Felicitas Krause, Corinna Harrer, Florian Orth, Steffen Uliczka uns Diana Sujew in der Weltbestenliste der IAAF unter den besten 50 ihrer Disziplin, muss man in der Aufstellung für den Marathon lange suchen, um das erste Ergebnis mit einem deutschen Fähnchen zu finden.

Jan Fitschen nimmt mit seinen 2:13 Position 395 ein und Kollege Sören Kah liegt 78 Plätze dahinter auf Rang 473. Beide haben in 2012 weder einen nationalen Titel gewonnen noch einen internationalen Einsatz gehabt. Wenn man schon unbedingt etwas vergleichen will, was schlecht vergleichbar ist, dann sollte man wenigsten die fachspezifischen Aspekte besser gewichten und die sprechen ganz gewaltig allein schon gegen die Nominierung der beiden deutschen Marathonis. Sollte jener, derzeit von mindestens drei PR-Lokomotiven gezogene Jan Fitschen letztendlich auch noch zum „Läufer des Jahres“ gewählt werden, spräche dies nicht gerade für den Fachverstand jener „Community“ auf Laufen.de.