Juli: Zwei 1500m Dramen in Helsinki

KollerJonas1-JWM-2012_HenselfotoAm Schlusstag der EM waren die Regensburger Erwartungen keine geringen. Zu gut waren die Vorstellungen von Coco Harrer und Flo Orth am Tag zuvor gewesen. Das 1500m Finale der Frauen eröffnete den Sonntag und Coco Harrer war mittendrin. Mittendrin bis eingangs der letzten Runde – dann kam sie außer Tritt, verlor nur wenige Meter ihre Linie und fand sich plötzlich ganz hinten. Erst eingangs der Zielgeraden rappelte sie sich noch einmal zusammen, rettete wenigstens Platz neun mit einer 4:10,38 und war fortan untröstlich. Wenig später sah das Publikum bei den Männern ein Steherrennen der besonderen Art. Als dann alle 300m vor dem Ziel losstürmten war auch Florian Orth dabei. Eingangs der Zielkurve wurde es dann ganz eng – zu eng für Florian Orth, der den Halt verlor und stürzte.

Platz elf hinterm fast kompletten Feld, eine tiefe Risswunde am Arm waren nicht das, was vorher in der Orth’schen Agenda stand. Pleiten, Pech und Pannen – dieser Tag sollte eigentlich in der Telis-Chronik so nicht passiert sein! Da waren eine Woche später die Landesmeisterschaften in Erding (7./8.7.) zum „Cool-down“ bestens geeignet. Sechs Titel sammelten die Telis-Leute auch ohne Orth, Harrer und Kock. Lediglich Philipp Pflieger holte sich nach der EM auch noch den weißblauen 1500m Titel. Ebenso ganz oben standen Pam Spindler (100m H), Simon Ziegler (Stabhoch) Manuel Ziegler (Weit) und die beiden Jugendlichen Franziska Reng (U18 – 3000m) und Anna-Maria Riss (U20 – Weit). Silber schafften Sebastian Zundler (800m), Matthias Küsters (Stabhoch) Mario Saur (400m H) Manuel Ziegler (Weit), Bronze Sabine Hoja (Weit) und der U18-Mann Andreas Schmidt über 1500m.

Der 10. Juli war Jonas Kollers Tag. 25 schwere Runden warteten bei der U20-WM in Barcelona auf den Regensburger. Am Ende zog er sich mit Platz 17 als fünfbester Europäer achtbar aus der Affäre. Eine Woche nach den Landesmeisterschaften der Aktiven, U20 und U18 waren die U23-Junioren/Innen und U16-Schüler/Innen in Hösbach (14./15.7.) dran. Manuel Ziegler schwang sich im Drei- und Weitsprung zum Doppelmeister (U23) auf. Steffi Perfler gewann in derselben Klasse die 3000m, die beiden 14-jährigen Schülerinnen Amelie Panzer (800m) und Jacqueline Sterk (Weit) holten ebenfalls Gold. Drei Mal Silber durch Simon Ziegler (Stab U23), Tim Englbrecht (3000m M15) und Maximiliane Fleischer (Weit U23), sowie Bronze für Matthias Küsters (Stabhoch U23) kamen noch dazu.

Am dritten Juli-Wochenende ging‘s in Mönchengladbach um die nationalen Jugendtitel. Gut  zehn Tage nach dem schweren WM-Rennen rettete ein schon etwas müder Jonas Koller zumindest U20-Bronze über 5000m, Franziska Reng wurde in der U18 Siebte über 3000m mit einer schönen 10:18,13. In einer absolut spannenden Langstaffelentscheidung der Männer verbesserte das 3x1000m-Trio Felix Plinke, Philipp Pflieger und Florian Orth als knapp geschlagene Zweite ihren eigenen bayerischen Rekord um satte sieben Sekunden auf 7:05,57, die zweite Telis-Staffel mit Sebastian Zundler, Jonas Zweck und Erik Somssich lief ebenso tolle 7:15,18 auf Rang acht. Das Damen-Trio mit Anna Plinke, Maren Kock und Jana Soethout überraschte auf Platz sechs mit einer feinen 6:35,51.

Am Ende des Monats wies Corinna Harrer mit feinen 2:00,87 über 800m und einer nicht ganz so guten 4:06,95 über 1500m, beides erzielt in gemischten Rennen Olympiareife nach. Die Deutschen Juniorenmeisterschaften fanden ohne Titelverteidigerin Corinna Harrer statt. Die Olympiavorbereitung ließ einen Start in Kandel (28./29.7.) nicht sinnvoll erscheinen. Trotzdem gab es durch Maren Kock über 5000m und Manuel Ziegler (Drei) den erwarteten Titel-Doppelpack. Steffi Perfler wurde Achte über 5000m.