Für den Herausgeber des Spiridon „verharrt“ Corinna Harrer zu lange auf der Mittelstrecke

36438_harrer_c_dm12_foto_kiefnerRegensburg, 2. Februar 2013 (Kurt Ring) –  Interessant ist, was Spiridon-Herausgeber Manfred Steffny in seiner Februar-Ausgabe zur Weiterentwicklung der Regensburgerin Corinna Harrer sagt. Die verharre auf der falschen Distanz und gibt dazu gleich einmal die Richtung an: Corinna Harrer wird nach Ansicht Steffnys Probleme mit den Schallmauern 2:00 und 4:00 Minuten bekommen, wo doch eine Zeit weit unter 15 Minuten über 5000m für sie kein Problem sein sollte. Erstaunlich für mich deshalb, weil der selbsternannte Laufpapst meinen Schützling weder kennt, noch weiß, wie viel und was sie trainiert. Erstaunlich auch deshalb, weil er sie schon in diesem Jahr hinter drei Kenianerinnen und drei Äthiopierinnen einreihen würde, ihr aber auf den 1500m „ungedopt“ nur Mittelmaß zutraut. Erstaunlich auch deshalb, weil er mit mir als sicherste Informationsquelle nie ein Wort gewechselt hat.

Manfred Steffny lebt anscheinend immer noch in der vorwissenschaftlichen Welt des Dr. van Aaken, wo länger und langsamer trainieren noch besser trainieren hieß. Ich kann ihm versichern, dass bei Coco Harrer auch in diesem Jahr weniger subjektiv-emotional und mehr objektiv-leistungsdiagnostisch gesteuert die Form stimmt. Wo es dann in den nächsten Jahren streckentechnisch hingehen soll, bestimmt immer noch das Gespann Athletin-Trainer. Wir können Herrn Steffny beruhigen: Wenn wir auf den 1500m nicht mehr als ein Halbfinale auf höchster Ebene für möglich hielten, hätten wir schon längst die Strecke gewechselt. Ist das dann wirklich einmal der Fall, wird es beim komplexen Trainingsansatz der Regensburgerin sehr schnell gehen und hoffentlich dann auch relativ reibungslos, wie die Ausflüge auf die 10km schon in den letzten Jahren zeigten.

Das Gespann Harrer-Ring beschäftigt sich nicht mit Prognosen „unter 2:00“ oder unter „4:00“, die letztendlich von der Qualität überhaupt nicht vergleichbar sind. Coco Harrer stellt sich einfach, wenn es soweit ist, an die Startlinie und rennt. Prognosen überlassen wir anderen, die es sowieso immer besser wissen. Die können inzwischen ihre nationalen Heroen auf den Königsdisziplinen der Langstrecke feiern. Wenn die Zeit reif ist, wird sich Coco Harrer auch dort zeigen, nicht um dabei zu sein, sondern um zu gewinnen. Manfred Steffny und seine Lieblinge der Langstrecke sollten sich inzwischen überlegen, warum sie international immer weniger erreichen und national von einer jungen Mittelstrecklerin regelmäßig auf ihren Paradestrecken düpiert werden. Im Übrigen, in der Regensburger Talentschmiede wachsen inzwischen auch gestandene Langstrecklerinnen, die wir eher als Läuferinnen bezeichnen, heran, die auch, wie die Beispiele Christiane Danner und Maren Kock zeigen, die Mittelstrecke gut können. Sie trainieren alle nach demselben Prinzip läuferisch sehr komplex.