In Sachen Crosslauf brachte Dornstetten keine Fortschritte

Englbrecht_Cross-DM13_volkefotoRegensburg, 11. März 2013 (orv) –  Irgendwie mochte im Industriegebiet der kleinen Schwarzwald-Gemeinde Dornstetten am Samstag nicht die richtige Stimmung aufkommen, als Deutschlands Laufgemeinde ihre Besten im Bereich Crosslauf ermittelte. Bei gefühlt zweieinhalb echten Zuschauern auf einer leider wieder einmal schlecht einsehbaren Strecke ohne Wahrnehmung einer breiten Öffentlichkeit verschwand eine in anderen Nationen hochgeschätzte Spezies von Laufveranstaltung im Niemandsland, lieblos moderiert und hemdsärmelig präsentiert.

Damit soll dem örtlichen Ausrichter kein Vorwurf gemacht werden. Aus seiner Sicht gab er sich größtmögliche Mühe, die deutsche Lauffamilie zu empfangen. Es ist nicht seine Sache, zu entscheiden, ob Umfeld, eigene Menpower und fachliche Erfahrung ausreichen, um ein nationales Championat auszurichten. Das hätten im Vorfeld die zuständigen Gremien im Deutschen Leichtathletik-Verband klären müssen. Dass man für eine professionelle Ausrichtung von Deutschen Crosslaufmeisterschaften zunächst einmal in erster Linie viel Geld in die Hand nehmen muss, wissen wir in Regensburg nach erfolgreichen Meisterschaftstagen 2001, 2002 und 2006 sehr wohl. Es nützt in diesem Zusammenhang auch wenig, die Verantwortlichkeit auf einen „ausrichtenden“ Landesverband zu schieben und dann zu behaupten, man hätte hier nur zehn bis höchstens zwanzig Prozent Einflussmöglichkeit.

Deutsche Meisterschaften sind Meisterschaften des Deutschen Leichtathletik-Verbandes. Sie einfach in untergeordnete Verbandsstrukturen zu delegieren, kommt eines „Händewaschens in Unschuld“ gleich. Wer schon einmal Cross pur bei  Crosslauf-Europameisterschaften erleben durfte oder auch die Tatsachenberichte von britischen Meisterschaften verfolgt hat, ahnt schnell, dass diese Qualität von amateurmäßig arbeitenden örtlichen Ausrichtern oder Landesverbandsstäben nicht zu stemmen ist.

Der Deutsche Leichtathletik-Verband stellt sich derzeit zu Recht die Frage, warum ihm die jungen Leute davon laufen. Anstatt sich in tiefgründigen pädagogischen oder soziologischen Diskussionen zu verlieren, braucht sich der Deutsche Leichtathletik-Verband nur eine Frage zu stellen: „Was tun wir eigentlich gegen den Aderlass?“ In Fragen Veranstaltungsmanagement der gängigen Meisterschaftsformen ist die Antwort relativ schnell gefunden. Und sie kann nur heißen: „Eigentlich nichts“

Das Instrumentarium dazu hat er mit seiner hundertprozentigen Tochter DLP. Sponsorengelder zu generieren ist die eine Sache, in seine eigenen Veranstaltungen in weiser Kooperation mit den Interessen der örtlichen Ausrichter zu investieren eine andere. „Wir würden uns gerne eine Veränderung wünschen, die finanziellen und personellen Ressourcen reichen aber leider nicht aus“, meint dazu Frank Kowalski, Direktor des DLV-Referats Veranstaltungsmanagement und beschreibt damit eine Situation der Ohnmacht, die Böses für die Zukunft erahnen lässt.