Bedeutendes im Sport ist oft schwer zu verstehen

Regensburg, 28. Juni 2013 (orv) –  Heut morgen bin ich beim Studieren meiner geliebten Tageszeitung wieder ins Grübeln gekommen. Sie müssen wissen, ich bin Ruheständler und was sollst du eigentlich um neun Uhr morgens sonst machen als Zeitunglesen. Als spezialisierter Zeitungleser gelingt es mir inzwischen bestens, mit einem Schlag Teil eins des Blatts beiseite zu legen. Den lese ich ab und zu wenn ich Zeit habe und da Ruheständler alles andere als Zeit haben, les ich ihn eigentlich nie. Teil zwei, das ist es, das ist der Teil mit dem Sport. Meine Passion, meine Leidenschaft. Zurzeit bin ich jeden Tag froh, wenn der nicht auf der ersten Seite geschwärzt ist.


Warum? Das ist eigentlich ganz einfach. Auf Seite eins des Sports steht immer der Fußball, das heißt bei uns die Bundesliga und wenn die nicht spielt, zumindest ein Länderspiel und wenn die auch nicht spielen, zumindest die kleinen Probleme der Spieler. Das ist allemal weltbewegend. Momentan haben es aber die Redakteure wirklich nicht leicht. Die Bundesliga hat Pause und Weltmeisterschaften sind auch keine. Zum Glück gibt’s noch den Confed-Cup. Ich weiß zwar nicht um was es da eigentlich geht. Wichtig scheint der aber schon zu sein, weil viele Menschen dabei protestieren und die brasilianische Regierung Wasserwerfer einsetzt.

So richtig ergiebig ist dieser Confed-Cup dann aber doch nicht. Erstens ist Brasilien weit weg, zweitens spielen unsere Jungs, die Deutschen nicht mit und drittens ist den Redakteuren der hiesigen Welt dann doch wahrscheinlich der heimische Biergarten lieber als eine Reise an die Copacabana, auch dann anscheinend, wenn’s bei uns immer noch sibirische Temperaturen hat. Gott sei Dank gibt’s da noch den Götze, den unser aller Mario, jetzt im heiligen Kral der Bayern angekommen und somit auch ein Weiß-Blauer – pardon natürlich Roter. Der hat doch glatt im weltweiten Web verkündet, dass er „ein neues Kapital“ beginnt und dann gemeint, dass er sich verschrieben hat, es müsste doch „Kapitel“ heißen.

Dem Himmel sei’s gedankt, sonst hätten wir an einem nicht einmal schwarzen Freitag schon die erste Teilschwärzung gehabt und auch dem Regensburger Geschäftsmann sei gedankt, der sich im Maracana-Stadion, in Brasilien versteht sich, schon vorsorglich einen Sitzplatz für alle Gelegenheiten und für sündteures Geld gekauft hat und ihn jetzt nicht benutzen kann, weil die Brasilianer anlässlich der WM im nächsten Jahr gleich das ganze Stadion wieder an den Weltverband verkauft haben. Verstanden habe ich das Ganze nicht so ganz und der Weltverband wohl auch nicht, sonst hätte er wohl die Anfrage meiner geliebten Tageszeitung beantwortet. Jetzt verklagt ein einzelner Regensburger gleich die ganze brasilianische Regierung – echt cool!

Und weil das so ist, bin ich um eine weitere Teilschwärzung auf Seite eins herumgekommen. Die gehört nämlich dem Fußball und sonst niemanden. Na, ganz stimmt das nicht. Ein paar monumentale Ersatzdrogen gibt es dann doch noch für die Seite eins. Zum Beispiel die Tour de France. Da sagt man, die ist so schwer, dass man sie ungedopt nicht packen kann. Deshalb hat man sie nun zum hundertsten Geburtstag noch schwerer gemacht. Es kann doch nicht sein, das neunzig Prozent der Fahrer bisher nur gedopt waren. Wenn, dann sollten es schon alle sein, zwecks der Chancengleichheit versteht sich. Deshalb stimmt auch, dass Jan Ulrich zwar gedopt hat, aber niemand betrogen hat. Jetzt auch uns Ahnungslosen nicht, weil wir jetzt wissen, dass die Tour so schwer ist, dass sie alle dopen müssen. Und dann kann man niemand mehr betrügen, wenn man das macht, was alle machen. Auch dann, wenn’s verboten ist.