Telis-Asse derzeit national nicht zu bremsen

3000m-Start1-DM-Analyse volkefotoRegensburg, 9. Juli 2013 (orv) –  Regensburgs Läufer fallen derzeit in den Medien auf, nicht nur bei ZDF und Eurosport, bei der „Süddeutschen“ oder der FAZ, sondern auch ganz allgemein jedem, der sich mit der Lauferei etwas beschäftigt. Regensburgs Läufer sind nämlich sehr erfolgreich, jung und dynamisch und stets zum Medaillensammeln bereit. Unlängst auch wieder in Ulm bei den Deutschen Meisterschaften der Leichtathleten. Gleich elf Regensburger, darunter natürlich auch Regensburgerinnen, landeten in den Laufdisziplinen unter den besten Sieben, fünf davon sogar auf den Medaillenrängen. Das ist so viel, wie die traditionellen Hochburgen in Leverkusen, Wattenscheid und Frankfurt nicht einmal zusammen auf die Reihe bekommen. Und mit Coco Harrer hat man auch gleich noch die zukünftige Strahlefrau in seinen Reihen, erst 22 Jahre alt und schon fünffache Deutsche Meisterin drinnen wie draußen.


In Ulm schlug sie über 1500m nach 2011 und 2012 trotz Widrigkeiten im Vorfeld erneut souverän zu. Ihre Teamkollegen Maren Kock, Philipp Pflieger, Florian Orth und Carolin Aehling sorgten für weitere vier Medaillen aus Silber und Bronze. In den 5000m-Endläufen traten die Blauen mit acht bei den Männern und vier bei den Frauen fast schon in Rudelstärke an, zum Großteil ganz junge Leute, die alle noch keine berühmten Namen haben, aber schon in sehr jungen Jahren die Qualifikation zu den „Großen“ schaffen.

Hinter vorgehaltener Hand flüstert man sich zu: „Die trainieren sehr hart, mehrmals am Tag sogar.“ Eine aus dem DLV-Kader 800m meinte sogar: „Abartig, unverständlich.“ Die Regensburger wundern sich. Sie empfinden alles inzwischen als zwar anstrengende, aber auch stets anregende Rennerei mit Gleichgesinnten und so manch abartiger Trainingsansatz hat sich dann stets als leicht machbar herausgestellt, wenn man nur will. Wer nach Regensburg in dieses uralte und auf den ersten Blick so gar nicht perfekte Ambiente eines Trainingsumfeldes kommt, der will. Vorgewarnt, von vielen, die es besser wissen und sich nicht trauen. Nämlich einmal vorbeizuschauen und einmal mitzumachen im Rudel der über dreißig Wilden, wo einer den anderen puscht, aber auch einer den anderen tröstet, wenn’s mal nicht so läuft.

Einen Platz im Athletenhaus haben sie nun wieder frei, aber keiner unter Deutschlands Jungtalenten will derzeit das Angebot annehmen. So, wie eine Caro Aehling im letzten Jahr, die inzwischen zweifache Deutsche Meisterin mit den Telis-Teams geworden ist und einzeln einmal Silber und zweimal Bronze abgeholt hat. Es scheint eben zu hart zu sein, die Lauferei hier an der Donau. Eigentlich schade, weil der Weg zu den Blauen meist immer auch ein Weg zum Erfolg ist. Die Entwicklung der U23-Schiene in diesem einen Winter mit dem Alt-Regensburgern Jonas Koller und Jonas Fischer und den Neuen Fabian Alraun, Moritz Steininger, Valentin Unterholzner und Thea Heim kann als erstaunlich bezeichnet werden. Zehn Regensburgerinnen laufen inzwischen unter zehn Minuten über 3000m, elf der männlichen Sparte unter 15 Minuten über die 5000m. Die Aufzählungen ließen sich noch locker erweitern.

Die da unten an der Donau sind weder medaillengeil, noch erfolgsneurotisch. Es passiert einfach, dass sie vorne landen, weil schnell Rennen für sie einfach schön ist und das Gewinnen eigentlich auch. Von den bisher acht ausgetragenen Mannschaftswertungen im Cross und im Halbmarathon haben sie in der U23 und bei den Aktiven sieben gewonnen. Bei der achten waren sie nicht dabei. Der Herbst steht schon wieder vor der Tür. Da gibt’s noch 10km und Marathon. Auch da werden sie wieder dabei sein. Nicht überall und in jeder Klasse, aber sehr häufig. Also, Läuferinnen und Läufer in Deutschland, wer sich verändern will, das einsame Laufen durch die Prärie satt hat, schaut mal vorbei. Dann wird sich beschnüffelt und wenn’s zusammenpasst, dann wird gerannt – gemeinsam und schnell.

 

DLV Bericht 1
DLV Bericht 2
DLV Bericht 3
Stimmen vom zweiten Tag

MZ Bericht
BLV Bericht
Videointerview mit Christophe Charyguet