Mit 34 Top ten Platzierungen in der Männer/Frauenbestenliste topt die LG Telis Finanz den Rest Deutschlands

3000m-Start1-DM-Analyse volkefotoRegensburg, 29. August 2013 (orv) –  Es ist ja nicht so, dass die Saison langweilig gewesen wäre und ich einfach eine Beschäftigung gebraucht hätte. Nein, irgendwie habe ich immer noch Statistikerblut in den Adern. In meinen jungen Jahren hatte ich über zehn Jahre die Bestenlisten unseres kleinen Bezirks geführt. Nun werfe ich des öfteren meine Blicke in die von Eberhardt Vollmer liebevoll betreute deutsche Bestenliste, die man, dem Internet sei’s gedankt, von Woche zu Woche betrachten kann. Als Teamchef der LG Telis Finanz möchte ich natürlich wissen, wo meine Schäflein so stehen im nationalen Vergleich. Dass es in diesem Jahr ein paar Top-ten Plätze mehr sein würden, wussten wir schon, dass es am Ende so viel, nämlich ganze 34 sein würden, hat uns dann doch überrascht. Apropos Ende, das ist für uns, dem Läuferclub, noch gar nicht erreicht. Die 10km auf der Straße und der Marathon, von uns bisher ignoriert, stehen noch aus. Da könnte dann schon noch die eine oder andere Platzierung dazukommen.


Und weil man in der Saisonpause Zeit hat, will man natürlich wissen, wie man zu den anderen steht, den Großen im Geschehen. Namen wie TSV Bayer Leverkusen oder der TV Wattenscheid waren für uns bisher unfassbare, die große deutsche Leichtathletik eben. Das sind sie sicher mit einigen anderen klangvollen Namen immer noch. Irgendwo müssen sie natürlich herkommen, die WM-Heroes von Moskau. So war auch das Zählen eher nur ein Ansatz, wie weit wir noch weg sind von den großen Zentren. Die Mannheimer mit ihren Sprinterinnen, die Leverkusener mit ihren Speerwerferinnen und den Stabis oder der TV Wattenscheid in einigen Disziplinen flößen uns immer noch den ganzen Respekt ein. Wir selbst hatten es in diesem Jahr nicht einmal zu einer WM-Nominierung gebracht, aber unsere guten Läufer/Innen wurde ein bisschen Hintergrund zwar immer mehr, so dass am Ende nun fast zwei Handvoll B-Kader und ein C-Kader zusammenkommen.

Lassen wir also die Zahlen sprechen. Nach genauerem Zählen hat’s weder der TS Bayer Leverkusen mit bisher 30 Top ten Platzierungen, noch die LG Eintracht Frankfurt (29) oder TV Wattenscheid (25) geschafft, uns heuer zu übertrumpfen. Da sind wir dann doch ein wenig stolz darauf. Wie meinte schon Tono Kirschbaum, Cheftrainer des TV Wattenscheid, nach unseren sieben nationalen Titeln bei den im März stattfindenden Deutschen Crossmeisterschaften: „Genießt den Augenblick, da könnt ihr euch nur noch zurücklehnen und das Glück auskosten.“ Die Saison selbst lief dann nicht ganz so wie wir uns das in unseren Träumen ausgemalt hatten. Unsere großen Vier, jene, die im letzten Jahr auch bei der EM dabei waren, kriselten im Sommer ein wenig. Gut genug für die ersten Zehn in verschiedenen Disziplinen waren sie aber dann doch noch. So findet man dort eine Corinna Harrer trotz Seuchenjahr vier Mal und einen Philipp Pflieger auch so oft.

Der ehemalige DLV-Präsident Professor Helmut Digel würde uns ein Läufernest nennen, andere sagen dazu Zentrum. Es nicht das Geld oder die Trainingsbedingungen, die die jungen Leute heuer bei uns so zusammengeschweißt hat, es ist die Chemie und das liebevoll zusammengesuchte Umfeld, was die „Blaue Macht“ so stark gemacht hat. Man schenkt hier den Nobodys, als die sie kommen, Vertrauen und sie zahlen mit Leistung zurück. So waren es denn die starken U23-Junioren/Innen die den Schub von 24 Nennungen in 2012 auf bisher zehn mehr verursacht haben. Dabei musste der Verlust von Spitzenkräften wie Hürdenläuferin Pamela Spindler (Karriereende) und Weitspringerin Michelle Weitzel (Vereinswechsel) auch noch verkraftet werden.

Genauso, wie man bei den Regensburgern aufgehört hat, die Medaillen bei den Landes- und Deutschen Meisterschaften zu zählen, wird man aufhören, diese Top ten Plätze über zu strapazieren. Es werden in den nächsten Jahren sicher wieder einmal ein paar weniger und dann wieder ein paar mehr sein. Was aber bleiben wird, ist die Tatsache, dass wir unseren jungen Athleten/Innen den Glauben schenken, dass sie Gute sind. Dafür trainieren sie alle mit sehr viel Freude sehr, sehr hart und auch viel. Wie meinte ein C-Kader aus einem anderen Verein, der im Auslandstrainingslager vier oder fünf Regensburger trainieren sah: „Abartig, dass man das trainieren kann.“ Ich, in meiner Aufgabe als Headcoach, finde das nicht: „Die Amis, Briten und Afrikaner machen nichts anderes, von den japanischen Langstrecklern ganz zu schweigen. Ich muss keinen Athleten zu irgendetwas zwinge. In der Regel muss man viele davon noch bremsen.  Masse und immer besser werdende Klasse in meinem Team geben mir nicht erst seit gestern recht.“