Bundestrainer Henning von Papen bilanziert

Harrer-Medaille Hallen-EM13 MZRegensburg, 23. Oktober 2013 (orv) –  Da liegt sie nun auf meinem Tisch, Schwarz auf Weiß oder besser gesagt Bunt auf Weiß, die Mittelstreckenanalyse für die deutschen Damen in der Zeitschrift „Leichtathletik“. So recht vorwärts gegangen ist es in diesem Jahr dabei nicht, weder über 800m noch über die weitaus stärkeren 1500m. Und wie so immer gilt dann das Prinzip „Hoffnung“ für das nächste Jahr. Als persönliches Highlight gesehen hat Bundestrainer Henning von Papen „das Ergebnis der U20-EM mit Bronze für Christina Hering sowie Platz fünf und sieben für Katharina Trost und Christine Gess. Ebenso hat mich die Entwicklung von Diana Sujew auf 8:47 über 3000m gefreut. Das ist ein wichtiger Grundstein für die 1500m.“ Kein Wort zu einer gewissen C.H. aus R., der deutschen Meisterin über die dreidreiviertel Runden der letzten drei Jahre.


Es ist ja nicht so, dass er jene C.H. aus R. nicht kennen würde oder dass sie in diesem Jahr total enttäuscht hätte. Der Wirbelwind aus dem Süden der Republik hat trotz enormer gesundheitlicher Turbulenzen in wichtigen Phasen der Saison erneut die beste Bilanz aller deutschen Mittelstrecklerinnen trotz des WM-Vorlaufs von Diana Sujew und ihrer eigenen verpassten WM-Teilnahme. Angegangen ist es im Januar mit einem Länderkampfsieg in der Glasgower Halle über 1500m, gefolgt von der Titelverteidigung bei der Hallen-DM über 3000m, einer überragenden Silbermedaille bei der Hallen-EM über 3000m, dem erfolgreichen Team-EM-Einsatz über 3000m, dem dritten Titelgewinn bei den Deutschen Meisterschaften auf ihrer Spezialstrecke und der erneuten Silbermedaille über 1500m bei den Junioren-Europameisterschaften der U23 in Tampere.

Dagegen steht die Bilanz der „Leichtathletik Nummer eins“ Diana Sujew, wobei festgehalten werden muss, dass die Neu-Hamburgerin zusammen mit ihrer Schwester in Regensburg hoch geschätzt wird: ein zweiter Platz über 1500m bei der Hallen-DM, ein Vorlaufausscheiden bei den Hallen-Europameisterschaften über die gleiche Distanz, der dritte Platz bei den Deutschen Meisterschaften über die gleiche Strecke in Ulm und die WM-Qualifikation mit einer etwas schnelleren Zeit als die Regensburgerin sie abliefern konnte. Wer die nackten Zahlen nun gegeneinander aufwertet, wird zu einem anderen Urteil kommen als „Leichtathletik“.

Die Zeitschrift bemüht sich indessen gerade, die Regensburgerin aus den Zeilen zu schreiben, kommt aber nicht umhin, festzuhalten, dass die Bilanz über 800m rückläufig ist. Wir erinnern uns: Sie war auch im letzten Jahr nicht besser, außer eben einer gewissen C.H. aus R., die mit ihren 2:00,34 deutlich schneller war als die anderen, von denen keine unter 2:02 lief, wie eben heuer auch. Das war auch in den Nachwuchsjahren jener C.H. nicht anderes. Reihenweise sammelte sie sie Silber und Bronze bei den verschiedenen Nachwuchseuropameisterschaften, dreimal Edelmetall mit den Cross-Mannschaften noch dazu.

Den Wert jener C.H. aus R. hat Langstrecken-Bundestrainer und Teamchef Lauf Wolfgang Heinig sehr wohl erkannt: „Mein Highlight war der zweite Platz von Corinna Harrer bei der Hallen-EM in Göteborg und der Sieg von Sabrina Mockenhaupt beim 10.000-Meter-Europacup.“ Das ist sicher auch eine kleine emotionale Bestätigung, warum sich das „System Harrer“ für das kommende Jahr in den Langstrecken-Kader „versetzen“ ließ. Man mag hier wohl die Regensburger mehr als auf der Mittelstrecke. Ein kleiner Beweis am Rande noch: Die heuer kometenhaft über 1500m nach vorn gestürmte Deutsche Juniorenmeisterin Thea Heim, auch aus Regensburg, wurde trotz geschaffter Kadernorm von 4:15,54min von der Abteilung Mittelstrecke für die Kadernominierung 2014 schlicht übersehen, obwohl noch ein Platz frei bleibt.