Die Neuen bei den Blauen

hallmann s crossdm06 foto2 kiefnerRegensburg, 25. Dezember 2013 –   Weihnachten ist immer auch die Zeit des Schenkens. Wir, von der LG Telis Finanz wurden auch 2013 reichlich beschenkt. Plötzlich standen sie vor der Tür, die Neuen. Deutschlands derzeit führender Club im Laufbereich ist keiner, der im Herbst auf Einkaufstour geht. „Wir möchten, dass Neue bei uns eine Perspektive für eine Weiterentwicklung sehen, mit Geldscheinen wedeln ist da keine Methode“, sagt Teamchef Kurt Ring zur Regensburger Philosophie, „natürlich spricht man ab und an junge Athleten/Innen an, deren Profil zu uns passen würde und bei den wir uns zutrauen würden, sie weiterzuentwickeln. In der Regel kommen sie aber ganz alleine auf uns zu.“ So war es auch in diesem Jahr.
Jonas Beck, ein talentierter U23-Mann aus Heilbronn, wollte im Herbst Studium mit ambitioniertem Laufen verbinden und ergatterte sich dabei auch gleich noch einen freigewordenen Platz im Regensburger Athletenhaus. Altmeister Sebastian Hallmann wollte seine große Karriere mit weiteren Teamtiteln füllen. In Regensburg gibt’s dazu reichlich Gelegenheit und Vorbild für junge Läufer zu sein, ist auch nicht das Schlechteste. Trotz eines dramatischen Nicht-Läufer-Aderlasses im Vorjahr wollten partout auch drei Techniker zu den Blauen. Zum einen das talentierte Speerwurf-Geschwisterpaar Emanuel und Tamara Koncar, zum anderen Stabhochspringer Fabian Laukam aus Münster, seit Herbst Psychologiestudent in Regensburg, der die Lücke des abwandernden Lukas Schwaiblmair schließen kann.

„Über den ehemaligen 13:26-Mann Sebastian Hallmann groß über seine sportlichen Erfolge zu erzählen, hieße Eulen nach Athen zu tragen. 2000 hauchdünn an der Olympiateilnahme gescheitert hat der Münchner ein illustres Sportlerleben hinter sich. „Es wird dich überraschen“ begann er seine Offerte knapp vor dem Wechselschluss und die Regensburger nahmen das Geschenk gerne an. Ein wenig „Frischfleisch“ brauchen sie in der neuen Saison dann doch. Sebastian Reinwand, in seiner Regensburger Studienzeit mit einer 14:03 und einer 29:47 zum stattlichen Langstreckler herangewachsen, kehrt 2014 auch berufsbedingt in seine fränkische Heimat nach Roth zurück und Erik Somssich, der Kölner im blauen Trikot, der noch in diesem Jahr mit veritablen 30:34 über die 25 Runden und der Teilnahme bei den Deutschen Meisterschaften in Ulm über die halbe Distanz aufgefallen war, beendet seine Karriere, teils wegen der immer wieder schmerzenden Achillessehne, teils aber auch wegen der enormen beruflichen Belastung als Versicherungsagent.

„Jonas Beck und Sebastian Hallmann sollten die Lücke, die beide hinterlassen, schließen können“, sagt Trainer Ring, dem vor allem der Jüngere am Herzen liegt. Zwar mit der Erfahrung von zwei Höhentrainingslagern in Flagstaff und St. Moritz in diesem Jahr behaftet, aber doch gehandicapt durch eine mitgebrachte Stressfraktur am Fuß, braucht der Württemberger vor allem Zeit, um Anschluss ans komplexe und sehr trainingsintensive Telis-Modell zu finden. Mit den „Trainingsneuen“ Jonas Zweck – einer, der in diesem Jahr unbedingt die 5000m unter 15 Minuten packen will – und dem weiteren Neuzugang Max Sperl – einem erst neunzehnjährigen, laufspezifisch hochtalentierten Triathleten – sollte ihm das leichter fallen.

Mit den beiden Landshuter Neuzugängen, Christopher Juhas (Jg. 94 – 5000m/15:45min) und Sebastian Viehbeck (Jg. 95 – 3000m/9:22min) – beides Schützlinge von Unterholzner-Trainer Werner Forster -  hat die LG Telis Finanz weiteres Entwicklungspotential im U23/20-Bereich. Dieser Altersklasse gehört auch Annalena Stich aus Miesbach an, die natürlich nicht die Lücke, die eine Corinna Harrer in der U23 hinterlässt, schließen kann, aber zumindest mit Steffi Perfler und der in diesem Jahr so stark auftrumpfenden Thea Heim wieder ein veritables U23er-Team bilden wird. Die Oberbayerin, die in der Domstadt BWL studiert, läuft die 3000m bisher in 10:16,95 und führt damit heuer die bayerische Bestenliste in der U20 an.

Waren es in den letzten Jahren immer die Mädchen, die im Nachwuchsbereich die Telis-Fahne besonders hoch hielten, werden es 2014 immer mehr die Jungs sein, die das Stockerl permanent in Besitz nehmen werden. Zu den beiden U18-Assen Tim Englbrecht und Lamin Traoré kommt Stich-Bruder Kilian dazu, der als neuer U20-Jugendlicher schon eine breite Palette von 1:56,56 (800m) über 4:08,48 (1500m) bis zu einer 34:17 (10km Straße) aufweisen kann. Im letzten Moment ist auch Bayerns stärkster M15-Läufer über 800m Johannes Merker (2:01,73min) dazugekommen, der von Heim-Trainer Norman Feiler trainiert wird.

Zu allerletzt hat noch die Langstrecklerinnen-Abteilung der LG Telis Finanz Zuwachs bekommen. Die Mönchengladbacherin Monika Rausch, an der Bundeswehr Akademie in Neubiberg studierend, will ihren Traum von einer Marathon-Zeit unter drei Stunden bei den nächsten Deutschen Meisterschaften, wieder auf der gewohnten Strecke in München verwirklichen. Bisher hat sie eine 37:45 über 10 Kilometer stehen. Nachdem auch Mikki Heiß bei Einstieg in die W40 noch einmal angreifen will, die deutsche Vizemeisterin Julia Galuschka und die Deutsche Meisterin 2011 Steffi Volke immer stärker werden, sollte der Verlust des dreimal hintereinander gewonnenen Teamtitels (2010-12) in diesem Jahr nur ein Intermezzo gewesen sein. Ebenfalls in München hat berufsbedingt die Kölnerin Nina Kunz eine Heimat gefunden. Ihr großes Ziel ist die Teilnahme über 5000m bei den nächsten Deutschen Meisterschaften in Ulm. 2011 ist sie die 3000m schon unter zehn Minuten gelaufen (9:58,13min).