Wer heute etwas schreibt, braucht Weihrauch dazu

Regensburg, 06. Januar 2014 –   So, so, ein paar von den Münchnern warten schon wieder auf unsere nächste Räucherung – Selbstbeweihräucherung sagen die dazu. Zumindest hat sich ein gewisser Herr so dazu auf Facebook geäußert. Und weil heute Heilig Drei König ist, ist auch heute genau der richtige Tag dafür. Da ziehen nämlich drei Weise durch’s Land und weihen Häuser und Menschen. Und weil wohl eine „Home“page auch was mit Heim oder Haus zu tun hat, wollen wir an dieser Tradition festhalten, auch wenn wir das mit dem Weihrauch gleich selbst in die Hand nehmen, eben sozusagen eine Selbstbeweihräucherung durchführen, auf das es uns im Neuen Jahr wieder so gut geht wie im alten.


Den Weihrauch, den haben wir vom letzten Jahr noch aufgehoben. Es war ja schließlich genügend da. Das mit den drei Königen ist aber doch nicht so einfach gewesen. Natürlich hätten wir Personal zu Hause, aber erstens haben die, denen diese Ehre zukommen würde, tatsächlich beim Jahreswechsel die Hax’n hoch gelegt und wollten einfach noch nicht rennen. Also mussten wir uns den ersten der drei Könige gleich mal in München suchen und nachdem sich der Basti Hallmann an Silvester in der Münchner Heimat noch einmal Ruhm und Ehre verdient hat, hat er den Königsvertrag bei den Blauen angenommen und wandelt seitdem an der Donau. Den zweiten, den haben wir extra bei den Silvesterläufen in nicht erwähnt. Guter Vierter ist er geworden, der Julian Flügel in Bietigheim. Nomen est omen sagt der Lateiner dazu. Er ist am Schluss eben vorbeigeflogen am Clemens Bleistein, dem Münchner. Ob das vielleicht am Namen liegt – Blei ist schwer und Stein ist schwer und schwer ist im Endspurt einfach nicht gut. G’freut hat uns des schon – wieder vor einem Münchner. Jetzt brauchen wir natürlich noch einen dritten König. Brav muss er sein und farbig. Da haben wir Gott sei Dank selbst einen im Repertoir, aus dem Morgenland quasi, den Jonas Koller. Na ja, nicht ganz! Eigentlich ist er schon fast seit der Geburt bei uns und Morgenland geht auch nur, wenn man Äthiopien dazu zählt. Gut war er in Trier als sechsbester Deutscher allemal, also königsgeeignet.

Mein Spezl, der Norbert, eigentlich Präsident unser aller Blauen, hat gemeint, ich hätte mir nicht so viel Mühe machen müssen zwecks der Könige. Im Zeichen der Emanzipation hätten es da auch Königinnen getan. Gleich drei von Trier hätte ich da g’habt, aber es wär‘ halt keine Schwarze - pardon Mohrin klingt so blöd und Farbige mag ich jetzt auch nicht mehr sagen , ja halt keine mit einer dunklen Hautfarbe dabei gewesen. Und die Coco wollt sich pardout nicht schwarz anmalen lassen und außerdem, stinkt der Weihrauch so, sagt sie. Also ist dieses Personal trotz Emanzipation, nicht in Frage gekommen, obwohl’s einfach soooo guat war’n, sauguat wie mir in Bayern sag’n, dort oben in Trier.

Und so müssen heute einfach die Buam räuchern, weihräuchern halt und weil’s über sie selber geht, sagen die Münchner eben „Selbstbeweihräucherung“ dazu. Auf das unsere Freunde in der Landeshauptstadt was zum Lesen haben. A propos, das mit den Königinnen wäre sowieso nicht gegangen, weil ich plötzlich vier gehabt hätte. Die Thea, eine weitere Münchnerin im blauen Hemderl hat den Münchner 15km-Lauf gestern, also unmittelbar vorm Weihen gewonnen und damit auch schon fast die ganze Serie. Sauguat war’s die Rengschburgerin aus München, wie halt immer. Auf das wir wieder etwas zum Selbstbeweihräuchern hab’n.

 Ihr Florian Grantlhuber