vom bayerischen Kulmbach aus in die Welt hinaus

PriemerManuela5 gala04 kiefnerSchwandorf, 28. März 2014 (Hartmut Schweitzer) - 1990 bat Simone Mathes (UAC Kulmbach) den damaligen Präsidenten des Bayerischen Leichtathletik-Verbandes, Hartmut Schweitzer, als damals B-Jugendliche, dass er sich beim Deutschen Leichtathletik-Verband dafür einsetzen möge, dass Hammerwerfen für Frauen, Juniorinnen und Jugend Meisterschaftsdisziplin bei deutschen Titelkämpfen werde.Beim DLV-Verbandstag am 20. April 1991 in Karlsruhe stellte der bayerische Landesverband den Antrag hierzu. Hammerwerfen für die weiblichen Altersklassen wurde mit überwältigender Mehrheit in das Wettkampf- und Meisterschaftsprogramm des DLV aufgenommen.

 

In Bayern gab es bisher lediglich vier Damen, die über 60m geworfen haben. Simone Mathes, die nach Jahren der Stagnation in München und Leverkusen 2003 ins kleine Kulmbach/Stadtsteinach zurückkehrte, warf 2004 den noch heute gültigen bayerischen Rekord von 67,97m. Kirsten Münchow (2000 Olympia-Bronze) trainierte zwei Jahre in Kulmbach und erlebte dort den größten Teil ihrer sportlichen Entwicklung. Sie hält heute noch mit 66,84m den bayerischen U23-Rekord. Auch Manuela Priemer(U23-EM-Bronze, WM- und EM-Teilnehmerin) warf mit ihrer Allzeit-Bestleistung von 67,24m jahrelang in der deutschen Spitze  mit. Mit Betty Gabler kam eine weitere bayerische Hammerwerferin knapp über die 60m-Marke.
 
Der BLV führte schon 1991 Bestenlisten für Frauen, weibliche Jugend A und B, sowie W 14. Diese wurde bei den Frauen von Held, LAC Quelle Fürth, mit 41.20m, bei der wJA/B von Simone Mathes, UAC Kulmbach, mit 45.78m bzw 59,62m angeführt.1992 finden erstmals Landesmeisterschaften innerhalb der weißblauen Grenzen für Frauen, Juniorinnen, WJA und WJB, und Süddeutsche Meisterschaften in Schweinfurt statt (22./23.8.). Simone Mathes holte sich den Titel bei den Frauen, Juniorinnen und der wJA und wurde außerdem Süddeutsche Meisterin. 1993 warfen in Duisburg (9.-11. Juli) erstmals Frauen um den Titel einer Deutschen Meisterin.Es gewann Simone Mathes mit 53,36m ebenso wie bei der weiblichen Jugend A mit 51.32m (Dortmund 2.-4. Juli). Bei der B-Jugend siegte Kirsten Münchow/LG Ports Westfalica) mit 50,96m. Sie holte sich den Titel auch bei den Juniorinnen in Berlin (4./5. Sept.).
 
Anlässlich der Europameisterschaften vom 18.-23. August 1998 warfen erstmals die Damen den Hammer. Es gewann Melinte (Rumänien) mit 71,17m, die auch ein Jahr später bei den ersten Weltmeisterschaften in dieser Disziplin (20.-29.8.) in Sevilla in dieser Disziplin mit 75.20m siegreich war.Erste Olympiasiegerin wurde in Sydney (22.9.- 1.10.2000) Skolimowska (Polen) mit 71.16m. Simone Mathes, mehr als 10mal Deutsche Meisterin, bestritt 15 Länderkämpfe, war WM-, EM- und EC-Teilnehmerin, gewann bei der Juniorinnen-EM (10.-13. Juli 1997 in Turku/FIN) mit 64.38m Silber und war mit ihrem Trainer Martin Ständner Wegbereiterin für das Hammerwerfen der Frauen, weiblichen Jugend und Juniorinnen.