Wenn der Zweck die Mittel heiligt

Regensburg, 29. März 2014 (orv) – „Fein zu hören, dass es im Hotel der meisten Spitzenathleten in Iten (Kenia) eine Dopingkontrolle gab, die Engländer inklusive. Mo Farah wurden kontrolliert, während die Läufer aus bestimmten anderen Ländern (nicht die Kenianer) einfach durch die Fenster abgehauen sind... Solange IAAF und WADA gegen solche Zustände nichts unternehmen und die ehrlichen Athleten weiter für dumm verkaufen, können sie sich ihre Antidoping-Bemühungen schenken. Konsequenzen würden mich nämlich sehr wundern“, postete Wilhelm Lilge, einflussreicher Macher in der österreichischen Laufszene auf seiner Facebookseite. Bestätigt hat diesen Vorfall auch ein Läufer, der mit dem DLV zur selben Zeit vor Ort war. Er hat sogar erfahren, dass in der Regel alle kenianischen Spitzenathleten/Innen vierzehn Tage vorher Bescheid wissen, wenn eine Dopingkontrolle anfällt. Dass man Dopingmittel völlig rezeptfrei im afrikanischen Laufparadies kaufen kann, haben Journalisten schon im letzten Jahr ans Tageslicht gebracht.

 

Im Bruderkampf mit Äthiopien wird auch auf dem schwarzen Kontinent wohl jede Karte aus dem Ärmel geholt, die möglich ist, zumal ein sozialer Aufstieg über schnell erzielte Lauferfolge im Hochland von Afrika eine ganz andere Wertigkeit als in Europa haben und gewonnenes Preisgeld auch einen höheren Wert. Die etwas lasche Haltung im Kampf gegen Doping mit der etwas anderen Einstellung zur Wahrheit nutzen indessen wohl nicht nur die Einheimischen, wie das Beispiel von Wilhelm Lilge zeigt. Ein deutscher Trainer, der fast ein Jahr als Austauschlehrer in Eldoret tätig war, kann diese besondere Wahrheit in einem anderen Sachzusammenhang nur bestätigen. International vermutet man schon lange, dass in afrikanische Nationalmannschaften bei Junioren-WM‘s fast alle älter sind als das Reglement zulässt. Besagter Trainer meinte: „Wer es zu den richtigen Weltmeisterschaften nicht schafft, betrachtet einfach Junioren-Weltmeisterschaften als weitere Möglichkeit ins Blickfeld von Managern und damit ans große Geld zu kommen. Das eigentliche Alter spielt dabei keine Rolle.“

Dazu fällt derzeit auch die hohe Affinität von äthiopischen Asylsuchenden zum Laufsport auf, die plötzlich auf Deutschlands Flughäfen auftauchen. Nachgefragt, warum die alle für ihr angegebenes Alter so alt ausschauen, erfährt man von Insidern, die die Szene kennen: „Als Jugendlicher kannst du nicht gleich wieder abgeschoben werden.“ Inzwischen haben die Jungs aus Ostafrika die deutsche U20-Laufszene voll im Griff und ein Ende der afrikanischen Infiltration ist nicht abzusehen. Es spricht sich anscheinend herum in Äthiopien, dass im fernen Deutschland in Sachen Geld und Ausbildung was geht, wenn man schnelle Beine hat. Den Leichtathletik-Funktionären gefällt diese Entwicklung in allen Fällen nicht, Mittel dagegen haben sie bisher keine. Einigen mag das sogar recht kommen, weil deutsche/r Läufer/in eben international nur mehr bedingt konkurrenzfähig ist.

Ein bis zwei Jahre später reisen jene politisch verfolgt ins Land geschwemmten Afrikaner ohne jegliches Risiko in ihre alte Heimat und sei es nur zum Zwecke des Höhentrainings. Zu jenen „afrikanischen Wahrheiten passt auch der Fall „Caster Semenya“. Ob nun wirklich ganz Frau, weiß so keiner recht genau. Der durchgeführte medizinische Geschlechtstest bleibt "under cover", trotz eines augenscheinlich männlichen Aussehens und der tiefen Stimme der 800m Weltmeisterin von 2009.

Natürlich sind all diese Wahrheiten schon längst bekannt, Schnee von gestern also. Also, machen wir es so wie die berüchtigten drei siamesischen Affen: Augen zu , Ohren zu, Mund zu, heißt, ich will nichts sehen, nichts hören und nichts wissen. Zudem ist doch der moderne Weltklassesport, medial auf allen Kanälen präsent, viel zu berauschend. Karl Marx hat einmal gesagt „Religion ist das Opium des Volkes“. Im 21. Jahrhundert kann man das Wort „Religion“ getrost mit dem Wort „Sport“ vertauschen.Der Zweck heiligt eben die Mittel.