Gegenwind macht so manchen Sprintertraum zunichte. Die Lösung ist der Wechsel der Laufrichtung

Sparkassengala13 Sprint-Damen KiefnerfotoRegensburg, 11. Mai 2014 (orv) –  Der Wind, der Wind, das himmlische Kind seufzten noch vor etlichen Jahren die Skispringer, wenn wieder einmal ein Wettbewerb auf der Kippe stand oder sogar irreguläre Ergebnisse zu Stande kamen. Der Wintersport hat in den letzten Jahren so einige Probleme gelöst. Innovativ, experimentell und immer auf Fortschritt bedacht. Die Mutter aller Sportarten, die Leichtathletik, tut sich mit solchen Änderungen schwer. Meist bleibt alles beim Alten und damit auch problembeladen. So ist es derzeit auch immer noch mit der Rückenwindregelung beim Sprint.

 

Über Weiten und Stilnoten müssen sich Skispringer nicht für internationale Events qualifizieren, allein der Vergleich zählt. Sicher, der Wintersport hat den Weltcup, die Leichtathletik kann da mit ihrem Instrument, der Diamond league nicht dagegen halten. So zählen denn für Olympia-, EM- und WM-Normen die nackten Zahlen. Damit das Ganze nicht zur Farce wird, schränkt man es mit einem Windlimit bei 2,0 m/s Rückenwind ein. Darüber ist dann eben unerlaubt und nicht Bestenlisten reif, darunter eben gültig. Im negativen Bereich des Gegenwinds gibt es dagegen keine Regelung. Man schätzt, dass 1,0 m/s Wind in etwa 0,1sec Leistung entspricht, entsprechend der Windrichtung eben mehr oder weniger.

Skisprungschanzen kann man nicht einfach umdrehen, Topevents nicht mir nichts dir nichts Standort technisch verlegen, Wie heißt es so schön, der Wintersport ist eine Freiluftsportart, also den Witterungsverhältnissen ausgeliefert. Und die sind mal so und mal so. Die Leichtathletik ist das auch. Aber auf Grund der einfacheren Sportstätten kann man schnell mal eine 100m-Gerade umdrehen. Beim Skispringen hat man in Hinblick auf die Fairness gegenüber allen Teilnehmern die Windregel mit Bonus- und Maluspunkten eingeführt. In der Leichtathletik wäre das noch viel einfacher. Hier gibt’s in den Finals der besten Acht immer den direkten Vergleich. Wer zuerst im Ziel ist, hat gewonnen.

Die Normenhysterie könnte man mit ein ganz einfachen Bonus-/Malusrechnung bestens in den Griff bekommen und auch die Bestenlisten würden dann ein objektiveres Bild erhalten. Bei den Straßenläufen hat man das über Brutto-/Nettozeit auch geschafft. Warum eigentlich nicht im Sprint. Es wäre einfach und auch für die Zuschauer leicht durchschaubar, viel leichter als beim Skispringen. Die Technik der Zeitmessung hätte mit solchem Schnickschnack keine Probleme. Die Windmessung ist inzwischen der elektronischen Zeitmessung automatisch angeschlossen.

Mit einem Schlag wäre der ganze Stress von den Sprintern weg. Vernünftige 0,0+/-RW/GW-Berechnungen würden für Objektivität sorgen und am Ende würden die besten Drei einer Trial-Ausscheidung oder von Deutschen Meisterschaften zu den Topevents fahren. All das würde möglich sein, kein Geld kosten, alles nur besser machen und eigentlich im Kernbereich des Wettbewerbs nichts verändern. Warum geht da also nichts? Die Schranke scheint in den Köpfen der Funktionäre zu sein. So lange das so ist, werden eben immer noch Sprintrichtungen umgedreht, obwohl dies gar nicht nötig wäre. Gott sei Dank hat man inzwischen zumindest genehmigt, dass die umgekehrte Richtung nicht auf der Gegengerade stattfinden muss, sondern auch auf der Zielgeraden vor der Haupttribüne stattfinden darf. Bei der Sparkassen Gala wird man zum Wohle der Sprinter im Falle eines Ostwindes diesen Versuch unternehmen, auch wenn’s am Ende ein bisschen komisch ausschauen wird. „Ja, wo laufen sie denn hin, die schnellen Frauen und Männer ….