Ich hab's einfach mal ausprobiert und umgesetzt

Pflieger-portrait13 kiefnerfotoRegensburg, 19. Juni 2014 (www.philipp-pflieger.de) - Es gibt Momente im Sport, da stehst du im Ziel und fragst dich was denn da bitte gerade passiert ist. So ein Moment war am vergangenen Samstag Abend. Ich stand nach 10.000m im Ziel und konnte nicht fassen, dass ich eine neue persönliche Bestzeit von 28:40,27min aufgestellt hatte. Wenig - eigentlich nichts - hatte darauf hingedeutet und doch bin ich so schnell gerannt. Natürlich habe ich mich voller Elan ins Rennen geworfen, ohne Rücksicht auf Verluste, es war die letzte Gelegenheit einen Angriff auf die DLV-Norm für die EM in Zürich über die 10.000m zu unternehmen, aber war ich mir sicher? Nein, nicht im geringsten, aber scheinbar kann der Glaube an sich selbst gelegentlich doch beinahe Berge versetzen. Die Norm habe ich trotzdem um 5,27s verpasst, aber ich will auch nicht vermessen sein.


Ganz ehrlich: vor ein paar Wochen hielt ich das ganze Unterfangen noch für eine Art Himmelfahrtskommando. Das Training lief mehr als zäh, die Aufbaurennen waren gelinde gesagt eher mau und die Vorbereitungszeit lief davon. Das Rennen vom Wochenende und der 4. Platz im internationalen Feld bestärken mich mit meinem Trainer im Winter die richtige Entscheidung getroffen zu haben, die Saison nicht abzuschreiben, sondern zu kämpfen. Erst im Wasser, auf dem Radergometer und im Kraftraum, dann Schritt für Schritt zurück ins Lauftraining. Es hat lange gedauert und ein paar Nerven gekostet, aber plötzlich scheint wieder vieles möglich. Aufgeben ist nicht! Ich freue mich auf den restlichen Sommer und was alles noch kommen mag. Vielleicht führt mich mein Weg doch noch nach Zürich, wer weiß das schon...