Steffi Volke, Julia Galuschka, Mikki Heiß, Moni Rausch wollen Marathon-DM rocken

Volke1 DM10km2014 VolkefotoRegensburg, 4. Oktober 2014 (orv) –  Herbstzeit ist Marathonzeit, vor allem dann, wenn am 12. Oktober in München abermals der Startschuss zu den Deutschen Meisterschaften auf der längsten olympischen Distanz fällt. Die Damen von der LG Telis Finanz Regensburg sind wie im Vorjahr auch wieder dabei. Diesmal schaut es nach Vollbesetzung aus, weil neben der vorjährigen Vizemeisterin Julia Galuschka auch wieder die Titelträgerin von 2011 Steffi Volke und Telis Urgestein Mikki Heiß, die ebenfalls 2012 schon einmal Silber in ihren Händen hielt, an der Startlinie stehen werden sofern in den letzten acht Tagen nichts mehr schief läuft. Vierte im Bunde ist Marathon-Nesthäkchen Moni Rausch, die unbedingt erstmals unter drei Stunden bleiben will. Angepeilt ist ein neuer Telis-Rekord, der immer noch bei 8:26:06 Stunden steht, aufgestellt beim ersten Deutschen Mannschaftsmeistertitel überhaupt, 1997 in Regensburg.

 


Galuschka1 DM-Marathon13 KiefnerfotoDiese Zeit ist zugleich auch Bayerischer Rekord und hätte in fast allen Jahren seit 1997 zum Titel gereicht. Die Regensburger haben denn auch hohe Gold-Erfahrungen. Zehn Mal stand das Telis-Team bisher ganz oben und Mikki Heiß war sieben Mal dabei. Die Chancen auf eine neue Bestmarke waren dabei nie so gut wie in diesem Jahr. „ Alle vier Telis-Damen hatten eine nahezu reibungslose Marathonvorbereitung, Steffi und Julia hatten schon im Frühjahr und Sommer auf den Unterdistanzen deutliche Leistungszuwüchse und auf Mikki war in den letzten Jahren immer Verlass. Wenn alles einigermaßen glatt läuft, die klimatischen Bedingungen im Rahmen bleiben, muss die Konkurrenz schon einiges zeigen, um unsere Mädels vom obersten Podest zu stoßen“, sagt Teamchef Kurt Ring zur Ausgangslage. Vorsichtig ist er dennoch mit einer genauen Zeitansage. „Unter 2:45 Stunden für Steffi und Julia und unter 2:50 für Mikki müsste drin sein“, lässt er sich dann doch entlocken.

 

Heiss DM-HM12 volkefotoUnter 2:45 heißt aber, dass man in all den Jahren vorher mit so einer Leistung auch in der Einzelwertung auf’s Treppchen laufen konnte. Steffi Volke hat es mit weit geringeren Leistungen schon auf dem Gold-, Silber- und Bronzeplatz getan und auch Julia Galuschka (2014) und Mikki Heiß (2012) haben bereits „Vize“-Ehren eingeholt. Deshalb ist die Nervosität der Drei im unmittelbaren Vorfeld schon bestens ausgeprägt und der Trainer hat derzeit alle Hände voll zu tun, das Trio zu beruhigen. „Hoffentlich verhagle ich den beiden nicht die Teamleistung“, stapelt Mikki Heiß wie immer tief und schließt obskure Schokoladen-Wetten mit dem stets optimistischer eigestellten Coach ab. „Beim Halbmarathon im Frühjahr habe ich zehn Tafeln gewonnen“, schmunzelt Kurt Ring bei solchen Statements seines Urgesteins.

 

RauschMonika2014 Portrait volkefotoIndividuelle Trainingszeiten sollten schon wegen der partiellen Verunsicherung nicht ausgetauscht werden, die modernen Medien werden aber dennoch einiges „von Frau zu Frau“ verraten haben. Den letzten langen Lauf haben die Drei mit auch für sie ungewohnt langen 40 Kilometern mit Bravour erledigt, zwei mit sich und der Natur alleine. Julia Galuschka „vergewaltigte“ dazu ein 30km-Rennen in ihrer hessischen Heimat, spannte 10 Kilometer voraus und gewann den Wettbewerb dann auch noch. Auch eine Methode, um mit Herausforderungen klar zu kommen.


Ihren Lebensmittelpunkt hat keine der Vier in Regensburg. Das will aber nicht heißen, dass sie Regensburger Legionäre wären. Telis-Coach Kurt Ring hat sie im Verlauf der letzten zwei Jahrzehnte alle bei Volksläufen aufgesammelt und seitdem sind sie ein eingeschworenes Team. Sportlich gesehen sind sie längst echte Regensburgerinnen, die Steffi aus Huglfing, die Julia aus dem hessischen Solms, die Mikki aus Iffeldorf und die Moni aus München und mindestens einmal im Jahr auch wichtiger Teil der legendären Telis-Trainingslager.
 
VolkeSteffi1 DM-Marathon11 kiefnerfotoDie derzeit Beste von Ihnen, Steffi Volke hat mit ihren 38 Lenzen inzwischen den Sprung in die erweiterte deutsche Spitze geschafft, nicht in der Altersklasse, in der alle auch Serieneinzelsieger sind, sondern bei den Frauen. Ihr dritten Platz bei den diesjährigen Cross-Titelkämpfen war eine kleine Sensation, Vierte ist sie dann über 10.000m, Sechste im Halbmarathon und Achte über 5.000m geworden. „Sie ist mit 30 Lebensjahren halt ein bisserl spät zu uns gestoßen, hat vorher wahrscheinlich auch gar nicht geahnt, wie gut sie überhaupt ist“, sagt Kurt Ring zu ihrer erstaunlichen Entwicklung mit beinahe lauter persönlichen Bestleistungen auf allen Strecken allein in diesem Jahr.