Kommentar von Kristian Volke zu Hartings Nominierungsverzicht

Regensburg, 10. Oktober 2014 (Kristian Volke) - In unserer Gesellschaft ist es sehr ruhig geworden wenn es darum geht seine eigene Meinung gegen den "Mainstream" zu richten. Derjenige oder Diejenige ist unbequem, eckt mit einer eigenen Haltung an und tritt dann oft Funktionäre und Verbände vor das müde Schienbein. Robert Harting ist so einer, der eine eigene Meinung hat, diese vertritt und mit vollster Überzeugung die Konfrontation aufnimmt oder sogar sucht, denn nur so kann sich etwas ändern.


In der Diskussion über die Nominierung des zweifachen (!) Dopingsünder Justin Gutlin, der bereits lebenslang gesperrt worden war und nun nach zweimaliger Begnadigung und einhergehenden Kürzung der Strafen wieder sportlich aktiv ist, hat sich Harting klar positioniert: "...nehmt mich von der Liste der Kandidaten zum Welt Athleten des Jahres,  solange ein Dopingsünder mit auf der Liste steht!"

 

Es ist ein Hohn gegenüber allen sauberen Sportlern, daß dieses passieren konnte. Ich stelle mir die Frage in diesem Zusammenhang,  wie steht der DLV dazu? Steht er im Schatten unsichtbar hinter Harting oder tritt er hervor und stellt sich vor seinem Athleten - oder zumindest auf seine Seite. In dieser Angelegenheit geht es nicht um "schau wir mal" oder "das wird sich schon legen" Verhalten, es geht darum, sich vor die ehrlichen Athleten zu stellen und eine klare Front für diese zu bekennen. Besser noch wäre, schnell und selbstbewusst als einer der stärksten Verbände aufzutreten und eine unmissverständliche Position zu beziehen.
 
Robert Harting hat für mich nicht nur wegen seiner sportlichen Leistungen sondern besonders für seine Haltung der Fairness gegenüber und als gereiftes Vorbild die Ehrung verdient! Chapeau Robert Harting!


Kristian Volke