Die längste olympische Stadiondisziplin darbt in ganz Europa

Koller-Unterholzner1 DM14-10000m KiefnerfotoRegensburg, 12. November 2014 (orv) – Es gab Zeiten, da liefen allein drei deutsche Läufer über 10.000m unter 28 Minuten, es gab aber auch Zeiten, da gelang es gerade mal 5 Athleten, unter der 30-Minuten-Grenze zu bleiben. Die Tendenz, die deutsche Langstreckler in diesem Jahr aufzeigen, ist erfreulich: Exakt 20 Läufer waren 2014 schneller als eine halbe Stunde auf den 25 Bahnrunden unterwegs, darunter auch zwei U23-Athleten, die auch 2015 noch dieser Altersklasse angehören werden. Leider hat die Entwicklung der Wettkämpfe vor allem im eigenen Land, bei denen man mit hoher Qualität die 10.000m laufen kann, absolut nicht mitgehalten. Außer den nationalen Meisterschaften am 2. Mai und dem Europacup am 6. Juni 2015 im italienischen Chia gibt es da nichts.

 


Beide Veranstaltungen können durchaus für gute Leistungen problematisch werden. Im Gegensatz zu den letzten nationalen Titelkämpfen im bayerischen Aichach, besitzt der Austragungsort 2015 Ohrdruf keine Flutlichtanlage. Dass der Wettergott dann auch am Nachmittag mit bedecktem Himmel und kühlen Temperaturen mitspielt, ist nicht vorhersehbar. Bremen 2013 war mit Sonne, Wärme und Wind dafür ein Beispiel, wie es eben nicht sein sollte, wenn die Zeiten schnell werden sollen. Wenn die Bedingungen stimmen, ist das sofort in den Bestenlisten ersichtlich. Allein 13 der 20 Unter-dreißig-Zeiten wurden bei der diesjährigen DM in Aichach erzielt und da waren die klimatischen Bedingungen eben sehr gut. Auf den Europacup zu setzten, ist von vornherein ein Wagnis. Erstens muss man dazu vom nationalen Verband dafür nominiert werden, was nur wenigen vergönnt sein wird. Und zweitens waren die klimatischen Bedingungen des meist in südöstlichen oder südlichen Gefilden Europas stattfindenden Wettbewerbs in den letzten Jahren alles andere als leistungsfördernd. In solchen Fällen der absoluten Wettbewerbsdürre das amerikanische Stanford anzusprechen, grenzt schon ein wenig an Hilflosigkeit in offiziellen DLV-Kreisen.

 

Woher sollen denn U23 Athleten das Geld und die Zeit hernehmen, einfach mal so für 14 Tage in die USA zu jetten, geschweige denn, in die Elite-Läufe überhaupt reinzukommen? Eine kleine Hilfe wäre da schon eine Erweiterung des vom DLV vorgegebenen Qualifikationszeitraumes. Regensburgs Coach Kurt Ring, der mit Jonas Koller einen der beiden Top-Junioren in seinen Reihen hat, hat deshalb Bundestrainer Jens Boyde gebeten, über einen Zeitraum, der zumindest die Landesmeisterschaften am 22. März mit einschließt, nachzudenken. Der findet die Idee ebenfalls gut. Jetzt liegt es an den Verbandsgremien, Nägel mit Köpfen zu machen. Die Nominierungsrichtlinien für 2015 sollen dann im Dezember veröffentlicht werden.