Sportminister Vitaliy Mutko setzt sich zur Wehr

Regensburg, 9. Dezember 2014 (orv) - Russlands Sportminister Vitaliy Mutko sieht in der Doping-Kampagne ehemaliger russischer Spitzensportler vor allem einen Racheakt gegen den erfolgreichen russischen Sport. "Einzelfälle dürfen keinen Schatten auf das ganze System des Sports werfen".Die ARD-Dokumentation "Geheimsache Doping - Wie Russland seine Sieger macht"  beschuldigt Russland eines breit angelegten Dopings im Spitzensport sowie systematischer Vertuschung. Mutko erklärte, alle Sportler, die in dem Film zu Wort kämen, seien des Dopings überführt worden. Dies müsse bei der Bewertung des Films berücksichtigt werden. Viele Russen sehen in den Aussagen der Athleten einen Racheakt.

 

Der Sportausschuss der Staatsduma wies die Vorwürfe als gezielte Abwertung zurück. Die ARD-Dokumentation solle russische Athleten vor Wettkämpfen mit Gerüchten und Angst vor zusätzlichen Kontrollen verunsichern, meinte Ausschuss-Chef Igor Ananskich der Agentur Interfax zufolge. Der Film komme zu einer Zeit, in der Russlands Sportler international Erfolg hätten. "Das kann man nicht anders bezeichnen als unehrenhaften Wettbewerb", kritisierte er. (Quelle: Deutsche Presse-Agentur – dpa).

 

Was kann man aus Igor Ananskich Worten herauslesen? Russische Athleten haben Angst vor weiteren Kontrollen! Vor Kontrollen braucht nur der Athlet Angst haben, der auch wirklich dopt. Saubere Athleten können jeden Tag kontrolliert werden. Durch Kontrollen können Gerüchte zudem ganz schnell mundtot gemacht werden. Hat Igor Ananskich den wahren Sinn der Kontrollen nicht verstanden oder schwant ihm Übles, wenn genauer hingeschaut wird im russischen Sport? Mit seiner Kritik hat er die Zweifel an einer sauberen russischen Sportwelt nur noch verstärkt.