Telis-Mittelstreckler plant für Hallen-EM einen Streckenwechsel

Orth1 DM-Halle14 KiefnerfotoRegensburg, 28. Januar 2015 –  Die 3000m sind für die LG Telis Finanz eine ganz starke Disziplin, sowohl im Sommer als auch unterm Hallendach, sowohl bei den Frauen als auch den Männern. In vielen Clubs ist eine „Achter-Zeit“ schon etwas Besonderes, bei den „Blauen gilt dieses Prädikat ausschließlich für die Frauen. Das starke Geschlecht protzt inzwischen mit „Siebener-Zeiten“. Philipp Pflieger lief im letzten Jahr eine 7:52,85 und sein Teamkollege Florian Orth war mit seinen 7:44,65 gleich noch einmal über acht Sekunden schneller. Während sich Pflieger im Winter auf die Straßenhöhepunkte des Frühjahrs vorbereitete, dachte Florian Orth gründlich nach und fasste einen Entschluss: Nach zwei Hallen-EM-Anläufen über die 1500m, die in Paris (2011) und Göteborg (2013) jeweils im Vorlauf endeten, soll nun in Prag der Finaltraum über 3000m gelingen. Die Ausgangslage ist komfortabel, weil der Regensburger die Teilnahme bereits mit einer Normerfüllung über die halb so lange Distanz zumindest schon einmal abgesichert hat.

 

 

„Zum einen war es die gute Zeit aus Rieti. Ich habe mir gesagt, dass die 3.000 Meter so ein bisschen meine Strecke sein könnten. Dann war das Wintersemester wieder relativ stressig. Es ist das letzte Semester vor dem Staatsexamen. Deshalb wusste ich, dass ich wahrscheinlich eher nicht zu sehr intensiven Trainingseinheiten und einem Trainingslager komme, so dass ich relativ viel aus dem Grundlagentraining machen muss. So sind die 3.000 Meter die sinnvollere Startoption für die Hallen-EM in Prag, auch wenn die Norm vom 7:54,50 Minuten kein Selbstläufer ist“, sagt er zu seinem Streckenwechsel. So wird denn auch für ihn Karlsruhe am 31. Januar zum Richtungsweiser einer Hallensaison, die eigentlich schwer zu handeln ist.

 

Mit seinen 1:50,05 und noch mehr mit dem neuen bayerischen Hallenrekord von 3:40,20 über die 1500m hat er solide Unterdistanzleistungen gesetzt. Die geforderte Zeit von 7:54,50 sollte ein zu bewältigendes Problem sein. Momentan ergibt sich aus dem deutschen Lager auf dieser Strecke ein ungewohnt großes Angebot an Klasseleuten. Langstreckler Richard Ringer, der letztjährige EM-Vierte, erhält plötzlich Konkurrenz von der Mittelstrecke in persona des WM-Fünften Homiyu Tesfaje und eben von Florian Orth. Höhe gegen Klima könnte auch eine Kampfansage heißen, weil sich Tesfaje gerne in der Höhe vorbereitet, Ringer und Orth aber auch mit einer reinen Vorbereitung ohne Hypoxie mithalten können. Zur Hallen-EM dürfen bei Erfüllung der Norm auch drei deutsche Läufer auf einer Strecke fahren. Das kann beruhigen, wenn man in Karlsruhe nicht unbedingt als Deutschlands Nummer eins ins Ziel kommt.