Husum war (k)eine Reise wert

Husum, 12. April 2015 (orv) – Der Aufwand, den ein Team aus dem Süden der Republik treiben muss, um beim Start der Deutschen Halbmarathonmeisterschaften im hohen Norden, genauer gesagt, kurz vor der dänischen Grenze im verträumten Städtchen Husum, erfolgreich starten zu können, ist ein gewaltiger. Die Kosten ebenso. Ganze acht Athleten/Innen nebst zwei Betreuern brachten für die LG Telis Finanz Regensburg zwar ein überragendes Ergebnis am Limit der jeweiligen individuellen Möglichkeiten mit nach Hause, verbrauchten dafür aber um die drei tausend Euro. So viel kosten eben die Anreise mit Vereinsbus zum Flughafen, Flug nach Hamburg und weitere Anreise per Miet-Kleinbus, einschließlich der beiden PKW-Anreisen zweier näher wohnhaften Athletinnen, die Hotelunterbringung, die Startgebühren und das verbrauchte Benzin.

 

„Hoffentlich schreibt dein Trainer etwas über diese grottenschlechte Veranstaltung“, war der O-Ton einer im Medaillenbereich ankommenden Athletin in der Umkleidekabine im Gespräch mit einer meiner eigenen Athletinnen. Ich selbst bin derlei inzwischen gewohnt und mag mich da schon fast nicht mehr ärgern. Eigenschutz eben, es lohnt nicht. Die im DLV dafür verantwortlichen Leute ließen sich wieder einmal gleich nicht sehen. Auch Bundestrainer wurden nicht gesichtet. Es waren eben nur die Deutschen Halbmarathonmeisterschaften, dem Breitensport zugeordnet. Die Halbmarathon-Distanz ist im nächsten Jahr in Amsterdam Wettbewerb der Europameisterschaften. Wenn stört das eigentlich?

 

Der zuständige Veranstaltungsleiter Renkwitz war freundlich und zuvorkommend, reagierte auf Hinweise und bog so einiges noch im letzten Moment gerade, was längst schon erledigt hätte sein sollen. Die Siegerehrung auf dem Parkplatz eines Baumarkts mit durchaus glücklichen Gesichtern. Gewinner sind immer gut aufgelegt, gleich wo und wie man sie ehrt. Die Dopingkontrolle im Nirgendwo und im unendlichen Hin und Her zwischen Zieleinlauf, Siegerehrung und drängender Abfahrt. Etwas mehr als dreihundert Laufwillige hatten letztendlich den Weg nach Husum noch gefunden. Das ist noch die Hälfte des Vorjahres. Eine einzige Juniorin stand noch an der Startlinie, immerhin als Gesamtsiebte ankommend mit passabler Zeit und auch extremer Anreise.

 

Die Laufinteressierten, denen Husum kein Besuch wert war, mussten lange im Netz nach vollständigen Ergebnissen suchen. Wie gesagt, das ist nichts Neues. Man ist anscheinend immer noch auf der Suche nach dem passenden Auswertungsprogramm. Die Live-Ergebnisse von großen Städterennen lassen grüßen. Im Zeitalter von Facebook und Twitter funktionieren Informationen zwar privat schnell, bisweilen blitzschnell, im DLV-internen Bereich aber noch nicht, zumindest nicht in Husum. So nahm denn auch Sport-Deutschland keinen Anteil an den Deutschen Meisterschaften auf der Halbmarathon-Distanz. Selbst die vierten Ligen im Fußball findet man im Teletext. Leichtathletik fehlt hier fast immer.

 

Symptomatisch das „Opening“ des leidlich informierten Moderators der mehr als improvisierten Siegerehrung mit frierenden Athleten und dem Häuflein ihrer Betreuer und Sympathisanten. Zuerst die Lobesreden auf die aufopferungsvoll kämpfenden Funktionäre, dann ein paar nette Worte für die Deutschen Meister. Richtig heimelig im Dunstkreis der Dixiehäuschen und der Baumarktreklame. Wenigstens gab es im einzigen offenen Café warme Getränke aus Pappbechern. Gott sei Dank hat es auch nicht geregnet, Zelte für die Athleten waren nämlich keine da. Die Ergebnisse klebten dem Anspruch der Offiziellen gemäß erstaunlich schnell an der Baumarktwand, der übrigen deutschen Öffentlichkeit wurden sie wohl länger enthalten. Die Auswertung der einzelnen Altersklassen ist dem DLV auch einen Tag später noch nicht gelungen. Böse Zungen behaupten, die Fehler seien den Offiziellen gar nicht aufgefallen.

 

Viele mögen nun behaupten, das, was hier geschrieben steht, wären erneut „böse“ Worte. Es ist aber nur ein kleiner Ausschnitt dessen, was eben nicht geht, wenn man ein Event in die Welt setzen will. Klar, dass auf der Schönschreibseite des Verbandes bei leichtathletik.de davon nichts zu lesen sein wird. Man spuckt sich doch nicht selbst in die immer geschmackloser werdende Suppe.

 

Sie meinen, mir würde das alles Spaß machen. Quasi zum Frust abbauen. Den habe ich nicht. Mein Team war professionell erfolgreich und das lassen wir uns was kosten. Das, was uns der DLV neben der großen Hallen- und Freiluftmeisterschaften anbietet, ist eben nicht professionell. Es würde etwas kosten, wenn’s denn professionell werden würde, vielleicht später mal Rendite abwerfen. Geht nicht sagen die Funktionäre. Im DLV sitzen Verwalter, eben keine Unternehmer.  Es ist zu befürchten, dass sich nichts ändern wird, weil zu befürchten ist, dass man nichts ändern will. So, wie bei den Ausschreibungen für die Meisterschaften: Man schreibt sie seit zehn Jahren bis auf verschwindend kleine Kleinigkeiten ab, um sie immer später zu veröffentlichen. Abschreiben kostet eben Zeit, viel Zeit, zumindest beim DLV. 

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