Telis-Talent bei den U20-Europameisterschaften in Schweden über 5.000m

Reng1 BLV 10000m 2015 Muench FotoRegensburg, 14. Juli 2015 (orv) – Schon wieder hat es ein Mädel aus dem Talentschuppen der LG Telis Finanz ins Nationaltrikot geschafft: Franzi Reng wird am kommenden Sonntag bei den U20-Europameisterschaften im schwedischen Eskilstuna die deutschen Farben über 5.000m vertreten. Damit begibt sich das Telis-Nesthäkchen auf eine wunderbare Reise, die ihr noch vor dieser Saison die wenigsten zugetraut haben. Dabei ist sie mit ihrem Trainergespann Doris Scheck und Kurt Ring keinen normalen Weg zum internationalen Einsatz gegangen. Sie hat sich als eine, die die Unterdistanz so gar nicht mag, immer mehr in der U23 rumgetrieben, dort heuer schon große Erfolge gefeiert, „weil dort einfach die Strecken länger sind“.

Den „Adler auf der Brust“ hat die ehrgeizige Studentin der Journalistik schon immer im Kopf gehabt, der Ansatz über die 10.000m der U23 war keiner, weil international die Jahrgänge 1996 und jünger auch bei erzielter Normleistung noch nicht starten dürfen. Über die halb so lange Distanz hat Franzi Reng schon im letzten Jahr geglänzt, auch wieder schon in der U23 bei der DM in Wesel, wo sie mit 16:46,25 Minuten Dritte wurde, damit aber um 1,25 Sekunden die erneute Aufnahme in den C-Kader des DLV verpasste. Doch Franzi war und ist immer wieder für Überraschungen gut. Als es bei den Deutschen Straßenlaufmeisterschaften im September auf der Düsseldorfer Kö auf die Zielgerade ging, tauchte sie bereits vor ihrer Teamkollegin Maren Kock auf, die noch Wochen vorher Deutschlands einzige Vertreterin über 5.000m bei den Europameisterschaften in Zürich war und verpasste zeitgleich mit feinen 35:24min nur hauchdünn als Vierte Bronze.

Reng1 DM Cross15 KiefnerfotoIm Frühjahr 2015 dann wagte sie bei der Cross-DM wieder einmal den ganz harten Weg in der Frauenklasse, lief als sensationelle Siebte und U23-Zweite mit Coco Harrer und Anja Schneider zu ihrem ersten nationalen Frauentitel, wobei sich selbst Coach Kurt Ring verwundert die Augen reiben musste. Als Anfang Mai bei den Deutschen Meisterschaften über 10.000m mit den eingegliederten Jugendmeisterschaften über 5.000m die Hatz nach den EM-Normen begann, wählte sie erneut die doppelt so lange Strecke bei der U23 und – holte Bronze. Danach, war Franzi Reng erst einmal etliche Tage verletzt und nahm sich die Zeit, die Wehwehchen auszukurieren. Schwimmen war angesagt, was sie als ehemalige Leistungsschwimmerin eigentlich perfekt kann, aber eben inzwischen nicht mehr besonders gerne mag.

Ihr Wiedereinstieg bei der Laufnacht der LG Telis Finanz war dann entsprechend ernüchternd. 16:57,40min waren zwar unter den 17 Minuten und damit die Quali für die DM in Nürnberg, 16:57 waren aber auch weit weg von irgendwelchen internationalen Träumen, zumal Franzi Rengs letzte Chance schon acht Tage später bei der U23-DM in Wetzlar anstand. Acht Tage und zwei schwere Rennen über jeweils zwölfeinhalb Runden, Verzweiflungsakt oder kalkulierbares Risiko? Das Telis-Talent machte daraus wieder einmal einen Überraschungscoup, lief um den Titel mit und schraubte als Vizemeisterin ihre Bestzeit auf 16:37,75min.

Reng Ring1 Laufnacht15 BruesselfotoZu Hause wusste ihr Coach zwar, dass sie den uralten Bayerischen Rekord der Fürtherin Andrea Kupper (16:40,21min) weggeputzt hatte, dabei in der U20 schneller war als ihre Telis-Kolleginnen Susi Lutz und Corinna Harrer, beide international mehrfach dekoriert mit Medaillen, die EM-Norm aber hatte er nicht im Kopf. In Wetzlar erlebte indessen Assistenz-Coach Christophe Chayriguet nach dem Rennen einen nun wieder emsig interessierten Nachwuchs-Bundestrainer, der natürlich genau wusste, dass Franzi Reng eben nur 25 Hundertstel zur nationalen Norm fehlten, die internationale hatte sie bereits vorher dicke erfüllt.
 
Die weitere Geschichte ist bekannt: Die junge Regensburgerin wurde vorgeschlagen und letztendlich auch für die EM in Schweden nominiert. Dort in Eskilstuna, am Sonntag um 17.55 Uhr trifft sie auf 19 Kolleginnen aus 10 europäischen Nationen und bringt die elftbeste Zeit mit. Favoritin ist ihre Teamkollegin Alina Reh, mit der Franzi Reng schon im Frühjahr im gemeinsamen italienischen Trainingslager zehn Tage trainiert hat. „Eine einstellige Finalplatzierung wäre wunderbar, genauso wie Franzis Weg zur Junioren-EM nach Schweden. Wenn sie das nicht schafft, ist auch alles nur gut“, sagt Telis-Teamchef Kurt Ring zu seiner nun ganz großen Kleinen.