Die 1500m bleiben eine Regensburger Strecke

Orth1 Vorlauf DM15 KiefnerfotoNürnberg, 26. Juli 2015 (orv) – Deutsche Meisterschaften, sonntags um vier kommt die "Blaue Stunde" der LG Telis Finanz. Das ist seit 2010 schon fast so sicher, wie das Amen in der Kirche. Diesmal sorgten die beiden 1500m-Asse Maren Kock und Florian Orth dafür. Die Regensburgerin kontrollierte am Ende das schnellste Meisterschaftsrennen der letzten 15 Jahre mit einer starken Schlussrunde in 4:09,25min, Der Telis-Läufer entschied ein Bummelrennen in 3:44,61min  mit einem 600m-Spurt in einer Millimeter-Entscheidung und der Winzigkeit von einem Hundertstel Vorsprung für sich. Mit den wechselnden Winden des Vortages kam Dreisprung-Titelverteidiger Manuel Ziegler gar nicht zurecht. Am Ende notierte er mit 15,38m nur Platz sieben. Ganz knapp am Trepperl vorbei rannte 800m-Läuferin Stella Kubasch, die mit ihrer bisher zweitbesten Zeit von 2:04,54min Platz vier belegte. In einem taktisch gelaufenen 800m Finale der Männer erreichte Benedikt Huber als guter Fünfter mit 1:50,03min das Ziel. Ebenso Fünfte wurde die 3x1000m U20-Staffel der LG Telis Finanz mit Johannes Merker, Kilian Stich und Tim Englbrecht in der Zeit von 7:38,74min. Als Sechster überzeugte Telis-Hindernisläufer Valentin Unterholzner mit Jahresbestleistung von 8:53,51min. In ihrem ersten Frauen-Finale überraschte Julia Kick als Siebte mit 4:18,34min, nur 39 Hundertstel über ihrem Hausrekord. Für Marathonläuferin Anja Schneider endete das 5000m-Rennen auf Platz 8 mit neuer persönlicher Bestleistung von 16:39,62min.

„Acht Top-ten-Platzierungen in 7 Wettbewerben, in denen wir überhaupt nur angetreten sind, können sich sehen lassen, dazu zwei Titel in der obligatorischen „Blauen Stunde“, was will man mehr. Wir können zufrieden sein. Selbst die Topvereine der Republik schaffen nur noch drei Titel bei den Meisterschaften. Schade, dass es Maren Kock und Flo Orth am Ende doch nicht ganz zur WM geschafft haben und auch das erneute Aus von Coco Harrer unmittelbar vor den Titelkämpfen ist bitter“, resümierte Telis-Teamchef Kurt Ring nach zwei aufwühlenden Tagen in der Franken-Metropole. Er kann sich trösten. Für seine Kampf gegen die speziellen nationalen Normen bekommt er inzwischen massive Rückendeckung durch die Medien. ZDF-Moderator Wolf-Dieter Poschmann bezeichnete diese sogar als „unsinnige und überflüssige Regelungen“.

ZieglerManuel1 DM15 KiefnerfotoChronologisch gesehen begannen die Meisterschaften am Samstag mit einer kleinen Enttäuschung, die man – realistisch gesehen – aber durchaus so erwarten konnte. Telis-Titelverteidiger Manuel Ziegler, seines Zeichens 16,61m-Dreispringer, fehlt nach langer Verletzungspause einfach das Sprunggefühl, die wechselnden und stark störenden Winde taten ihr Übriges dazu. Der fünfte Versuch war dann im Medaillenbereich, aber leider einen Zentimeter übergetreten. Vater und Trainer Manfred Ziegler ist trotzdem nicht bange: „Bleibt er jetzt gesund, kann er sich in den USA weiter entwickeln. Sein Coach lässt ihm alle Freiheiten in der Trainings- und Wettkampfgestaltung. Ende August geht es wieder rüber und in die Vorbereitung 2016.“ Der gebürtige Neustädter wird weiterhin von der LG Telis Finanz Regensburg unterstützt, die Pläne schreibt Bundestrainer Jörg Elbe am deutschen Studienort Dresden und trainiert wird das Ganze in Memphis/USA. „So kompliziert kann deutsche Leichtathletik sein“, sagt Kurt Ring dazu.

Schneider1 DM15 KiefnerfotoDas 5000m Finale der Damen brachte dann das erwartete Bild. Vorne trommelte die zweifache Junioren-Europameisterin Aline Reh, den Regensburgern aus dem gemeinsamen Trainingslager bestens bekannt, alles in Grund und Boden, hinten kämpften die Telis-Marathonis um gute Zeiten, was an diesem Tag nur deren Beste Anja Schneider mit Platz acht und 16:39,62min sehr gut gelang. Julia Galuschka war trotzdem mit Platz 18 in 17:26,7min zufrieden: „Ich wollte einmal die ganz große Atmosphäre bei Stadionmeisterschaften einsaugen. Das ist natürlich nicht mein Metier, es war aber doch eine tolle Erfahrung.“ Für die von einer Verletzung etwas behinderten Anna Plinke und die vom Junioren-EM-Einsatz noch etwas müden Franziska Reng kam das Ende vorzeitig, Monika Rausch finishte mit 18:11,76min.

Tag zwei begann mit einem sehr schönen 3x1000m Finale der U20. Die drei Telis-Jungs Johannes Merker, Kilian Stich und Tim Englbrecht gaben, was sie derzeit drauf haben. Am Ende kam eine 7:38,74min heraus und Platz. Bronze war mit fünf Sekunden schneller nicht weit weg und trotz der wilden Aufholjagd von Schlussläufer Tim Englbrecht letztendlich unerreichbar. Die 7:37,55min des letzten Jahres, damals im Vorlauf erzielt, konnten bestätigt werden, zumal diesmal die Zeit im Finale erreicht wurde.

Kubasch1 DM15 Kiefnerfoto800m Endläufe bei Deutschen Meisterschaften waren schon immer von der Taktik geprägt. Bei den Damen war dies in Nürnberg eine ganz schnelle, weil die Münchnerin Christina Hering unbedingt die Peking-Norm wollte und dies mit Hilfe der neuen Meisterin Fabienne Kohlmann auch schaffte. So waren den die 1:59,28 und 1:59,54min für nationale Titelkämpfe der neueren Zeit etwas, was seit den Zeiten einer Claudia Gesell und einer Yvonne Teichmann so nicht mehr passiert war. Für den Rest des Feldes hieß es dann nur noch, die Flucht nach vorne anzutreten, um einigermaßen auf Runde zwei überleben zu können. Die Regensburgerin Stella Kubasch von der LG Telis Finanz machte das ganz ausgezeichnet, blieb zwar als Vierte knapp medaillenlos, lief aber erneut mit 2:04,54min im Bereich ihres Hausrekordes von 2:04,10min. „Der vierte Platz ist prima. Vierter klingt undankbar, aber ich war im Ziel schon sehr froh“, sagte sie im Interview bei der Mittelbayerischen Zeitung.

Bei den Männern dann ein ganz anderes Bild: Von Anfang an wurde geschubst und gestoßen und jeder versuchte bei langsamer Pace in die beste Position zu kommen. Für Telis-Mann Benedikt Huber lief’s auf den ersten dreihundert Metern ganz gut. Dann passte er auf der ersten Zielgeraden einmal kurz nicht auf und schon wurde er von Robin Schembera, dem späteren Zweiten, verdrängt und abgeblockt. Als dann Augenblicke später ganz vorne die Post abging, war der Regensburger eben nicht gut dabei und er musste einige Meter mehr laufen. „Platz fünf ist ok, aber ganz zufrieden bin ich nicht“, stellte er nach dem Rennen fest.

Für Hindernis-Mann Valentin Unterholzner war allein die Teilnahme nach vielen Verletzungsproblemen in diesem Jahr schon ein Erfolg. „8:53,51min, das sind nur drei Sekunden über meiner Bestleistung aus dem letzten Jahr. Da kann ich zufrieden sein. Den sechsten Platz rettete er bei Zeitgleichheit mit dem Fürther Konstantin Wedel und von Platz drei war er mit zwei Sekunden Rückstand auch nicht weit entfernt. Nimmt man den neuen Meister Martin Grau aus Höchstadt mal aus, ist die Konkurrenz derzeit nicht so groß, um im nächsten Jahr dann den Angriff auf’s Podest zu wagen. Für 5000m-Junior Tim Ramdane Cherif sind Meisterschaftsläufe bei den Männern noch Lernläufe. Dass er dort noch keine Rolle spielen kann, war allen Telis-Verantwortlichen im Vorfeld klar. „Dabei sein ist alles“ hieß die Devise und mit 14:53,85min blieb er zumindest unter 15 Minuten.

Kock1 DM15 KiefnerfotoSo steckten denn am Ende alle Medaillenhoffnungen der Blauen in den beiden 1500m-Finals.Zumindest das der Frauen entwickelte sich so, wie man es auf Grund des letzten Jahres eigentlich nicht erwarten konnte. Die Sujew-Twins drückten auf’s Tempo, dass zwischenzeitlich sogar die WM-Norm von 4:06,00min möglich gewesen wäre. Am Ende wurde es ein Podest mit einer souveränen Titelverteidigerin Maren Kock in 4:09,25min und zwei Überraschungen. Die Jugendliche Konstanze Klosterhalfen aus Leverkusen holte wie schon in der Halle Silber mit neuem Hausrekord von 4:09,58min vor der Schorndorferin Hanna Klein, die sich auch um fast drei Sekunden auf 4:09,91min steigerte. Alles zusammen ergab das schnellste 1500m Finale der letzten 20 Jahre. Mittendrin auch die zweite Telis-Läuferin Julia Kick, die sich mit einem starken Finish in 4:18,34min bis auf Platz sieben vorarbeitete und damit weit höher eingeschätzte Läuferinnen hinter sich ließ.

Schnelle Finals gibt es bei den Männern dagegen schon lange nicht mehr. Keiner wollte auch in diesem Jahr die Pace so richtig übernehmen, auch wenn Sebastian Keiner aus Erfurt und Florian Orth einträchtig nebeneinander die ersten beiden Runden heruntertrabten, nicht weit weg von den Zwischenzeiten der Frauen. Florian Orth wusste, dass er wohl nur im langen Spurt eine echte Chance haben würde. So trat er denn auch schon sechshundert Meter vor dem Ziel an, mit dem Erfurter stets im Nacken. Als es dann auf die Zielgerade ging waren die beiden wieder wie am Anfang Brust an Brust. Dramatik pur bis zum Zielstrich. Letztendlich entschied eine Hundertstel für den Regensburger, der irgendwie die linke Schulter nach vorne brachte, währenddessen der Erfurter die Arme nach vorne riss und sich damit „rumpfmäßig“ in Nachteil brachte. So wurde es dann am Ende doch noch das Traumfinale für Regensburg, die LG Telis Finanz und das Pärchen Maren Kock und Florian Orth mit einer hundertprozentigen Ausbeute. „Drei Mal Harrer, zwei Mal Kock, zwei Mal Orth im Freien und zweimal Kock sowie einmal Orth in der Halle, alles im Zeitraum von 2011 bis 2015 – die 1500m ist eine Regensburger Strecke. Sie mag uns und wir mögen sie“, jubelte am Ende ein sichtlich zufriedener Telis-Teamchef Kurt Ring

e-max.it: your social media marketing partner

Newstelegramm

Neuhaus, 01.04.17
Bayerische Meisterschaften Straßenlauf 10km
Ausschreibung


Regensburg, 25.03.17
Süddeutsche und Bayerische Meisterschaften 10.000m
Ergebnisse (Bayerische)
Ergebnisse (Süddeutsche)


Salzburg, 04.03.17
Landesmeisterschaft Crosslauf


Berlin, 31.-31.12.06
Silvesterlauf Berlin
Webseite
Ergebnisse
Bericht


Weitere Ergebnisse in der  Ergebnisrubrik...

rssfacebooktwitter_button

offizieller Ausrüster der
LG Telis Finanz