Regensburgs Langstreckler bezüglich Halbmarathon-EM etwas ratlos

HM DM Start13 VolkefotoRegensburg, 14. September 2015 (orv) – Telis-Teamchef Kurt Ring wird derzeit von seinen besten Langstreckler/Innen des Öfteren gefragt, wo denn die Norm für den erstmals bei Europameisterschaften 2016 in Amsterdam ausgetragenen Halbmarathon liegt. Die Fragen sind berechtigt, stellen die Regensburger bei den Männern mit Philipp Pflieger den derzeit amtierenden Meister und bei den Frauen mit Anja Schneider die Vizemeisterin, beide mit durchaus guten persönlichen Bestleistungen ausgestattet. Die EAA als ausrichtender internationaler Verband hat sich schon längst festgelegt und den Wettbewerb, der auch eine Teamwertung beinhaltet, anforderungslos, sprich ohne Mindestleistung, gelassen. Verständlich, weil man wohl ein Rennen durch Amsterdams Straßen mit weniger als vielleicht vierzig Teilnehmern nicht brauchen kann. Das macht aber die Aufgabe für Kurt Ring nicht leichter, weil der vom DLV durchaus qualitativ hochwertige Normen erwartet, ihm diese aber vom Cheftrainer erst im Dezember in Aussicht gestellt wurden.

Fast noch wichtiger als die eigentliche Leistungsanforderung erscheint dem umtriebigen Regensburger Coach der Zeitraum, in dem sie erzielt werden muss. In den internationalen „entry standards“ geht der in der Regel für alle Disziplinen über das gesamte Vorjahr bis hin zum Meldeschluss unmittelbar vor den Meisterschaften, in Zahlen ausgedrückt vom 1. Januar 2015 bis Mitte Juni 2016. Wie gesagt, das mag für Österreicher, Schweizer oder auch Franzosen gelten, für deutsche Läufer/Innen hüllt sich darüber immer noch der Mantel der Unwissenheit.

Erschwert wird das Ganze noch durch die Tatsache, dass ein Großteil der in Frage kommenden deutschen Läufer sich auch noch vage Hoffnungen auf eine Marathonqualifikation in Richtung Olympische Spiele in Rio machen. Da ist es dann legitim, neben dem Herbstmarathon auch noch einen im Frühjahr 2016 ins Auge zu fassen. Das Fenster für einen qualitativ guten Halbmarathon wird damit immer kleiner, zumal man nicht weiß, wann und wie schnell gelaufen werden muss und eine seriöse Marathonvorbereitung letztendlich immer an die zwölf Wochen in Anspruch nimmt.

Was für die übrigen Disziplinen der Leichtathletik beim Superjahr 2016 mit EM und Olympischen Spielen bezüglich der Normerfüllungen schwierig sein wird, wenn der Verband bei seiner Zeitregelung von einer Erfüllung nur im Jahr selbst, also 2016, bleibt, wird für die Straßenlaufszene fast zur Quadratur des Kreises. „Wir brauchen so schnell wie möglich Klarheit“, sagt denn auch Kurt Ring und will damit niemand kritisieren. „Athleten/Innen wie ich sie habe, leben bisweilen von der Hand in den Mund und sollten zumindest bei der Saisonplanung im September wissen, ob sich internationale Ziele lohnen, oder ob man mehr in Beruf, Schule und Ausbildung investieren soll.“