Titelverteidigerin mit neuer Marathon-Bestzeit von 2:41:47 erneut auf dem Stockerl

Volke1 DM Marathon15 KiefnerfotoFrankfurt, 25. Oktober 2015 (orv) – „Marathon ist kein Kinderfasching“, sagte Philipp Pflieger vor vier Wochen nach seinem triumphalen Auftritt vor vier Wochen beim Berliner Marathon. Wie recht er damit hat, bekamen seine drei Teamkolleginnen Anja Schneider, Julia Galuschka und Steffi Volke bei den Deutschen Marathonmeisterschaften in Frankfurt zu spüren. Allein Titelverteidigerin Steffi Volke bestand in diesem Jahr die außerordentliche körperliche und geistige Bewährungsprobe eines Rennes über ganze 42,195km auf den bisweilen sehr einsamen Straßen der Mainmetropole. Sie konnte zwar erwartungsgemäß ihren Titel ob der zahlreich vertretenen nationalen Elite nicht verteidigen, kletterte aber dennoch, und dies völlig unerwartet, erneut als Dritte auf’s Trepperl in der altehrwürdigen Festhalle. Dies tat sie mit einer famosen Steigerung ihrer persönlichen Bestmarke um beinahe drei Minuten auf 2:41:47 Stunden. Bisher waren mit Beate Waeber (2:38:55/1989/LG Regensburg) und Bezirksrekordhalterin Anja Schneider (2015/LG Telis Finanz Regensburg) nur zwei Oberpfälzerinnen schneller als Steffi Volke, die sich zudem Gold in der W35 umhängen ließ. Die Teamträume der LG Telis Finanz platzten bei Kilometer 30, weil dort sowohl Anja Schneider als auch Julia Galuschka wegen gesundheitlicher Gründe aus dem Rennen gehen mussten.

Für Steffi Volke war das Überqueren der Ziellinie ein hoch emotionaler Moment, weil nach einer sehr gut verlaufenen Marathonvorbereitung plötzlich vier Tage vor Frankfurt die Wade zumachte und ihr Start am seidenen Faden hing. Die Nerven lagen also blank im Vorfeld und die hohen Ambitionen des Telis-Teams mit dem Angriff auf den deutschen Rekord konnten da schon fast begraben werden. Dass die Schwachstelle(n) des Frauen-Teams am Ende aber ganz wo anders lagen, war da noch nicht auszumachen. Sicher, Anja Schneider hatte sich nach ihrer grandiosen Steigerung im Halbmarathon vor vierzehn Tagen in Köln ein wenig erkältet, musste dann ein paar Tage pausieren, ging aber recht optimistisch ins Rennen. Bis Kilometer 25 lag sie denn auch in der ersten deutschen Verfolgergruppe, knapp hinter der späteren Zweiten Mona Stockhecke, klar auf Bestleistungskurs um die 2:34 Stunden. Dann gingen bei ihr aber relativ schnell die Lichter aus und bei Kilometer 30 beendete sie dann gesundheitlich sichtlich gezeichnet  und enttäuscht das Rennen.

Teamkollegin Julia Galuschka, die wohl die beste Marathonvorbereitung ihrer Karriere hingelegt hatte und mit einer 1:16:08 auf dem halben Marathon auch ihre verbesserte Fitness im Vorfeld eindrucksvoll demonstriert hatte, traf das Unglück schon vor Kilometer 15. Der Rücken zwickte, was nicht unbedingt zum Ausschluss geführt hätte. Das Ganze strahlte aber ins Bein aus. Ein vernünftiges Auftreten war in Folge nicht mehr möglich und so hatte auch ihr Leidensweg exakt bei Kilometer 30 ein Ende. „Das Potential für eine Zeit sogar unter 8 Stunden ist da, der deutsche Rekord von 8:07:15 sollte mit aktuellen Bestzeiten von 2:36:31, 2:41:47 und 2:44:36 Stunden – wobei Julia aktuell viel mehr kann – kein Thema sein, wenn denn an diesem einen Tag, wo es geschehen soll, alles zusammenpasst. In Frankfurt war dies eben noch nicht möglich“, sagte nach dem Rennen ein wieder einmal ziemlich geerdeter Telis-Teamchef Kurt Ring, der solche sportlichen Situationen in den letzten drei Jahren gehäuft zu spüren bekam. Wie sagte denn sein Vorzeige-Marathoni Philipp Pflieger vor einigen Wochen: „Marathon ist kein Kinderfasching.“ So geht denn der Blick des erfahrenen Coachs schon Richtung seelischer Rehabilitation im nächsten Jahr, wenn es wieder heißt, „wer sind Deutschlands Beste auf den 42 Kilometern“. Zwei seiner Damen wollten sich verständlicherweise unmittelbar nach dem Frankfurter Rennen noch wenig damit beschäftigen.

Auch einige SWC-Langstreckler, hauptsächlich den älteren Semester zuzuordnen, versuchten sich im Hessischen. Als Beste kam Sonja Hackl (17./W35 – 3:08:18) knapp vor Kirsten Moritz (3:09:48) ins Ziel. Das SWC-Frauenteam komplettierte W60 Siegerin Regina Graf mit einer 3:21:45. Die beiden M50-Senioren Thomas Federsel und Thomas Marohn finishten mit 2:52:58 und 2:54:33 Stunden.

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