Passend zur Forderung eines Russland-Ausschlusses für Olympia 2016

Regensburg, 10. November 2015 (Ring) - "Das Nationale Olympische Komitee Kenias (NOCK) gibt sich einsichtig und will den Kampf gegen Doping in Zukunft weiter stärken, wie der Sport-Informationsdienst (sid) am Samstag berichtete. Dies teilte das NOCK in einer gemeinsamen Erklärung mit der neugegründeten nationalen Anti-Doping-Agentur (ADAK) und dem kenianischen Leichtathletik-Verband (AK) mit. "Wir sind uns der Ernsthaftigkeit der Doping-Problematik in Kenia und seiner Konsequenzen für die Zukunft unserer Sportler bewusst", heißt es in dem Statement. Die kenianische Regierung habe bisher 150.000 Dollar investiert und arbeite an einem beschleunigten Gesetzgebungsprozess", schreibt leichtathletik.de in seinen Flash-News vom 10. November. Wie passend, angesichts der Tatsache, dass die WADA einen Ausschluss Russlands von den Olympischen Spielen 2016 fordert. Das Ganze wird inzwischen immer bizarrer. Zum Einen der Vorstoß der WADA, die eigentlich von Diacks Vergehen etwas hätte mitbekommen müssen, weil von ihr kontrollierte Athleten eben nicht von der IAAF gesperrt wurden. Zum Zweiten der Vorstoß des kenianischen Verbandes, der spätestens nach der zweiten ARD-Dokumentation weiß, dass ihm in Sachen Doping Ähnliches blühen könnte wie den Russen. Wenn denn die Forderung der WADA nur einen Funken perspektivisch wirken sollte, müsste man eigentlich für Rio alle Nationen ohne funktionierendes eigenes Doping-Kontrollsystem aus dem Verkehr ziehen. Dann wären wohl große Teile des von "Papa" Diack stets beschützten Afrika und wohl die gesamte Karibik dabei.

In diesem Zusammenhang müssen auch die Normen-Hardliner des DLV genannt werden, die für ihre Bemessungsgrundlage noch immer die Ergebnisse der inzwischen offensichtlich Doping verseuchten Weltspitze benützen, sich stets hinter Forderungen des DOSB und des BMI verstecken, wollwissend, dass sich eigentlich das BMI laut demokratischer Grundordnung gar nicht in die Belange des autarken Spotrs einmischen darf und Herr de Maizière mit seiner Medaillenforderung nicht zum erstenmal voll ins Fettnäpfchen getreten ist. Vertreter des DOSB wiederum beklagen sich über die Undurchsichtigkeit der Fachverbände. Wenn dem DLV Präsidenten Dr. Clemens Prokop zur derzeitigen Krise nur Sätze wie "Wenn da ein Sumpf ist, muss er trocken gelegt werden" einfallen, ist das ein bisschen sehr wenig, zumal die Aufarbeitung des Doping Wests in den 70 und 80er Jahren des letzten Jahrhunderts noch vor der Veröffentlichung von Namen in jenem angesprochenen Sumpf versunken zu sein scheint. Aussitzen solchen Lagen wird wohl dank mutiger und unabhängiger Journalisten immer schwieriger.