Offener Brief zur Aufweichung bzw. Streichung der DLV Olympianormen für 2016

Regensburg, 10. November 2015 (Ring) – Robin Schembera, Deutschlands derzeitig bester 800m-Läufer, hat gestern aus seinem Herzen keine Mördergrube gemacht. In Zusammenhang mit dem erschütternden IAAF-Dopingskandal fordert er „eine Aufweichung der deutschen Olympianormen“, weil sich die Bemessungsgrundlagen dramatisch verändert haben. Wie Robin Schembera denkt der weitaus größte Teil der aktiven Leichtathletik in Deutschland. Die dafür zuständigen Gremien des DLV halten sich in dieser Angelegenheit seit Monaten bedeckt und unnachgiebig. Angesichts der neuesten WADA-Berichte mit bisher einzigartigen, noch nie dagewesenen Sanktionsvorschlägen ist eine Stellungnahme des DLV Präsidenten auch zur veränderten Lage der Normenberechnung überfällig und ich fordere hiermit Dr. Clemens Prokop auf, dies unverzüglich zu tun. Es liegen außerdem Erkenntnisse vor, dass der DLV in dieser Sache primär aktiv vorgeht, also die Normen zunächst dem DOSB vorschlägt, der letztendlich nur noch zustimmen muss. Dass der derzeitig gültige Normenkatalog aus der Feder des DOSB kommen würde, entspricht nicht den Tatsachen. Die Leichtathletik in Deutschland wartet nun auf eine klare, schnelle und den veränderten Verhältnissen angepasste Aussage durch die DLV-Führung.

Dieser Brief wurde heute um 19.14 Uhr als Mail an Dr. Clemens Prokop versandt