Regensburger Top-Marathoni im Mittelpunkt der 10.000m Meisterschaften

Pflieger1 Traunreut Kiefnerfoto7. März 2016 –  167 Tage mussten vergehen, ehe sich Regensburgs Vorzeige-Marathoni Philipp Pflieger nach seinem grandiosen Berliner Lauf nun wieder im Wettkampfgeschehen zurückmeldet. Das ist fast ein halbes Jahr, indem viel neben der Laufstrecke, im Hintergrund und am grünen Tisch der Funktionäre passiert ist, im sportlichen Leben des Telis-Läufers aber eher weniger. Wenn er nun am kommenden Samstag auf heimischen Terrain am Regensburger Weinweg bei den Süddeutschen und Bayerischen Meisterschaften über 10.000m wieder an der Startlinie steht, hat sich einiges im Leben des Philipp Pflieger verändert. Er ist zum veritablen Olympiakandidaten für Rio 2016 aufgestiegen und das war so im Herbst des vergangenen Jahres noch nicht vorhersehbar.

Der hoch aufgeschossene Athlet und sein langjähriger Trainer Kurt Ring sind in der Regel ein harmonisches Paar, immer fokussiert auf den Traum eines jeden Leistungssportlers, den von Olympia. Was sich bei vielen im Lauf ihrer sportlichen Entwicklung oft sehr bald in Luft auflöst, hatte auch bei Philipp Pflieger trotz internationaler Einsätze und einer Europameisterschaftsteilnahme 2012 über 5000m im Lauf der weiteren Jahre immer weniger Glut und drohte zu erlöschen, wäre da nicht der letzte Funke des Marathons gewesen. Jetzt oder nie, hieß es dann im Sommer 2014 nach einer verpassten EM-Qualifikation über 10.000m und in der kalten Herbstluft der Mainmetropole Frankfurt schien dann bei Kilometer 36 noch das letzte Feuer in Pfliegers sportlicher Vita auszugehen. Da saß er nämlich gedemütigt und einige Momente ohne Bewusstsein auf dem unbarmherzigen Asphalt, direkt vor der zielbringenden Festhalle, die er an diesem Tag zumindest laufend nie erreichen sollte.

„So sollte die Erfolgsgeschichte Pflieger nicht zu Ende gehen“, sagt im Nachhinein sein Trainer, „irgendwann und irgendwie war sie wieder da, die unbändige Motivation bei Philipp zum schnellen Laufen.“ Am Ende eines weiteren Jahres stand dann jener 27. September in Berlin, als vieles, wenn nicht sogar alles anders wurde im Sportlerdasein des Regensburgers. Höchstens knapp unter 2:14 hatte ihm sein Coach prognostiziert, unvorstellbare 2:12:50 war er gelaufen, die drittschnellste Zeit eines Deutschen in den letzten 20 Jahren auf den 42,195 Kilometern. Und trotzdem – für Olympia schien es zu wenig zu sein. Der Deutsche Leichtathletik-Verband manifestierte vorher „seinen hohen Leistungsanspruch“, der international für eine Olympiateilnahme bei weitem nicht nötig ist, bei 2:12:15 Stunden, eben lumpige 35 Sekunden schneller. Umgerechnet in Strecke gerade mal knapp zweihundert Meter.

Seitdem hat sich viel getan, hauptsächlich hinter den Kulissen. Im Frühjahr 2016 steht die Norm des DLV nun bei 2:14:00 Stunden, der ehedem harte Leistungsnachweis über die halbe Distanz von 1:04:00 Stunden wurde aufgeweicht Richtung 1:06:30 und Pflieger steht immer noch an Platz zwei der drei zu vergebenden deutschen Startplätze. „Vieles, was nun von offizieller Seite kundgetan wird, war sicherlich anders. Am Ende steht jetzt aber ein Ergebnis, das zulässt, dass ich mich ganz gezielt und ruhig auf die Olympischen Spiele im August vorbereiten kann, wenn nicht noch zwei Konkurrenten bei den Frühjahrsmarathons schneller laufen als ich und mit etwas Glück wird’s auch noch für eine Halbmarathon-Teilnahme bei den Europameisterschaften im Juli reichen“, sagt ein sichtlich zufriedener Athlet zur derzeitigen Lage der Dinge.

Regensburg am 12. März bei den schon zur Tradition gewordenen Landesmeisterschaften über die 25 Bahnrunden ist nun nicht unbedingt ein Riesenhighlight in der Laufbahn des Philipp Pfliegers, zumal noch nicht einmal klar ist, dass er nach wenigen Wochen des systematischen Wiederbeginns die Konkurrenz, angeführt von den Rothern Sebastian Reinwand und Andreas Straßner, sowie  den eigenen Trainingskumpeln Felix Plinke, Jonas Koller, Valentin Unterholzner und Tim Ramdane Cherif überhaupt in Schach halten kann. Regensburg, am 12. März 2016 könnte aber der Startschuss eines großen Jahres des gebürtigen Schwaben sein. Das sollte denn auch die ganz besondere Würze des diesjährigen Meisterschaftstages sein. Nachdem im Frauenbereich viele der Telis-Asse auf die 10.000m Meisterschaften verzichten, kommen diesmal die Favoritinnen mit Regina Högl (LG Region Landshut), sowie Babinja Wirth (TSV Ebermannstadt) im Gegensatz zu der Junioren- und Männerwertung nicht aus dem eigenen Lager. Es könnte aber sein, dass sich Thea Heim im letzten Moment doch noch für einen Start entscheidet. Der erste Startschuss fällt um Punkt 14 Uhr.

Newstelegramm

Bad Liebenzell, 03.09.17
DM 10 km Straße
Ausschreibung


Berlin, 02.09.17
ISTAF
Ausschreibung


Ulm, 04.-06.08.17
DM Jugend U20 + U18 mit DM Langstaffeln(M 3x1000/ W 3x800)
Livestream und Liveergebnisse


Grosseto (Italien), 20.-23.07.17
U20-Europameisterschaften
Webseite
Live-Ergebnisse
Ergebnislisten
Livestream


Regensburg, 15.-16.07.17
Bayerische Meisterschaften U23/U16
Ergebnisse
Göstl-Fotos (Tag 1)
Göstl-Fotos (Tag 2)


Berlin, 31.-31.12.06
Silvesterlauf Berlin
Webseite
Ergebnisse
Bericht


Weitere Ergebnisse in der  Ergebnisrubrik...