Philipp Pfliegers Olympiaqualifikation als echte Marathon-Herausforderung

Pflieger p sueddeutsche14 foto kiefner bd2e90c499Berlin, 4. April 2016 –  Der 27. September 2015 wird für Philipp Pflieger von der LG Telis Finanz Regensburg wohl immer ein besonderer Tag bleiben. Nach einem missglückten Marathondebüt 2014 in Frankfurt zauberte der Regensburger völlig unerwartete 2:12:50 Stunden auf die Straßen von Berlin und das in der legendärsten Laufdisziplin, die die Leichtathletik kennt, dem Marathon. Was am Anfang so gar nicht nach Olympia aussah, entpuppte sich im Laufe der nächsten Monate immer mehr als Pfliegers Ding zu den begehrten olympischen Ringen. Nun hat der Regensburger einen weiteren Schritt getan: Beim Berliner Halbmarathon erfüllte er den vom DLV 2016 geforderten Leistungsnachweis auf der halben Strecke, der bei 1:06:30 lag und den er mit 1:04:58 am Ende deutlich unterbot.

Warum das 2015 zum Zeitpunkt des Berlin-Marathons noch nicht und jetzt doch reicht, ist eine lange Geschichte zu der Philipp und sein Verein letzten Endes viel dazu beigetragen haben und am Ende ein olympisches Happyend stehen könnte. Und dennoch, ein paar Hürden stehen dem Langstreckler bis Rio immer noch im Weg. Für ihn selbst die, die er mit großem Respekt betrachtet. Es dürfen nämlich bei den im April noch verbleibenden Frühjahrsmarathons keine weiteren zwei Deutschen außer Rekordhalter Arne Gabius schneller als der Telis-Mann laufen, der immer noch den zweiten Nennplatz der drei möglichen Rioplätze innehat. In der Pressekonferenz des Berliner Halbmarathons lehnte er daher auch jegliche Spekulation seiner Person in Richtung Olympischer Spiele (noch) ab. „Der Respekt vor meinen noch indirekt verbleibenden Gegnern gebietet mir vor Düsseldorf, am 24. April 2016, noch nicht von meiner Olympiateilnahme zu sprechen, auch wenn ich der in Berlin wieder näher gekommen bin.“

Eigentlich wollte Philipp Pflieger auch den Halbmarathon bei den gut ein Monat vor den Olympischen Spielen stattfindenden Europameisterschaften  (Amsterdam, 6.-11. Juli 2016) mitnehmen. Nachdem er über den Winter nur schwer in die Gänge kam und bis Anfang Februar keinen Schritt laufen konnte, gestaltet sich dieses Unternehmen jetzt fast schwieriger als sein möglicher Auftritt in Rio. „Sieben Wochen Training sind einfach zu wenig, um die vom DLV dafür geforderten 1:03:45 Stunden jetzt schon in Berlin zu erledigen.“ Als Zweitchance bleiben nun die Deutschen Halbmarathonmeisterschaften am 23. April in Bad Liebenzell, zu denen er als Titelverteidiger anreist.

Da in Amsterdam auch eine Mannschaftswertung im Halbmarathon dabei ist, möchte der Verband fünf der sechs möglichen Plätze besetzen. Nach Stand der Dinge braucht Pflieger dann nur die B-Norm, muss aber trotzdem mindestens 1:04:16 laufen, weil bereits die fünfte erzielte Zeit in diesem Jahr bei 1:04:17 liegt. „Hätte man uns im vorigen Jahr bereits zu Beginn der nationalen Qualifikationsperiode (1. August 2016) gesagt, dass dies am 23. August 2015 möglich gewesen wäre – die Nominierungsbestimmungen dazu wurden erst Ende September 2015 vom DLV veröffentlicht – wäre Philipp in Kärnten keinen Trainingslauf gelaufen, sondern hätte sich da schon für einen schnellen Halbmarathon in Berlin entschieden“, sagt dazu sein Trainer Kurt Ring. So muss denn der Regensburger in Richtung Amsterdam alles auf die verbliebene Karte Bad Liebenzell setzen. Die Situation kennt er zur Genüge aus den letzten vier Jahren. Mal geht es so aus und mal so.