Wegen der aktuellen Ausländerstartrecht herrscht in der deutschen Laufszene Unruhe

Regensburg, 25. April 2016 –  Bester Deutscher und doch kein Deutscher Meister bei den Titelkämpfen, geht das überhaupt? Laut Regelwerk des Deutschen Leichtathletik-Verbandes geht das, erzeugt aber in Läuferkreisen durchaus zunehmend Kritik. Jüngstes Beispiel sind dafür die Deutschen Straßenlaufmeisterschaften, die am vergangenen Samstag in Bad Liebenzell über die Bühne gingen. Dort ließ sich der Äthiopier Mitku Seboka die Goldmedaille umhängen, Silber gewann der Eritreer Ejob Solomun. Bester Deutscher auf dem Bronzerang war Jonas Koller, gefolgt vom Ukrainer Vitaliy Rybak und dem zweiten Deutschen, Tobias Blum. Vielen, die nicht so in der Langstrecken-Szene drinstecken, ist das schwer zu vermitteln. Möglich wird das durch das Regelwerk des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV), der seine Meisterschaften unter bestimmten Voraussetzungen eigentlich weltweit öffnet.

Paragraph 5.2.1 und 5.2.2 der Deutschen Leichtathletik Ordnung (DLO) sagt dazu: Sämtliche Meisterschaften sind grundsätzlich offen für alle Athleten, die die deutsche  Staatsbürgerschaft und ein gültiges Startrecht für einen deutschen Verein/LG haben. Nicht EU Staatsbürger sind teilnahmeberechtigt, wenn sie mindestens 1 Jahr ihren ständigen  Aufenthalt im DLV Gebiet und in dieser Zeit ein Startrecht für einen deutschen Verein haben  sowie im laufenden und vorigen Jahr nicht für den Heimatverband bzw. an dessen Meisterschaften gestartet sind. Damit handelt man beim DLV konträr zu den meisten anderen nationalen Verbänden, die für die Teilnahme an ihren nationalen Titelkämpfen grundsätzlich die eigene Staatsbürgerschaft voraussetzen. Die Franzosen, als klassisches Einwanderungsland, mit solchen Fragen seit Jahrzehnten konfrontiert, reagierten hier mit einer eleganten Lösung. Sie führten einfach den internationalen Meister zusätzlich ein und waren damit viele Probleme los.

In einem Land und in einer Sportart, wo selbst nationale Meister auf Grund ihrer sportlichen Betätigung größte Probleme haben wirtschaftlich auf einem Existenzminimum über die Runden zu kommen und dennoch ihren Sport nur als Halbprofi einigermaßen erfolgreich erledigen können, spielt diese Regelung eine immer größere Rolle. Der hier im Lande groß gewordene Nachwuchs wird sich wohl à la longue aus der Szene verabschieden, weil er sich im Höchstleistungsalter den Halbprofi nicht leisten kann, wenn ausländische „Überläufer“ – durchaus in der doppelten Bedeutung zu verstehen – die wenigen eigenen Sponsoring-Möglichkeiten torpedieren oder unterlaufen. Es spielt in Fragen des Kleinsponsorings – und in der Regel geht es hauptsächlich darum – eine erhebliche Rolle, ob der Athlet nun Deutscher Meister oder eben nur Dritter geworden ist. Und indirekt betrifft es natürlich auch die Finanzierung der jeweiligen Vereine.

Die Problematik ist dem DLV durchaus bekannt. Schon im November des letzten Jahres lag dem Verbandsrat ein Antrag zur Änderung des Ausländerstartrechts vor, laut Präsidenten des Bayerischen Leichtathletik-Verbandes Wolfgang Schoeppe mit mehrheitlicher Zustimmung der beschließen Landesverbände versehen. Man stellte ihn wegen der damaligen Flüchtlingssituation zurück. Jetzt will man sich laut Schoeppe und dem dafür zuständigen DLV-Vizepräsidenten Hartmut Grothkopp bei der Verbandsratssitzung am 16. Juni in Kassel erneut damit beschäftigen. Der Teamchef der LG Telis Finanz Regensburg Kurt Ring, der die Interessen seines Clubs, einem der führenden Laufvereine Deutschlands vertritt und damit natürlich auch einer der Betroffenen ist, sagt dazu: „Alles was wir wollen, ist, dass man unsere Probleme ernst nimmt und zeitnah etwas ändert.“

Norbert Lieske, Präsident des gleichen Clubs und in Bad Liebenzell dabei, versteht die derzeitige Handhabe des DLV überhaupt nicht und hat deshalb auch an die AG Wettkampfwesen im DLV, zu Händen Herrn Frank O. Hamm eine Beschwerde geschrieben. Er will nun bis zum 28. April eine plausible Antwort haben. Ob er sie bekommt, steht in den Sternen. Auch Leonhard Schroll, Trainer der Rother Laufgruppe, hat 2015 zweimal einen Brief in dieser Sache an die Verantwortlichen gesendet. Antwort hat er bisher auch keine bekommen. Den Befürwortern für Deutsche Meisterschaften allein für Athleten mit deutscher Staatsangehörigkeit sticht auch die Tatsache ins Auge, dass immer mehr afrikanische Asylbewerber in der Szene auftauchen, die absolut wettbewerbstauglich in Schuss sind. Allein in der Deutschen Bestenliste im Halbmarathon findet man derzeit unter den besten 20 acht Ausländer, die alle nicht aus EU-Staaten stammen.

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