Warum 1. Mai und warum gleich Kalifornien? Die Frage ist schnell beantwortet: Maren Kock muss die Norm in einem reinen Frauenrennen bringen, in Europa ist dies ein fast unmögliches Unterfangen. Zudem wollen beide in der deutschen Saison sich zunächst voll auf die 1500m-Qualifikation sowohl für die EM (6.-11. Juli, Amsterdam) als auch die Olympischen Spiele konzentrieren. Beides miteinander ist im deutschen Mai schwer zu vereinen. Die beiden haben lange überlegt, ob sie zu so einem frühen Saisonzeitpunkt den Sprung über den großen Teich wagen sollen. Jetlag, Reisestrapazen und eine völlig neue Umgebung müssen erst einmal bewältigt werden. Am Ende haben sie es getan, sich am Mittwoch in den Flieger gesetzt und  sind wohl behalten im Westen der USA angekommen.

Beide laufen am 1. Mai, abends gegen 20 Uhr im besten Lauf der vier Zeitläufe, jeweils umringt von mehr als 20 Konkurrenten, die alle dasselbe wollen, möglichst schnell laufen. „Das Ganze ist ein riesiges sportliches Abenteuer. Doch wer nicht wagt, der nicht gewinnt, geht’s in die Hosen, ist in Europa noch genügend Zeit, Rio auch hier zu realisieren. Wir drücken hier in Regensburg natürlich sämtliche Daumen, schließlich brauchen Anja Scherl und Philipp Pflieger noch Begleitung. Sollte dies am 1. Mai nur ansatzweise gelingen, sind wir bei der LG Telis Finanz garantiert aus dem Häuschen“, sagt Telis-Teamchef Kurt Ring dazu, der schon in den Winter-Trainingslagern immer wieder diese Option ins Spiel gebracht hatte. In Regensburg wird man wegen der Zeitverschiebung die Ergebnisse erst am frühen Morgen des 2. Mai erfahren. Für Spannung ist also gesorgt.