Telis-Mittelstreckler Benedikt Huber schlägt in Mannheim gesamte deutsche Spitze

Huber Ludolph Gala16 Kiefner FotoMannheim, 9. Juni 2016 (orv) –  Mannheim scheint für Benedikt Huber von der LG Telis Finanz Regensburg ein gutes Pflaster zu sein. Schon im letzten Jahr hat er dort über die zwei Stadionrunden fast die gesamte deutsche Spitze im Griff. Diesmal standen die Zeiten auf Sturm, weil der Regensburger schon fünf Tage vor dem MTG Sprint- und Laufmeeting bei der heimischen Sparkassen Gala als Zweiter an der EM-Norm gekratzt hatte und erstmals mit 1:46,57min unter 1:47 Minuten blieb, nur sieben Hundertstel über dem Limit für Amsterdam. Nun hat er in Mannheim unter schlechten Bedingungen sogar alle aus der Beletage der deutschen Szene hinter sich gelassen und blieb mit 1:46,79min erneut unter 1:47 Minuten, seiner zweitbesten Leistung überhaupt. Sein Teamkollege Gabriel Genck wurde Sechster mit 1:52,05min.

Es dauerte lange, bis sich Beni, wie ihn alle Freunde nennen, bei seinem Teamchef Kurt Ring am Telefon meldete. Um 21.30 Uhr war das Rennen angesetzt. Kurz nach 23 Uhr hat es dann wirklich stattgefunden. Die Zeitnahme war während des Meetings teilweise ausgefallen, die erhebliche Startverzögerung eine logische Folge davon. „Gewonnen habe ich, es war aber ein Sch…rennen. Der Tempomacher ist mit 50 Sekunden für die erste Runde viel zu schnell angelaufen, nach 550 Meter Metern habe ich Sören Ludolph, der noch versucht hat, das Tempo hoch zu halten,  überholt und den Rest musste ich dann alleine von der Spitze aus gestalten. Ich weiß, dass ich zumindest die EM-Norm sicher drauf habe“, beklagte sich der Regensburger am Telefon. Eigentlich wollte er nach dem Rennen noch zwei Stunden Richtung Heimat fahren, um dann auf halben Weg in einem Hotel an der Autobahn zu nächtigen. Jetzt reichte es nur noch bis zum Stadtrand Mannheims. Trotz aller Misslichkeiten an diesem langen Abend: Der Traum vom ersten Start im Nationaltrikot lebt weiter.

Jetzt muss er auf die nationalen Meisterschaften am übernächsten Wochenende in Kassel hoffen. Er hat sich dort mit seinen beiden Klasseauftritten, zuerst bei der Sparkassen Gala in Regensburg und dann in Mannheim, in die Rolle eines Geheimfavoriten gelaufen. Das ist für einen wie Benedikt Huber, der noch nie einem Nationalkader angehörte, doch etwas ganz Neues. Eigentlich war anfangs ein Start in Amsterdam gar nicht möglich gewesen, weil er ohne Kaderstatus keinem Dopingkontrollsystem unterliegt. Umsichtig, wie der gebürtige Oberbayer aber mal ist, hat er schon im Winter die Aufnahme beantragt und auch selbständig die sportärztliche Untersuchung am OSP München erledigt, weil er stets an sich geglaubt hat. Es wird also spannend werden in den nächsten Wochen mit Benedikt Huber und um ihn herum.

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