Es dauerte lange, bis sich Beni, wie ihn alle Freunde nennen, bei seinem Teamchef Kurt Ring am Telefon meldete. Um 21.30 Uhr war das Rennen angesetzt. Kurz nach 23 Uhr hat es dann wirklich stattgefunden. Die Zeitnahme war während des Meetings teilweise ausgefallen, die erhebliche Startverzögerung eine logische Folge davon. „Gewonnen habe ich, es war aber ein Sch…rennen. Der Tempomacher ist mit 50 Sekunden für die erste Runde viel zu schnell angelaufen, nach 550 Meter Metern habe ich Sören Ludolph, der noch versucht hat, das Tempo hoch zu halten,  überholt und den Rest musste ich dann alleine von der Spitze aus gestalten. Ich weiß, dass ich zumindest die EM-Norm sicher drauf habe“, beklagte sich der Regensburger am Telefon. Eigentlich wollte er nach dem Rennen noch zwei Stunden Richtung Heimat fahren, um dann auf halben Weg in einem Hotel an der Autobahn zu nächtigen. Jetzt reichte es nur noch bis zum Stadtrand Mannheims. Trotz aller Misslichkeiten an diesem langen Abend: Der Traum vom ersten Start im Nationaltrikot lebt weiter.

Jetzt muss er auf die nationalen Meisterschaften am übernächsten Wochenende in Kassel hoffen. Er hat sich dort mit seinen beiden Klasseauftritten, zuerst bei der Sparkassen Gala in Regensburg und dann in Mannheim, in die Rolle eines Geheimfavoriten gelaufen. Das ist für einen wie Benedikt Huber, der noch nie einem Nationalkader angehörte, doch etwas ganz Neues. Eigentlich war anfangs ein Start in Amsterdam gar nicht möglich gewesen, weil er ohne Kaderstatus keinem Dopingkontrollsystem unterliegt. Umsichtig, wie der gebürtige Oberbayer aber mal ist, hat er schon im Winter die Aufnahme beantragt und auch selbständig die sportärztliche Untersuchung am OSP München erledigt, weil er stets an sich geglaubt hat. Es wird also spannend werden in den nächsten Wochen mit Benedikt Huber und um ihn herum.