Die Afrikaner sorgten im gemeinsamen Rennen der Männer und U23-Junioren über 9,1 Kilometer von Anfang an für ein schnelles Tempo. Die beiden Telis-Junioren Tim Ramdane Cherif und vor allem Tobias Blum versuchten Kontakt zur Spitzengruppe zu halten. Beide machten damit schlechte Erfahrungen. Ramdane Cherif stürzte im ersten Drittel über einen Strohballen und kam dabei völlig außer Tritt. Blum, gehandicapt von Kreislaufproblemen, musste das Rennen im letzten Drittel des Rennens sogar aufgeben. Simon Boch hatte die bessere Anfangstaktik gewählt, schaute sich zuerst an, was da vorne alles passierte und rollte dann geradezu gnadenlos das gesamte Feld auf. „Warum man den Jungen von Seiten des DLV jetzt noch einmal in Tilburg durch ein knüppelhartes Rennen mit internationalem Topfeld über satte zehn Kilometer jagt, ist mir nach dieser Galavorstellung schleierhaft“, sagt sein Coach Kurt Ring zum wieder einmal recht komplizierten Qualifikationsmodus des Verbandes.

Harrer1 Darmstadt Cross16 KiefnerfotoBei den Frauen war mit der späteren Siegerin Caterina Granz (LG Nord Berlin), der ehemaligen Olympiaachten Julia Bleasdale und deren Teamkolleginnen Jana Sußmann und Carolin Kirtzel deutsche Cross-Spitze am Start, die allesamt für die Regensburger Frauen-Armada noch zu stark waren. „In Tilburg, am nächsten Sonntag, dann auch mit den Telis-Größen Florian Orth, Maren Kock und Anja Scherl, werden die Karten neu gemischt und letztendlich zählen dann auch nur diese Resultate“, relativiert Telis-Teamchef Kurt Ring das Darmstädter Frauenergebnis, „wobei Coco Harrer in Holland nicht dabei sein wird. Sie zieht ein Straßenrennen in der Schweiz vor.“ Mit Julia Kick hielt sich eine andere Große der Telis-Damen schon einen Tag vor Darmstadt beim Cross Meet-IN in Ingolstadt schadlos. Sie dominierte die 3km lange Mittelstrecke dort nach Belieben. Dritte wurde Teamkollegin Ivana Gancheva, die anschließend auch noch die doppelt so lange Distanz gewann. Überraschender Sieger des Speed-Crosses über zwei Mal 600m wurde der Telis-Jugendliche Tim Englbrecht.

Marathoni Philipp Pflieger (LG Telis Finanz) hatte schon vorher angekündigt, dass er im Herbst das tiefe Geläuf meiden würde. Er startete bei einem 8km-Straßenrennen in der Schweiz, wo er nur mit fünf Sekunden Rückstand auf den Siebten Simon Tesfay, einem gebürtigen Äthiopier, als Elfter ganz knapp an den prämierten Platzierungen der ersten Zehn vorbeilief. „Wieder mal ans läuferische Limit zu gehen war auf dem eckigen, hügeligen Straßenkurs eine schon fast vergessene Erfahrung und der elfte Platz wurmt mich sehr, weil ich in Richtung Top-Sieben meine Attacke etwas zu früh ansetzte und dann vom restlichen Pulk überrollte wurde“, sagte er zu seinem Rennen.