Regensburger Olympionike fällt durch’s Kaderraster des DLV

Orth3 EM Halle15 KiefnerfotoRegensburg, 23. November 2016 (orv) – Florian Orth, der Läufer aus Nordhessen, der für die LG Telis Finanz Regensburg startet, hat eine sehr erfolgreiche Zeit hinter sich. Im Sommer 2015 hat er sein Zahnmedizinstudium mit der kürzest möglichen Anzahl an Semestern erfolgreich abgeschlossen und sich dann bei Teilzeitbeschäftigung als nun fertiger Zahnarzt vehement in die Olympiavorbereitung für Rio begeben. Neben vier Deutschen Einzeltiteln stehen nun ein siebter Platz bei den Europameisterschaften und der beste Auftritt eines deutschen Läufers bei den Olympischen Spielen zu Buche. Ein Prachtbeispiel einer dualen Karriere also. Florian Orth will weitermachen, zumindest bis zu den Heim-Europameisterschaften in Berlin, vielleicht auch noch bis 2020, wenn wieder Olympia ruft. Er ist schließlich für einen Langstrecken-Newcomer mit seinen 27 Jahren gerade im richtigen Alter.

Jahrelang war der Hesse auf Grund seiner 1500m Leistungsfähigkeit im Topteam des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV) eingestuft und hatte damit auch Zugang zu verbesserten Fördermaßnahmen wie Sporthilfe und den damit verbundenen Ersatz für sportlich bedingte Verdienstausfälle. Jetzt, im November dieses Jahres, musste er nach langem Warten zur Kenntnis nehmen, dass ihm der DLV den Sonderstatus entzogen hat. Die Kaderrichtlinien (Stand 2015) besagen, dass dafür eine Leistung von 13:15,00 Minuten über 5.000m notwendig gewesen wäre. Dass Florian Orth diese Leistung zu den Saisonhöhepunkten Europameisterschaften und Olympische Spiele, dann in Höchstform laufend, nicht abrufen konnte, lag in der Natur der Dinge. In Amsterdam wurde taktisch gelaufen, in Rio herrschten im Vorlauf schwüle 34 Grad bei voller Mittagsonneneinstrahlung, also Antibedingungen für schnelle Zeiten. Der Regensburger lief so 13:28,88min, was Experten bei guten Voraussetzungen als Leistung um 13:15min eingeschätzt haben.

Die Deutsche Sporthilfe hat ihm nun mit einem höflichen Schreiben mitgeteilt, dass sie derzeit über die weitere Förderung des Leichtathleten Florian Orth noch nichts wissen und man eine Sitzung am 13./14. Dezember abwarten müsse. „Wenn ich in die Basis-Förderung gesteckt werde, wovon ich fast ausgehe, verliere ich alle finanzielle Unterstützung (bisher 200 Euro monatlich) vor allem die Verdienstausfallerstattung“, schreibt dazu der Athlet seinem Regensburger Teamchef Kurt Ring, „für mich ist das alles eine ganz große Demütigung, man hat sein bestes Jahr und fliegt aus jeglicher Förderung“. Wegen seines Rauswurfes aus dem Topteam hat er ein Gespräch mit dem designierten neuen Sportdirektor und leitenden Bundestrainer Cheick Idriss Gonschinska angestrebt. Der teilte am 16. November unter anderem mit: „Leider kann ich im Kontext der aktuellen Prozesse erst zum Jahresende einige Zeiträume für persönliche Gespräche einräumen“. Die Anfrage des „Herrn Orth“ kann er „nachvollziehen  im Kontext der strukturellen Veränderungen im DLV und des sehr aufwendigen Abstimmungsprozesses mit dem DOSB zur Spitzensportreform, deren linearen Umsetzung speziell für die Laufdisziplinen nicht unerhebliche Folgen haben könnte.“

Regensburgs Teamchef Kurt Ring, bekannt für klare Aussagen, wird da schon deutlicher: „Die gesamten Kaderrichtwerte gehören in den Papierkorb, genauso wie das Gewürge um die neue Leistungssportreform. Wenn sich in den Schulen, Bildungseinrichtungen, bei der sozialen Absicherung von Trainern und einer durchaus möglichen Unterstützung der florierenden deutschen Wirtschaft nichts ändert, wird nur auf Sand gebaut. All diese Papiere erinnern doch nur an sozialistische Planwirtschaft, die im Prinzip nie erfolgreich war.“ Es ist wohl eine Binsenweisheit, dass sich ein großer Erfolg auf viele kleine Erfolge aufbaut. Solche kleinen Erfolge könnten zum Beispiel die Vermehrung der deutschen Teilnehmer/Innen bei internationalen Meisterschaften sein. Das Bundesinnenministerium (BMI) redet mit seinem Minister de Maizière nur ständig von Medaillen und wenn Sportarten diese aus welchen Gründen auch immer nicht gebracht werden, von deren Abstufung der Förderung. Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) nickt in aller Regel mehr oder weniger ab. Kein Wunder, das BMI ist schließlich der Hauptgeldgeber des DOSB.

Ein Zeichen von kompetenter Autorität ist das für die Sportverbände und ihrem Führungspersonal nicht, wenn sie selbst mit ihren Olympiateilnehmern im Clinch liegen. Florian Orth ist im normalen Leben nämlich ein ruhiger, gut erzogener und äußerst verständiger junger Mann. Was ist aber im Spitzensport nach den geradezu grotesken Verfehlungen und Verhaltensweisen der Spitzenverbände bis hin zum Internationalen Verband (IOC) mit seinem deutschen Präsidenten Dr. Thomas Bach allein in diesem und im letzten Jahr noch normal, zu verstehen und erhaltenswert?

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