Harte Zeiten für die Regensburger Läuferarmada

Regensburg, 15. Januar 2017 (orv) – An Tagen wie diesen sind die Bedingungen im tiefverschneiten Regensburg für Läuferinnen und Läufer bei empfindlichen Minusgraden nicht die besten. Die Straßen und Bürgersteige sind bisweilen stark vereist, ins Gelände zu laufen wäre bisweilen Harakiri mit Anlauf und das Ausschaufeln der Kunststoffbahn haben die Verantwortlichen der LG Telis Finanz aufgeben müssen, weil liebe Artgenossen aus der Freizeitszene den ersten Schnee auf der Innenbahn dermaßen zertrampelt haben, dass eine unwiderstehliche unebene Eis- und Schneeschicht entstanden ist. Freie Straßen werden im Eilverfahren per whatsapp ans ganze Team weitergegeben und in und um Regensburg rattern in allen Instituten die Laufbänder mit Blauen drauf, sofern sie überhaupt die benötigten Geschwindigkeiten hergeben. An Tagen wie diesen fehlt eben die bereits geplante Leichtathletikhalle an allen Ecken und Enden.

„Eigentlich ist es fast ein Wunder, dass wir in diesem Winter bisher im ganzen Team ohne Verletzungen durchgekommen sind, abgesehen von ein paar grippalen Infekten“, sagt dazu Telis-Teamchef Kurt Ring, „ vielleicht verstehen jetzt einige im übrigen Deutschland, dass wir uns in der Hallensaison ein wenig dezent zurückhalten.“ Das sagt einer, der mit seinem Team noch im letzten Jahr bei der DM unterm Dach gleich drei Titel und eine Bronzemedaille dazu abgeholt hat und das alles mit Leuten, die nur ab und an in der Halle trainieren können. „Es ist ja nicht der erste Winter, der ins Land zieht, man muss eben mal im Training ein bisschen flexibler trainieren und die Fahrten ins winterliche Klimatrainingslager gehört inzwischen schon lange zu unserem Repertoire, wenn auch der Trip nach Südafrika in diesem Jahr mit 10 Tops ein Novum darstellt“, stellt der Teamchef die Dinge ins richtige Licht.

Am nächsten Samstag lädt er seine Cracks sogar zum Testrennen über die 3000m in die Münchner Halle ein. Wo sonst die Bayerischen Hallenmeisterschaften herhalten mussten, braucht man 2017 ein Extrarennen, weil große Teile des Teams zum Zeitpunkt der Meisterschaften im Flieger nach Johannesburg sitzen. Mal sehen, was man mit Grundlagentraining so an Leistung herauszaubern kann. Der Coach hat sich schon mal vierzehn Tage vorher die Wetter-App für Potchefstrom angeschaut: Im Schnitt um die 26 Grad, wohlgemerkt Plusgrade, Sommer eben auf der südlichen Halbkugel. „Für die von Schnee, Eis und Kälte malträtierten Knochen, Sehnen und Bänder  ist das genau die richtige Medizin‘“, freut sich der Teamchef schon richtig auf die neue Erfahrung. Bisher war man um die Zeit meistens zweimal zwei Wochen in Portugal bei weit geringeren Temperaturen.

Es ist ein hochwertiger Zehnerpack, den Kurt Ring mit nach Südafrika nimmt. Neben den drei Olympioniken Florian Orth, Philipp Pflieger und Corinna Harrer, ist die EM-Sechste über 1500m Maren Kock, der EM-Zehnte über 800m Benedikt Huber, die drei Youngster Jonas Koller, Tim Ramdane Cherif und Simon Boch, sowie die beiden Neuzugänge Miriam Dattke und Fabian Lutz mit an Bord. Ebenso dabei ist Physiotherapeut Pascal Bucher. „Ich hätte noch gerne vier oder fünf weitere Athleten/Innen mitgenommen. Leider können einige aus studientechnischen Gründen nicht. Bei uns in Deutschland ist das alles nicht so einfach“, erklärt der Teamchef weitere Details.