Ein Kommentar von Kurt Ring, Teamchef der LG Telis Finanz

Regensburg, 28. Februar 2017 (Ring) – DLV-Sportdirektor Cheick Idriss Gonschinska holt weit aus, als er sich gegen Florian Orths Vorwürfe zur Wehr setzt. Den eigentlichen Kern der Orth’schen Anschuldigungen erreicht er dabei aber nicht. Da ist ein Athlet, der für sein freiwilliges und unentgeltliches Eintreten in Sachen Verband, ja sogar Nation, in erster Linie Respekt und Wertschätzung einfordert. Da ist aber auch ein Sportdirektor, der zwischen den Stühlen sitzt, einerseits die Interessen und Wünsche seiner Athleten/Innen vertreten, anderseits die Vorstellungen des BMI mit seinem verlängerten Ast DOSB in Sachen Leistungssportentwicklung durchsetzen soll. Beides passt derzeit immer weniger zusammen.

Innenminister de Maizière neigt nicht selten zu markigen Forderungen und vergleicht ganz gerne Äpfel mit Birnen. Im Vergleich zur weltumfassenden Leichtathletik ist sein Vorzeigemodell, der deutsche Wintersport, oder auch etliche elitäre Sommersportarten wie Reiten oder der moderne Fünfkampf, in die Kategorie Randsportart einzuordnen. Beispiel gefällig: Bei den diesjährigen Ski-Weltmeisterschaften fanden sich beim Teamwettbewerb in der von Deutschland dominierten Nordischen Kombination gerade mal 11 Nationen mit  nicht wettbewerbsfähigen Exoten wie zum Beispiel Kasachstan dabei. Selbst ein Wintersportgigant wie Finnland hatte große Mühe, um überhaupt ein Quartett zusammen zu bekommen. In der Leichtathletik gäbe es auf dem gleichen Niveau wohl 150 Nationen und mehr, die eine 4x100m Staffel besetzen könnten.

Der Minister übersieht auch gerne, dass der deutsche Sport betreffend seine  Basisfaktoren weltweit längst nicht mehr konkurrenzfähig ist. Leistungssport ist in deutschen Schulen schon seit Jahrzehnten nicht mehr verankert, ihm fehlt die allgemeine Wertschätzung, wie das der Sportler Orth nennt. Vom hohen Ansehen, die der Leistungssport in anderen Nationen bei Universitäten und Hochschulen hat, kann man hierzulande auch nur träumen. Die so schlagkräftige deutsche Industrie hat zwar den Topsport mit Marktführer König Fußball schon längst als Werbeträger erkannt, die Spezies Leichtathletik hat diese Möglichkeit der Finanzierung mit geradezu desaströser Wirkung verschlafen.

So ist man immer mehr in die Abhängigkeit des Staates geraten, ohne dessen Subventionen die olympische Kernsportart Nummer eins gar nicht mehr lebensfähig wäre. Verständlich ist dann auch die Aussage des ehemaligen Sportdirektors Thomas Kurschilgen, wenn er sich dem BMI mehr verpflichtet sieht als seinen eigenen Athleten. Schließlich wird er dort bezahlt. Der DLV hat längst eigene Gestaltungsmöglichkeiten verspielt, ist zum zahnlosen Tiger geworden, dem gar nichts anderes übrig bleibt, das nachzusagen, was ihm sein Geldgeber vorsagt.

Gehuldigt wird dann einem ewig alten Führungssystem, buckeln nach oben und treten nach unten, autoritär eben mit dem großen Pfand in der Hand, allein den Schlüssel für die internationale Glückseligkeit in Händen zu halten. Damit hat man aufmüpfige Athleten, die nicht so recht wollten wie sie sollten, noch immer klein bekommen. Und wenn dann mal ein Olympiasieger wie Robert Harting die Athletenvereinbarung nicht unterschreiben will, gibt es eben schnell mal eine Sonderregelung.

Florian Orth erreicht nun mit seiner EM-Absage und vor allem seiner Begründung eine neue Dimension. Er zählte bisher zu den Unauffälligen, keineswegs ein Revoluzzer oder einer der mit seinen Worten gerne aus dem Rahmen fällt. Wohlerzogen und stets überlegt trat er stets in der Öffentlichkeit auf. Er ist ein Musterbeispiel der dualen Karriere und inzwischen fertiger Zahnarzt. Jenem Musterknaben ist jetzt der Kragen geplatzt und er hat ein Zeichen gesetzt. Er ist sich zu schade, den wertlosen Bauer im großen Schachspiel seines Feudalherrn DLV zu spielen. Er spricht aus, was sich inzwischen viele Athleten denken. Dem Verband sei deshalb anzuraten, schleunigst das Gespräch zu suchen mit all jenen Unzufriedenen, die immer mehr werden, anstatt erneut den Oberlehrerzeigefinger zu heben. Einem Florian Orth geht es keineswegs in erster Linie ums Geld, es geht ihm um menschliche Werte. Darauf konnte sowohl der Verband als auch sein Sportdirektor bisher keine plausiblen Antworten geben.

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