Ein fehlendes Teilnehmerverzeichnis kann viel aussagen

Regensburg, 11. Mai 2017 (Ring) – Bei Deutschen Meisterschaften ist es üblich, dass einige Tage nach Meldeschluss auf leichtathletik.de unter der Rubrik Termine, Unterpunkt „Deutsche Meisterschaften“, Unterpunkt „die speziellen Meisterschaften“ ein Teilnehmerverzeichnis erscheint, an dem sich Teilnehmer/Innen, deren Vereine und auch interessierte Fans, sowie die Fachpresse orientieren können. Im Falle der Deutschen Meisterschaften über 10.000m, die am kommenden Samstag im sächsischen Bautzen stattfinden werden, war dies bis letzten Mittwoch, also satte zehn Tage nach Meldeschluss, nicht der Fall. Eine Anfrage beim Wettkampfwesen des Verbandes erbrachte, dass die aus den Landesverbänden zusammengeführte Gesamt-Teilnehmerliste fehlerhaft sei. Hinweise dafür gab es selbst acht Tage nach Meldeschluss auf der Verbandsplattform leichtathletik.de keine. Die Szene raunzte und das sicher mit Recht.

Gut, Fehler, wie diese, können überall passieren. Das kann man den Verantwortlichen nicht anlasten. Allein die Bewältigung solcher Fehler gestaltet sich für die Hauptamtlichen der Zentrale in Darmstadt von je her holprig. Wer dem Landesverband Bayern angehört, darf sich schon seit Jahren über ein in unserer digitalisierten Welt zeitgerechtes Meldesystem (LADV) freuen. Dort findet man schon lange vor dem jeweiligen Meldeschluss für jede Veranstaltung ein online-Anmeldesystem mit den entsprechenden Athletendaten bis hin zur Wettkampfstatistik. Fehlt ein Wettkampfergebnis, kann das Resultat eigenständig nachgetragen werden. Die Meldungen können bis zum Meldeschlusstag, 23.59 Uhr, stets verändert und erweitert werden. Das geht rasch, unkompliziert und ohne Probleme. Schon Stunden später wirft der Computer dann wie im Falle der Deutschen Meisterschaften, hier noch mit der Überprüfung eines Mitarbeiters des Landesverbandes auf Richtigkeit der Meldungen versehen, ein komplettes Meldeverzeichnis aus, das den gemeldeten Vereinen auch über Mail zugesandt wird. Wie uns ein Mitarbeiter des Bayerischen Leichtathletik-Verbandes mitteilte, sei „das kein Hexenwerk, ebenso wenig die Zusammenführung mit den Meldungen  anderer Landesverbände und auch nicht die übersichtliche grafische Gestaltung“.

Beim DLV hingegen ticken die Uhren anders. Wie uns mitgeteilt wurde, müssten die eingehenden Meldungen noch einmal auf ihre Richtigkeit überprüft werden. Wir fragen uns, warum? Hat man zu seinen Mitarbeiter an der Basis so wenig Vertrauen oder ist eine fehlerhafte Meldung, die wirklich mal durchrutscht und in den restlichen 14 Tagen oder drei Wochen (je nach Meldeschluss) leicht korrigierbar wäre, ein Staatsverbrechen? Tatsache ist, dass der DLV seine Erfassung der Meldungen, noch nicht systemgerecht vereinheitlicht hat, so, wie es in der Mehrzahl der Landesverbände bereits über LADV geschieht. Die Schwierigkeiten die die DLV-Geschäftsstelle dann damit hat, zeigen sich dann des Öfteren in unverständlichen Verzögerungen. Warum das so ist, warum ein einheitliches Meldesystem fehlt und warum man nicht schneller ins Reine kommt, obwohl man hauptamtliche Mitarbeiter für diese Dinge hat, all diese Fragen muss sich der Verband selbst stellen. Und das in aller Dringlichkeit und in aller Offenheit. Ansonsten stellt sich für alle Betroffenen die Frage, ob die Verantwortlichen in der AG Wettkampfwesen wirklich diejenigen sind, die in der Lage sind, solche Fehler auf Dauer zu vermeiden und bei dann wohl selten auftretenden Komplikationen daraus schnell und sicher zu reagieren.