Siege für Corinna Harrer, Miriam Dattke und Simon Boch über 3000m

Harrer Dattke1 Neustadt2017 Goestl FotoNeustadt/WN, 30. Juni 2017 (orv) – Das 3000m Rennen beim Neustädter Läufermeeting hatte im Vorfeld mehr versprochen. Schließlich sollten die Asse der beiden deutschen Laufhochburgen aus Regensburg und Düsseldorf mit etlichen nationalen Titelträgern in ihren Reihen auf der Jagd nach neuen Bestleistung in Richtung jenseits der magischen 8-Minuten-Schallmauer auf der idyllischen Waldbahn im Oberpfälzer Norden aufeinandertreffen. Übrig geblieben ist am Ende allein die Streitmacht der LG Telis Finanz, die sich mit einer Reihe pikfeiner Leistungen nicht lumpen ließ: Allen voran Männersieger Simon Boch, der wohl die erster Siebener-Zeit seiner steilen Karriere nur deshalb verfehlte, weil auf den letzten tausend Metern die treibende Konkurrenz fehlte. Seine erzielten 8:03,21 Minuten katapultierten den Regensburger auf Platz zwei der diesjährigen Deutschen Bestenliste. Nur Marcel Fehr (Schorndorf) war bei der Team-EM vor einer Woche knapp drei Sekunden schneller gelaufen.

 

Ramdane1 Neustadt2017 Goestl FotoDahinter belegten Bochs Teamkollegen Tim Ramdane Cherif, Jonas Koller und Moritz Beinlich in teilweise einsamen Rennen gegen die Uhr die nächsten Plätze mit 8:15,38min (persönliche Bestzeit), 8:22,58min und 8:24,67 (persönliche Jahresbestleistung). Im Feld der Damen entbrannte ein heißer Zweikampf zwischen den beiden Telis-Athletinnen Miriam Dattke und Corinna Harrer, den am Ende trotz eines starken Endspurts von Harrer die U20-EM-Qualifikantin in einer Hundertstelentscheidung mit 9:23,33 zu 9:23,37 Minuten hauchdünn für sich entschied. Beide hielten sich mit Siegen in der U20 bzw. Frauenwertung schadlos und festigten damit ihre Positionen in der deutschen Frauenbestenliste auf Platz fünf und sechs. Für die Olympiateilnehmerin von 2012 war es ein weiterer Schritt zurück in den Wettkampfmodus: „Nach zwei Jahren ohne echte Bahnrennen denkst du in so einem Lauf x-mal ans Aussteigen, aber als ich auf der Zielgeraden Miri (Dattke) sah, kam wieder der alte Killerinstinkt und wär’s nicht meine junge Teamkollegin gewesen, hätte ich vielleicht die paar Hundertstel auch noch ausgepackt.“

Boch1 Neustadt2017 Kiefnerfoto„Nach dem furiosen 10.000m Solo vom Montag hatte ich dann doch noch ein wenig müde Beine. So fehlte denn auch noch der Kick für weitere drei bis vier Sekunden am letzten Tausender“, stellte Männer-Sieger Simon Boch seinen Lauf ins richtige Licht. Für den bloßen Betrachter am Rande der Bahn war von Ermüdung beim Regensburger aber rein gar nichts zu sehen. Er flog geradezu die letzten Runden herum. „Die Jungs haben jetzt neun Tage Zeit, um sich bis zum 5000m Finale bei den Deutschen Meisterschaften in Erfurt zu erholen. Der Fahrplan stimmt und ich bin sehr zufrieden mit meinem Sextett für die DM, von dem letztendlich nur Miri Dattke als Jugendliche nicht die 5000m bedienen wird, weil ihr Höhepunkt auf dieser Strecke erst am 23. Juli mit dem U20-EM-Finale in Grosseto kommt und U23-Mann Moritz Beinlich in Erfurt noch die 1500m läuft“, bilanzierte Telis-Teamchef Kurt Ring den Tag. Zufrieden konnte er auch mit seinen Nachwuchsläufern sein, weil seine U18-Youngster Benedikt Brem (800m – 1:58,19min) und Michael Dirscherl (3000m – 9:50,30min) persönliche Bestmarken aufstellten und U23-Läuferin Mira Parisek sich über 3000m mit 10:36,39min wacker hielt.

Neben dem Telis-Feuerwerk über 3000m konnten vor allem die  Münchner Damen über 800m überzeugen. Dort gewann Katharina Trost (LG SW) mit sehr guten 2:04,06min vor ihrer Teamkollegin Mareen Kalis (2:06,64min) und der Berlinerin Martha Sauter (LG Nord – 2:06,93min). Elisabeth Plötz vom TV Bad Kötzting wurde Vierte mit 2:13,91min. Ihre kleine Schwester Barbara holte sich den Sieg in der U20 mit 2:11,81min. Kötztings Nummer drei, Sophia Fröhlich gewann die U16 mit 2:20,81min. Bei den Männern gewann Dario Tippmann (LAC Quelle Fürth – 1:51,64min) vor Adrian König-Rannenberg (LG SW München – 1:51,93min).