Ein erster Erkennungsprozess des DLV hat begonnen

Huber1 soundtrack Tuebingen17 KiefnerfotoRegensburg, 7. Juni 2018 (orv) - Für die deutschen Athleten ist der Wettkampf bei der Junioren-Gala in Mannheim noch einmal wichtiger als in den Vorjahren. Denn der Nominierungsprozess hat sich geändert. Vergleichbar mit den Trials der US-Amerikaner bekommen in diesem Jahr in jeder Disziplin die zwei besten deutschen Starter der Gala mit erfüllter Norm das Ticket für Tampere. Als Begründung dazu gibt DLV-Nachwuchstrainer Dietmar Chounard bei leichtathletik.de folgendes an: „„Die Athleten sollen dann Leistung zeigen, wenn es am Wichtigsten ist.“ Welche epochale Erkenntnis! Gilt das eigentlich nicht auch für die Europameisterschaften in Berlin? Oder anders herum: Hat der DLV mit seinen verwinkelten und komplizierten Nominierungsrichtlinien 2018 für seine Heim-EM nicht eine große Chance für eine öffentlichkeitsträchtige Veranstaltung und absolut faire Ausscheidung vertan?

 

Anstatt seinen Assen eine gezielte Vorbereitung auf ein ganz wichtiges Event zu ermöglichen, hetzt der DLV sein Klientel drei Monate lang Tag für Tag, Meeting für Meeting, im Kampf um den einen Zentimeter besser oder das eine Hundertstel schneller, aufeinander los, um sie dann an den Pranger zu stellen, wenn einige, vielleicht viele, am Tag X in Berlin ausgebrannt an der Ziellinie stehen. Der Leistungssport lebt hauptsächlich von der Auseinandersetzung Frau gegen Frau und Mann gegen Mann. Das ist gut, leicht verständlich und dafür kommen die Zuschauer und Fans ins Stadion. Jede Entscheidung am grünen Tisch ist eine fade, zweitrangige Angelegenheit. Natürlich brauchen Events Eingangsnormen, um einen vernünftigen zeitlichen Rahmen bei deren Durchführung zu gewährleisten. Jene international als „entry standards“ bezeichneten Richtwerte sollten jedoch ausschließlich Sache der veranstaltenden kontinentalen und globalen Verbände sein, verbindlich für alle Athleten/Innen in allen Mitgliedsstaaten. Das hat sich beim DLV noch nicht herumgesprochen.

Man mag es drehen und wenden, der Herr der nationalen Norm, warum es sie auch immer gibt, ist und bleibt in der Leichtathletik DLV-Sportdirektor Idriss Cheick Gonschinska. Er ist derjenige, der das Ding kreiert und berechnet, auch wenn er hundertmal den absegnenden Bundesausschuss Leistungssport (BAL) vorschiebt. Er ist derjenige, der bei einen der zurückliegenden Weltmeisterschaften die unsinnig vom DOSB geforderte erweiterte Endkampfchance bei den 110m-Hürdenläufern damals mit genau einem Hundertstel Unterschied zur internationalen Norm als nationalen Richtwert festgeschrieben hat. Da gibt es nichts zu deuteln.

Wie soll man denn zum Beispiel auch stark vom Wind abhängige Sprintleistungen, erzielt in unterschiedlichen Stadien bei oft extremunterschiedlichen Witterungsbedingungen auf dem Papier überhaupt vergleichen beziehungsweise für irgendwelche Zwecke berechnen können? Eigentlich ist das die Perversion der Grundidee des sportlichen Wettkampfes. Das hat DLV-Nachwuchsbundestrainer Dietmar Chounard wunderbar erkannt. Der Gedanke muss nur noch generell auf fast alle Nominierungen übertragen werden. Allein dem Marathon, dem Mehrkampf und dem 50km Gehen stehen auf Grund ihrer außergewöhnlich langen Vorbereitungszeiten andere Regularien zu.

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Gmund, 23.09.18
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