Die Trainingskonzeption von Telis-Coach Kurt Ring scheint aufzugehen. „Wir haben in diesem Herbst bewusst auf eine starke Ausprägung der Grundlagenausdauer gesetzt und auf formbestimmende Tempoeinheiten komplett verzichtet, dabei gehofft, dass es für einige Athleten trotzdem für die EM-Qualifikation reicht. Wir möchten einfach viele Körner für eine lange Sommersaison 2019 sparen“, erklärt Ring die Strategie bis Weihnachten. Die spürbare Verunsicherung seiner Athleten/Innen vor den Rennen ob der ungewöhnlichen Herangehensweise war jedenfalls nach den erfolgreichen Auftritten vieler Telis-Cracks auf dem nicht allzu schwerem Darmstädter Wiesengelände gänzlich verschwunden: Man kann mit einem Quartett selbstbewusst in vierzehn Tagen nach Tilburg reisen.

Allein die Rennen der Frauen/Juniorinnen U23 und der Männer standen im Fokus der Regensburger. Zuerst musste Miri Dattke ran. In einem leistungsstarken Feld bestimmte zunächst U23-Favoritin Anna Gehring die Pace einer siebenköpfigen Führungsgruppe auch mit Miri Dattke. Als dann in der letzten von sechs zu laufenden Runden die letztjährige Cross-EM-Fünfte Elena Burkard (LG farbtex Nordschwarzwald) noch einmal das Tempo verschärfte, zog sich das Siebenerfeld doch ein wenig auseinander. Dass am Ende Miriam Dattke praktisch auf dem Zielstrich ihren hervorragenden vierten Rang im Frauenfeld gegen die von hinten kommende Olympia-Teilnehmerin Hanna Klein (SG Schorndorf) verlor, war lediglich Formsache. Die EM-Quali für Miri Dattke war da schon längst in trockenen Tüchern.

Das Männerrennen war von Anfang an eine harte Nummer. Selbst im Telis-Lager hatte man nicht damit gerechnet, dass der eigene Frontmann so auf die Tube drücken würde. „Ich fühlte mich eigentlich schon seit Wochen in einer guten Verfassung und wollte die Form mal testen. Den Berg bin ich dann wohl ein wenig zu aggressiv nach unten gestürmt und wie beim Skifahren hat es mich dann aufgestellt“, deutete er seinen misslungenen Einstieg ins Renngeschehen. „Damit hat er seinen Teamkollegen die Sache etwas schwerer als gewollt gemacht, aber am Ende ist ja noch alles gut gegangen“, bemerkte dazu Coach Ring am Rande des Geschehens. Das Resultat kann sich jedenfalls sehen lassen: Die drei fixen EM-Startplätze holte sich ein Telis-Trio, auch wenn am Ende Juniorensieger Samuel Fitwi (LG Vulkaneifel) als Gesamtsieger noch einige Meter den Männern davonlief. Überzeugen konnten auch die beiden Telis-Langstreckler Tim Ramdane Cherif als Männer-Siebter und Kevin Key als 15er. Für EM-Marathon-Teilnehmer Jonas Koller war hingegen das schnelle Angangstempo suboptimal. Sein 16. Platz spiegelte nicht wider, was er wirklich kann.