Immer wieder Philipp Pflieger oder doch einmal die Ablösung als 10.000m Dauermeister auf Landesebene? Die Chancen für den inzwischen 31Jährigen sind auch am Samstag erneut ganz ausgezeichnet. Er bringt jedenfalls die besten Voraussetzungen für den abermaligen Titelgewinn mit, ist der einzige in der inzwischen stattlichen Langstreckenarmada seines eigenen Clubs, der LG Telis Finanz, der in all den vergangenen Jahren die 28er im Griff hatte. „So schnell wird’s Mitte März ohne jegliches Spezialtraining sicher nicht werden, eine Zeit um 29:30 Minuten wäre schon schön, wenn die Konkurrenz aus dem eigenen Lager genügend Druck macht“, sagt der inzwischen mehr auf der Straße tätige Frontmann der Telis-Crew. Eine solche Zeit ist inzwischen auch seinen Trainingskumpeln Tim Ramdane Cherif und Dominik Notz zuzutrauen. Die anderen Gesunden um Kevin Key und Moritz Beinlich der in den letzten Wochen von der Grippe gebeutelten Trainingsgruppe sollten sich mit gut einer Handvoll Österreicher herumschlagen. Alle eint das Ziel, unter 30 Minuten laufen zu wollen. „Natürlich schmerzt der Ausfall von Simon Boch, Jonas Koller und Konstantin Wedel“, stellt Telis Teamchef Kurt Ring heraus. Alle Drei fallen wegen eines akuten grippalen Infekts aus.

Im Frauenbereich sind natürlich alle Augen auf Miriam Dattke (LG Telis Finanz) gerichtet. Mit den drei 32er-Zeiten aus der letzten Saison hat sie bereits deutlich die internationale Norm für die U23-EM in Gävle/Schweden (11.-14. Juli) unterboten. Der DLV hat da strengere Vorstellungen: Entsprechend seiner Nominierungsrichtlinien muss eine Zeit schneller als 34:35 Minuten im Zeitraum von 1. März bis 1. Juli 2019 erbracht werden und das in einem reinen Frauenrennen. Genau dieser Aufgabe will sich Miriam Dattke am Samstag entledigen und – es wird trotz der wohl besseren Witterungsbedingungen ungleich schwerer als im letzten Jahr, als sie in Begleitung von ein paar Teamkollegen 32:59,75min auf die Bahn zauberte. „In diesem Jahr werde ich wohl meine 25 Runden mutterseelenallein absolvieren müssen. Mal sehen, ob ich mich da nicht verlaufe“, scherzt die inzwischen zur erfahrenen Langstrecklerin gereiften Juniorin. „Wenn sie sich konzentriert kann sie sicher den Lauf vom letzten Jahr auch alleine in etwa wiederholen, es reichen ja auch noch 33:30min dicke“, beruhigt ihr Coach Kurt Ring die allgemein schon wieder etwas aufgeheizten Atmosphäre, „die Form dazu hat sie allemal. Natürlich ist hinterherlaufen angenehmer als selbst für das Tempo verantwortlich sein.“

Da Miriam Dattke bei den Frauen antritt, sollte der Weg zu U23-Gold frei sein für Teamkollegin Marina Rappold. Und auch Benedikt Brem (LG Telis Finanz) hat gute Medaillenchancen bei der männlichen U20. Mit Maria Kerres schickt auch der SWC eine Läuferin auf die 25 Runden, die sich in den letzten Jahren kontinuierlich verbessert hat. Auf dem Weg zur ersten 35er Zeit auf der Bahn könnte ein Österreicherinnen-Trio helfen, das mit Sandrina Illes, Leyla Reshed und Karin Freitag in etwa das Kerres-Profil hat.