Acht Regensburger in Essen bei den Deutschen Meisterschaften über 10.000m am Start

Boch1 DM 10000m vorschau2019 BruesselfotoRegensburg, 3. Juni  2019 (orv) – Die Geschichte der deutschen 10.000m Meisterschaften beinhaltet drei Goldmedaillengewinner aus Regensburg. 2012 stand in Marburg Philipp Pflieger (LG Telis Finanz Regensburg) mit 28:45,76min ganz oben, 2017 wiederholte dessen Teamkollege Simon Boch in Bautzen mit 29:13,60min das Kunststück, Corinna Harrer vom gleichen Club holte sich Gold 2014 in Aichach mit damaliger EM-Norm von 32:27,75min. Trotz eines bärenstarken Teams werden die Regensburger am kommenden Samstag in Essen auf dieser Distanz kaum Chancen auf’s oberste Trepperl haben. Richard Ringer (LC Rehlingen) und Jungstar Alina Reh (SSV Ulm), beide derzeit die deutschen Aushängeschilder auf der Langstrecke, haben ihr Erscheinen bei den im Sportpark Am Hallo stattfindenden Deutschen 10.000m Meisterschaften angekündigt. Die LG Telis Finanz reist mit sieben Athleten und einer Läuferin an, keineswegs Nobodys auf dieser Strecke und durchaus teils mit internationalen Hoffnungen an der Startlinie: Philipp Pflieger, Simon Boch, Florian Orth – wenn er denn läuft – sowie Dominik Notz wollen sich mit einem Rang unter den besten Sechs und einer Zeit unter 29 Minuten für den am 7. Juli in London stattfindenden Europacup empfehlen. Bei den Damen ist hinter der EM-Vierten von Berlin, Alina Reh, und der letztjährigen Meisterin und EM-Teilnehmerin Anna Gehring (ASV Köln) auch für Miriam Dattke einiges möglich, in der gleichzeitig durchgeführten U23-Wertung sogar Edelmetall.

Nach London will die 20-Jährige aber nicht. Sie hat über 5.000m und der doppelt so langen Strecke bereits die Normen für die U23-EM im schwedischen Gävle (11-14. Juli) erfüllt und braucht daher in Essen nur noch einen Leistungsnachweis auf den 25 Runden. „Die Bedingungen für eine sehr gute Leistung sind für mich zwar suboptimal, weil ich am Rennvormittag an der Regensburger Uni noch eine Jura-Prüfung ablegen muss und mein Zug erst um 18.32 Uhr in Essen ankommen wird, wenn er denn pünktlich ist. Eine 32er-Zeit unter diesen Umständen wäre aber schon schön. Hoffentlich sind dann um neun Uhr abends auch angenehme äußere Bedingungen“, hofft die Telis-Frau auf ein entsprechend gutes Ergebnis. Gelingt ihr das, ist der Trepperlplatz sowohl bei den Frauen als auch der U23 möglich. Ihr Regensburger Pendant Nada Pauer, über 5.000m genauso stark wie Miriam Dattke, setzt in Rehlingen beim Pfingstsportfest lieber noch einmal auf die 1.500m, nachdem sie am 1. Juni in Oordegem bereits auf dieser Strecke mit 4:18,48min Hausrekord gelaufen war.

Die gesamte Telis-Männermannschaft mit Pflieger, Orth, Boch, Notz, sowie den ebenfalls qualifizierten Tim Ramdane Cherif, Moritz Beinlich und Kevin Key reist schon am Freitag an. Leitwolf Philipp Pflieger „freut sich auf das Rennen, will die Sache entspannt angehen.“ Er hofft auf einen Rennverlauf, der 28er Zeiten möglich macht, glaubt aber, dass „Favorit Richard Ringer ab der Hälfte sein eigenes Ding macht.“ Simon Boch ist nach Gold 2017 und Silber 2018 ganz heiß auf den Titelkampf und geht davon aus, dass er „in diesem Jahr wesentlich besser drauf ist als 2017“. Von dort stammt seine persönliche Bestzeit mit 29:03min, die er allerdings auf der Straße erzielt hat. Florian Orth, Titelträger 2016 mit 28:59min über 10km auf der Straße, hält sich noch bedeckt, ob er vielleicht eher in Hinblick auf einen möglichen 5.000m Start bei der WM in Doha eher die 1.500m Unterdistanz bei einem internationalen Meeting vorzieht. Dominik Notz will ebenfalls „aus seinen 29:12,23min aus 2017 die erste 28er-Zeit machen.“ Für Tim Ramdane Cherif geht’s darum, seine gute Vorstellung vom Mittsommerlauf mit neuer „pB“ von 14:04,81min über 5.000m in eine deutliche Steigerung seiner 29:37,86min aus 2017 umzuwandeln. Kevin Key und Moritz Beinlich, dem Deutschen Halbmarathonmeister dieses Jahres, soll sich der Wunsch nach der ersten 29er Zeit erfüllen.