Telis-Nachwuchsläufer startet am Donnerstag sein Abenteuer Europameisterschaften

Brem4 mittsommerlauf19 KiefnerfotoRegensburg, 17. Juli 2019 (orv) –   Benedikt Brems diesjähriges 3.000m Outing beginnt irgendwann Anfang Mai im Clubtraining auf der Regensburger Rundbahn am Oberen Wöhrd. Die renommierten Topläufer der LG Telis Finanz arbeiten 3.000m Tempoläufe ab, Benedikt Brem parallel dazu 2.000er. „Darf ich den letzten Lauf einmal mit den Großen mitlaufen, die sind im Durchschnitt kaum schneller als ich und es geht in der Gruppe viel leichter“, lautet sein bescheidener Wunsch an den Coach. Dessen Ansage ist deutlich: „Wenn es dir gut geht, lauf mit, so lange du kannst.“ Der fast zwei Meter große Schlacks läuft lange mit, sehr lange bis zum Ende der siebeneinhalb Runden und die Stoppuhr zeigt 8:57 Minuten an. Der erste Lauf unter neun Minuten und das  im Training mit einer heftigen Vorbelastung!

Ab diesem Zeitpunkt sind die U20-Europameisterschaften in Benedikts Kopf wie eingemeißelt. Allerdings sind 8:22 Minuten, die DLV-Norm für eine EM-Teilnahme fordert, auch kein Pappenstiel. Was der Abiturient drauf hat und wie nahe er seinem Traum „Europameisterschaften“  ist, zeigt er zur Verblüffung aller beim hauseigenen Watter-Meeting kurz darauf. Die Uhren bleiben für ihn bei einer 8:24er Zeit stehen, etwas mehr als winzige zwei Sekunden noch zu langsam. Rennen in dieser Dimension in Deutschland zu finden, ist hier und heute gar nicht so leicht. „Wir lassen dich beim Mittsommerlauf Ende Mai im schnellen 5.000m Lauf der Männer mitlaufen und stoppen dich ganz offiziell nach drei Kilometern“, findet Kurt Ring, sein Coach, Organisator des Rennens und Teamchef der LG Telis Finanz, auch hier wieder eine praktikable Möglichkeit. Der Bundestrainer ist einverstanden, der Verband auch, jetzt muss nur noch die gewünschte Zeit her. Die Bedingungen am 29. Mai auf seiner gewohnten Hausbahn sind gut, die zweite Gruppe der Männer aber einen Tick zu langsam. Brems Bemühungen enden zeitnah, aber mit 8:26 wieder eine Spur zu langsam.

Der Druck wird ab dem Zeitpunkt größer und größer, die Chancen für ein gutes Rennen fokussieren sich nur noch auf die eigentliche DLV-Ausscheidung beim internationalen Soundtrack-Meeting in Tübingen. Ab 16 Uhr beginnt es dort zu schütten, ein Gewitter mit sintflutartigen Wassermassen gibt dem Meeting letztendlich den Knockout. Wieder einmal zeigt sich Rings Motto „Geht nicht, gibt’s nicht“ verbunden mit einer ganz eigenen organisatorischen Stärke als finale Lösung ab. In Windeseile organisiert er wenige Tage später bei einem kleinen Meeting in Langquaid, zwanzig Kilometer vor den Toren von Regensburg in der tiefen niederbayerischen Provinz gelegen, einfach einen 3.000m Lauf dazu, lässt es vom Bundestrainer absegnen und hat damit durchschlagenden Erfolg. Seine großen Jungs Simon Boch, Tim Ramdane Cherif, Dominik Notz, Moritz Beinlich, Kevin Key und Max Zeus befolgen die 2:46er Order für den einzelnen Kilometer punktgenau und Benedikt Brem läuft DAS Rennen seiner noch jungen Läuferkarriere. Im Ziel stehen für ihn fabelhafte 8:19,70 Minuten zu Buche. Damit hat er auf den letzten Drücker seinen Traum für Europameisterschaften in Boras, Südschweden, etwas nordöstlich von Göteborg situiert, wahr gemacht. „Als letzte Woche das Paket mit der deutschen Teambekleidung ankam, war das wie Weihnachten, Geburtstag und Ostern zugleich“, strahlt Benedikt Brem über das ganze Gesicht. Der Vorlauf in Boras, am Donnerstag, genau um 18.47 Uhr kann für den jungen Regensburger Senkrechtstarter . Er steht im ersten Lauf mit der zwölften Zeit aller Teilnehmer. Zwölf Läufer kommen ins Finale. Und schon ist er wieder da, der nächste große Traum ….