Simon Boch sicher dabei, Konstantin Wedels Nominierung wackelt noch und Miriam Dattke vorerst Ersatzläuferin

Frankfurt, 13.9.2020 (orv) – Eigentlich hatte das Regensburger Halbmarathon-Trio Miriam Dattke, Simon Boch und Konstantin Wedel von der LG Telis Finanz die Bedingungen für die Teilnahme bei den Weltmeisterschaften auf dieser Strecke bereits im Februar in Barcelona abgehakt. Dann kam Corona. Die WM in Polen wurde auf den 17. Oktober verschoben, die noch sechs freien Plätze für das deutsche Team mussten mit neuen Nominierungsrichtlinien gefüllt werden. Dabei stellte sich heraus, dass der DLV damit größte Schwierigkeiten hatte und erst elf Tage vor dem alles entscheidenden Ausscheidungsrennen in Frankfurt dies den Athlet/innen und deren Vereinen die Modalitäten übermittelte.

 Dattke HMFrankfurt Bochfoto

Miriam Dattke und Simon Boch, die Gerüchten zufolge nur ein Qualirennen über 10km am 26.09 in Berlin ableisten sollten, demnach bis zum 20. September ein Trainingslager in Sankt Moritz geplant hatten und das auch durchzogen, mussten unverrichteter Dinge wenige Tage vor dem Frankfurt-Start ihre Pläne umdisponieren und aus dem vollen Training heraus am Samstag vor dem Rennen nach Frankfurt anreisen. „Durch die Schlampereien des DLVs in dieser Sache und einer völlig verspäteten Benachrichtigung fuhren die beiden absolut unvorbereitet in die hessische Metropole. Konstantin Wedel erwischte es sogar im Urlaub“, schimpfte Telis-Teamchef Kurt Ring bereits unmittelbar vor dem Rennen, „es war ein Himmelfahrtskommando“. Die drei Regensburger jedoch erledigten das Unmögliche mit Bravour. „Anfangs hatte ich verdammt harte Beine, dann habe ich den Lauf verwaltet und am Ende ganz einfach meinen Qualiplatz in 1:04:28 gesichert“, sagte ein sichtlich zufriedener Simon Boch im Ziel.

 

WedelBoch HMFrankfurt Bochfoto

Auch Miriam Dattke kochte auf den letzten fünf Kilometern die einzige Konkurrentin um den noch freien WM-Platz, Die vermeintliche Konkurrentin Katharina Steinruck, mit sehenswerten 1:12:03 souverän ab. „Gegen die am Ende siegreiche Melat Kejeta – 1:09:04 – war mir von Vornherein klar, keine Chance zu haben. Letztendlich reichte aber mein Vorsprung von 20 Sekunden, um die WM-Nominierung klarzumachen. Für mich war es eine absolute innere Genugtuung nach der langen Wettkampfpause so wieder zurückzukommen“, berichtete eine überglückliche Miriam Dattke im Ziel.

Für Konstantin Wedel lief die Sache verständlicherweise nicht wie geschmiert. Mit zwei Wochen Training in den Beinen zeigte er beachtliche 1:05:25, lag damit elf Sekunden vor seinem Team-Kollegen Erik Hille, kam aber nur als elftbester Deutscher ins Ziel. Sein Vorteil: Alle vor ihm einkommenden nationalen Gegner waren nicht in Besitz der für die Weltmeisterschaften notwendigen Zeit von unter 1:04:00 Stunden. Jetzt hofft der Regensburger mit Hausrekord von 1:03:28 trotzdem auf eine Nominierung, um als fünfter Mann fürs deutsche Team nach Polen fahren zu können.

Dann eine Stunde nach dem Rennen: Trump würde sagen „Alles nur fake!“. Der DLV stellte plötzlich fest, dass bei der WM eigentlich nur fünf Frauen für die WM laut WA entry standards, nur 5 Frauen und Männer pro Nation starten dürfen. Das heißt: Nach himmelhochjauchzend nun zu Tode betrübt für Miriam Dattke. Sie wird nur als Ersatzläuferin gemeldet und bleibt am 17.Oktober zu Hause, weil an den vier Vornominierten nicht gerüttelt werden kann und Platz fünf im deutschen Team an die in Frankfurt siegreiche Melat Kejeta geht.