Europacup der Mehrkfer Oulu/Finnland - 1./2. Juli 2000 - Vorbericht

Florian Schönbeck erneut im deutschen Team für den Europacup der Mehrkämpfer

© Kiefner - Foto - Florian Schönbeck" Es war still geworden um Regensburgs Vorzeige-Leichtathleten Florian Schönbeck. Der blonde Recke der LG Domspitzmilch Regensburg (SSV Jahn) startete denkbar ungünstig ins neue Jahrtausend. Ein Bänderriss verhinderte Anfang Mai das Auftreten bei der Europacup-Qualifikation in Ulm. Welch starken Eindruck der Domspitzmilch-Zehnkämpfer aber bei den Verantwortlichen des DLV im letzten Jahr hinterlassen hatte, dokumentiert die Tatsache, dass der Regensburger auch ohne Qualifikation für den Europacup der Mehrkämpfer am ersten Juliwochenende in finnischen Oulu nominiert wurde.

Genau 7999 Punkte waren es gewesen, die Florian Schönbeck beim sensationellen Silbermedaillengewinn der deutschen Mannschaft in Prag als Bester seiner Mannschaft ablieferte. Ein lausiges Hundertstel fehlte im abschließenden 1500 m-Lauf damals, um die 8000er-Grenze zu knacken, jener Marke von der jeder Mehrkämfer der besonderen Güte träumt. Genau diese Barriere will der blonde Hüne praktisch aus der Hose heraus hoch im Norden Europas angreifen, wohl wissend, dass da heuer noch wenig zu Buche steht, das Hoffnung auf ein erfolgreiches Unternehmen macht.

Doch auch Trainer Wolfgang Frenzl, beileibe kein Illusionist und nebenbei auch Coach der Halleneuropameisterin Karin Ertl, ist sich ziemlich sicher, dass der "Flo" in Finnland ein Ding auspacken wird. Der Athlet selbst hat bei seinen bisherigen Wettkämpfen durchaus schon Positives entdeckt. Beim Weitsprung in München wurden zwar erst 6,96 gemessen, doch alle übrigen fünf Sprünge lagen ähnlich konstant weit. Beim Hürdenlauf an gleicher Stelle wurden gar nur 15,23 gestoppt. "Nicht schlecht", meinte der LGR-ler,"wenn man bedenkt, dass ich voll in die vorletzte Hürde gerasselt bin und fast zum Stehen kam." Und beim Sztabhochsprung, seiner Paradedisziplin überhaupt, stehen seit Pfingsten auch wieder fünf Meter in den Listen.

Das wichtigste aber ist, Florian Schönbeck ist wieder gesund. Überstanden ist die Operation an der Leiste, die ihm im letzten Jahr die DM-Teilnahme kostete, ausgestanden auch der Bänderriss, der Gott sei Dank ohne Eingriff abging. Auf Sydney macht sich der Domspitzmilch-Athlet auf Grund dreier Kollegen, die bereits die 8400 Punkte gemacht haben, zwar keine Hoffnungen. Der Start dort wäre für seine Entwicklung sowieso noch zu früh gekommen. Sollte es aber in Oulo mit den 8000 Punkten noch nicht klappen, will er es bei der offiziellen deutschen Olympiaqualifikation der Mehrkämpfer am dritten Juli-Wochenende in Ratingen packen. Zuvor schaut er aber nochmals im heimischen Stadion vorbei, um bei der Domspitzmilch-Gala seinen Stabhoch-Hausrekord von 5,30, aufgestellt vor einem Jahr an gleicher Stelle, zu verbessern.