Deutsche CrossmeisterschaftenBad Dürrheim, 8. März 2003 - überregionale Vorschau

Ausschreibung Teilnehmer regionale Vorschau

Bad Dürrheim tritt ein schweres Erbe an und hofft auf crossige Wettkämpfe

Regensburg, 5. März 2003 (orv) Eine Warmwetterfront machts möglich. Auch in Bad Dürrheim, Veranstaltungsort der diesjährigen deutschen Crossmeisterschaften, darf mit crossigen Verhältnissen gerechnet werden. Nach zwei glänzenden Veranstaltungen im bayerischen Regensburg hoffen die rührigen Schwaben natürlich darauf, den gehobenen Maßstäben der letzten beiden Jahre gerecht werden zu können. Auf den besonderen Glücksfall, einen Olympiasieger am Start zu haben, müssen die Organisatoren allerdings verzichten. Weder Dieter Baumann noch Nils Schumann haben für die Titelkämpfe gemeldet. Im Hauptinteresse stehen natürlich die Wettbewerbe der Männer und Frauen.

2003-03-08_dlv_cross_ueberr Auf der Männer-Mittelstrecke fehlt leider der zweimalige Triumphator von Regensburg, Jens Borrmann vom SC DHfK Leipzig. So könnte hier die Stunde eines Schwaben schlagen. Damian Kallabis (VfB Stuttgart), im Vorjahr Zweiter über die Langstrecke, ist zwar doppelt gemeldet, könnte aber eventuell den Wattenscheidern mit Jan Fitschen an der Spitze aus dem Weg gehen und so unverhofft zu Titelehren auf der kürzeren Strecke kommen. Laufen die Westdeutschen auch die Kurzdistanz zählt natürlich auch Carsten Schütz zu den Goldanwärtern. Wie werden sich die Mittelstreckenspezialisten Franek Haschke und René Herms (beide LC Asics Pirna) über Stock und Stein schlagen? Hat ein langstreckenlastiger Altmeister Thorsten Naumann (USC Mainz) eine echte Chance? Alles Fragen, die beim Cross erst das Salz in der Suppe ausmachen. Oder steht am Ende wieder so einer wie der Leipziger Borrmann, den eigentlich beim ersten Regensburger Cross so niemand auf der Rechnung hatte, ganz oben? Aus Bayern bietet sich kein Läufer an, der im Vorderfeld mitmischen könnte. In der Teamwertung ist die Titelvergabe so offen wie nie, wenn die Wattenscheider auf die Langstrecke setzen.

2003-03-08_dlv_cross_ueberr Die Königsdisziplin, die Männer Langstrecke, macht in diesem Jahr zumindest wenn man nach den Meldungen geht, ihrem Beinamen alle Ehre. Da wäre zunächst einmal die Wattenscheider Armada mit Jan Fitschen, Alexander Lubina, Carsten Schütz und Sebastian Bürklein. Der Meister von 2001, André Green (LG Wedel-Pinneberg) hat auch gemeldet. Hindernisspezialist Filmon Ghirmai (LAV Tübingen) könnte vielleicht auch ein Wörtchen mitreden. Oder schlägt die Stunde des Fürthers Sebastian Hallmann? Mit dem Hatzenbühler Thomas Greger, dessen Chancen mit Zunahme der Geländeschwierigkeiten steigen sollten, geht ein permanent unterschätzter Geheimfavorit auf die schweren 10,5 Kilometer. Was macht das Leverkusener Trio Mario Kröckert, Guido Streit und Michael May? Auch die beiden Braunschweiger Oliver Dietz und Georg Dietrich kann man ganz vorne erwarten. Vielleicht heißt die Zauberformel zweimal Mittelstreckengold ist gleich Titel auf der Langstrecke und derjenige der dies als einziger wahrmachen könnte, heißt Jens Borrmann. Wenn er in Bad Dürrheim mit der selben Taktik der beiden Jahre, dem Feld einfach bei Streckenhälfte davonzulaufen, wieder Erfolg hat, ist er wahrlich der Größte. Aus bayerischer Sicht ist der Fokus natürlich auf Sebastian Hallmann gerichtet, Doppelmeister Tobias Hösl (TSV Detag Wernberg) wäre bei der Güte des Feldes wohl glücklich, wenn am Ende eine Platzierung um die zehn herauskommen würde. Selbst die erfolgsverwöhnten Fürther werden es in der Mannschaftswertung schwer haben, auf einen Medaillenrang vorzustoßen.

2003-03-08_dlv_cross_ueberr Mit Vizeeuropameisterin Luminita Zaituc (LG Braunschweig) fehlt die Dominatorin der letzten Jahre. Damit sollte auf den 5,7 km der Frauen der Weg eigentlich frei sein für Sabrina Mockenhaupt (LG Sieg), wäre da nicht der Wiedereinstieg einer Irina Mikitenko (LG Eintracht Frankfurt) ins Wettkampfgeschehen. Dies musste die kleine Siegenerin bereits schmerzhaft bei den Hallenmeisterschaften erkennen. Doch Halle ist nicht gleich Cross. Für Sabrina Mockenhaupt spricht natürlich auch ihre jugendliche Unbekümmertheit, die ihr sicherlich gegenüber der doch vorsichtiger agierenden Frankfurterin Vorteile verschaffen wird. Die Braunschweiger Fahnen soll Susanne Ritter hochhalten. Unter den gleichzeitig mitlaufenden Juniorinnen ist derzeitig keine in der Lage, in die Entscheidung der Frauen mit einzugreifen. Bayerns Beste könnte am Ende Ellen Schöner (LG Domspitzmilch Regensburg) oder Monika Schuri (LG Wehringen) heißen. Eine einstellige Platzierung wäre für beide dabei schon als hervorragend einzustufen. Nach der Papierform haben die beiden bayerischen Medaillenteams des letzten Jahres, die LG Domspitzmilch Regensburg und die TG Viktoria Augsburg, eher weniger Chancen auf Edelmetall. Doch was heißt das schon? Auch in den letzten beiden Jahren schien die Konstellation so zu sein. Verletzungen, Erkrankungen, Formtiefs so mancher Favoritin machen um diese Jahreszeit den Cross zu unwägbar. Nicht einmal die Titelverteidigung des im letzten Jahr überragenden Mannschaftsmeisters LG Braunschweig ist klar.

Fotos: Jens Bohrmann (116 - SC DHfK Leipzig), Jan Fitschen (133 - TV Wattenscheid 01) und Sabrina Mockenhaupt (127 - LG Sieg)